Leapmotor hat im Juli 101.267 Fahrzeuge ausgeliefert und damit als erster chinesischer Elektro-Newcomer die Marke von 100.000 Autos in einem einzigen Monat durchbrochen.[1] Der Absatz des von Stellantis mitkontrollierten Herstellers verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahresmonat, während etablierte Rivalen wie Li Auto stagnieren.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas Wichtigste in Kürze
- Leapmotor lieferte im Juli 2026 weltweit 101.267 Fahrzeuge aus, ein Plus von 102 Prozent gegenüber dem Vorjahr
- Damit ist die Marke der erste chinesische EV-Newcomer mit sechsstelligem Monatsabsatz, vor Zeekr mit 35.837 und Li Auto mit 30.468 Fahrzeugen
- Stellantis hält seit 2023 gut 21 Prozent und steuert über ein Gemeinschaftsunternehmen den Verkauf außerhalb Chinas
- Ab dem zweiten Halbjahr baut Leapmotor das Modell B10 in Spanien und umgeht so den EU-Ausgleichszoll von 20,7 Prozent
Wie schafft Leapmotor den Sprung über 100.000?

Leapmotor entwickelt Batterie, Elektronik und Antrieb weitgehend selbst und drückt den Preis der Einstiegsmodelle so tief, dass sie eine Käuferschicht unterhalb von BYD erreichen. Der Sprung von 93.376 Fahrzeugen im Juni auf gut 101.000 im Juli zeigt, wie schnell diese Rechnung derzeit aufgeht.
Ehrgeizig bleibt das Jahresziel. Eine Million Fahrzeuge peilt der Hersteller für 2026 an, zur Jahresmitte war gut ein Drittel geschafft. Für den Rest des Jahres braucht Leapmotor im Schnitt rund 107.000 Auslieferungen pro Monat, um das ehrgeizige Ziel zu erreichen.
Was hat Stellantis davon?
Ein Fünftel des Unternehmens gehört zu Stellantis. Der Konzern hinter Opel, Peugeot und Fiat stieg 2023 mit rund 1,5 Milliarden Euro ein und hält seither gut 21 Prozent an Leapmotor.[2] Über das Gemeinschaftsunternehmen Leapmotor International, an dem Stellantis 51 Prozent besitzt, laufen Verkauf und Fertigung außerhalb Chinas.
Ein gespartes Händlernetz ist der eigentliche Hebel. Leapmotor nutzt die Werke und Autohäuser von Stellantis in Europa, der Konzern wiederum füllt mit den günstigen Modellen die Lücke unterhalb seiner eigenen Marken. Wie schnell chinesische Anbieter damit Boden gutmachen, zeigt der Blick auf BYD, das seinen Absatz in Europa zuletzt verdoppelt hat und Tesla beim Export bereits überholte.
Leapmotor verkauft keine Technik-Sensation, sondern den günstigsten Preis mit einem europäischen Konzern im Rücken. Genau diese Kombination macht die Marke für deutsche Hersteller gefährlicher als jedes Datenblatt.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Made in Zaragoza gegen den Zoll
Ab dem zweiten Halbjahr 2026 läuft das SUV B10 in den spanischen Stellantis-Werken vom Band. Als Made in Europe entfällt der Ausgleichszoll, den China-Importe von 20,7 Prozent bezahlen.
Was bedeutet das für Europas Automarkt?
Der Ausgleichszoll trifft Leapmotor mit 20,7 Prozent, aufgeschlagen auf die üblichen 10 Prozent Einfuhrzoll. Deshalb verlagert der Hersteller die Produktion: Ab dem zweiten Halbjahr baut Leapmotor das SUV B10 in den spanischen Stellantis-Werken Saragossa und Madrid und gilt damit als Made in Europe, ohne Zollaufschlag.
Für deutsche Käufer wächst das Angebot günstiger Stromer, deren Wertverlust und Restwert vor dem Kauf trotzdem zählen; ob sich ein chinesisches Elektroauto lohnt, bleibt eine Rechnung aus Preis und Servicenetz. Für die deutsche Industrie verschärft der Rekord eine ohnehin angespannte Lage, in der jeder verlorene Monat Marktanteile kostet.
FAQ: Leapmotors Juli-Rekord
Wie viele Autos hat Leapmotor im Juli 2026 ausgeliefert?
Leapmotor lieferte im Juli 2026 weltweit 101.267 Fahrzeuge aus, ein Plus von 102 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit ist die Marke der erste chinesische Elektro-Newcomer, der die Grenze von 100.000 Auslieferungen in einem einzigen Monat überschreitet.
Warum wächst Leapmotor so schnell?
Leapmotor entwickelt Batterie, Elektronik und Antrieb weitgehend selbst und hält so die Kosten niedrig. Die günstigen Einstiegsmodelle erreichen eine Käuferschicht unterhalb von BYD. Über das Gemeinschaftsunternehmen mit Stellantis nutzt die Marke zudem ein fertiges Vertriebsnetz statt es teuer aufzubauen.
Welche Rolle spielt Stellantis bei Leapmotor?
Stellantis stieg 2023 mit rund 1,5 Milliarden Euro ein und hält seither gut 21 Prozent an Leapmotor. Über das Gemeinschaftsunternehmen Leapmotor International, an dem Stellantis 51 Prozent besitzt, laufen Verkauf und Fertigung außerhalb Chinas.
Wie umgeht Leapmotor die EU-Zölle?
Ab dem zweiten Halbjahr 2026 baut Leapmotor das SUV B10 in den spanischen Stellantis-Werken Saragossa und Madrid. Als in Europa gefertigtes Auto entfällt der Ausgleichszoll von 20,7 Prozent, den die EU auf importierte E-Autos von Leapmotor erhebt.
Was bedeutet der Rekord für deutsche Autohersteller?
Der Preisdruck steigt. Leapmotor bringt günstige Elektroautos künftig zollfrei aus europäischer Fertigung auf den Markt und trifft damit genau das Segment, in dem die deutschen Hersteller ohnehin unter Druck stehen. Der Wettbewerb um preissensible Käufer verschärft sich weiter.
Quellen
[2] Stellantis Media: „Leapmotor Achieves June Delivery Record and Delivers Outstanding H1 2026 Performance“