Die ACEA-Zahlen zeigen einen kippenden Markt. Chinesische Marken haben ihren EU-Anteil binnen eines Jahres fast verdoppelt, BYD wächst dreistellig. Für deutsche Hersteller wird die Lage enger.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenZwischen Januar und April 2026 kamen chinesische Marken in der EU auf rund 6 Prozent Zulassungsanteil, nach 3,2 Prozent im Vorjahreszeitraum. Die Zahlen stammen vom Herstellerverband ACEA. Hinter dem Sprung steht vor allem ein Name.
Das Wichtigste in Kürze

- Der reine Batterieanteil (BEV) an den EU-Neuzulassungen stieg von 15,3 auf 19,7 Prozent.
- BYD legte um 152,9 Prozent auf mehr als 71.850 Fahrzeuge zu.
- Leapmotor wuchs über sein Stellantis-Joint-Venture um 558,8 Prozent, Chery um 267,1 Prozent.
- Beim reinen Batterieantrieb wuchsen Italien (plus 73,1 Prozent), Frankreich (plus 48,2 Prozent) und Deutschland (plus 41,3 Prozent) am stärksten.
Wer treibt das Wachstum?

BYD vorn. Mit einem Plus von 152,9 Prozent auf über 71.850 Fahrzeuge führt BYD die chinesische Aufholjagd an. SAIC kam mit der Marke MG auf mehr als 77.000 Zulassungen, ein Plus von 10,4 Prozent.
Breite Front. Chery wuchs mit Omoda, Jaecoo und Jetour um 267,1 Prozent, Leapmotor über das Stellantis-Joint-Venture um 558,8 Prozent. Die Dynamik verteilt sich also auf mehrere Anbieter, nicht nur auf einen Ausreißer.
Warum trifft das deutsche Hersteller?

Verschobene Anteile. Chinesische Marken haben ihren Anteil binnen eines Jahres fast verdoppelt, während etablierte Hersteller im Schnitt Boden verlieren. Wie sich die Lade- und Reichweitenfrage auf die Kaufentscheidung auswirkt, zeigt unser Reichweiten-Rechner für E-Autos.
Produktion in Europa. BYD baut in Ungarn eine eigene Fabrik auf, Leapmotor fertigt über das Stellantis-Joint-Venture in Europa. Damit umgehen die Hersteller einen Teil der EU-Zusatzzölle und drücken weiter auf die Preise.
Die ACEA-Zahlen sind kein Ausreißer, sondern eine Verschiebung mit Ansage. Im Mittelstand gehören chinesische Anbieter inzwischen ernsthaft in jeden Flottenvergleich.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für Ihre Flottenplanung?

Preisdruck nutzen. Die wachsende Konkurrenz drückt die Einstiegspreise im unteren Segment. Bei ohnehin geplanter Elektrifizierung verhandeln Flottenmanager aktuell aus einer besseren Position. Welche Förderung dabei noch greift, lesen Sie im Beitrag zur E-Auto-Prämie 2026.
Die vollständigen Zulassungsdaten veröffentlicht ACEA monatlich. Prüfen Sie vor einer größeren Beschaffung den Restwert, denn der Wettbewerb verändert auch den Gebrauchtmarkt spürbar.