Ein A400M der französischen Luftwaffe hat am 25. Juli 2026 erstmals in einem laufenden Waldbrandeinsatz Löschmittel abgeworfen. Möglich macht das ein Ausrüstungssatz, der in wenigen Stunden in den Frachtraum rollt und die Maschine ebenso schnell wieder verlässt. Die Bundeswehr fliegt dieselbe Flugzeugflotte, hat diesen Satz aber nicht.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDer A400M als Löschflugzeug war vier Jahre lang ein Testprogramm, seit dem 25. Juli 2026 ist er Einsatzmittel. Über dem Feuer bei Lacanau in der Gironde hat eine Maschine der französischen Luft- und Weltraumstreitkräfte 20 Tonnen Löschmittel abgeworfen. Nach Angaben der französischen Regierung entspricht dieses Volumen rund drei Canadair-Ladungen.
Das Wichtigste in Kürze
- Weltweit erstmals hat am 25. Juli 2026 ein A400M im laufenden Waldbrandeinsatz Löschmittel abgeworfen, bei Lacanau in der Gironde.
- Der Ausrüstungssatz fasst 20.000 Liter, gibt sie über die Heckrampe ab und ist am Boden in unter zehn Minuten wieder gefüllt.
- Am Flugzeug ändert sich nichts dauerhaft, jede Maschine der Flotte lässt sich kurzfristig umrüsten und danach wieder als Transporter nutzen.
- Die Bundeswehr hat zwei Hubschrauber CH-53 nach Frankreich verlegt, die begleitende A400M fliegt allerdings Material und kein Löschmittel.
Was macht aus dem Transporter ein Löschflugzeug?

Das Löschsystem ist ein Roll-on/Roll-off-Modul im Frachtraum: 20.000 Liter, Abgabe allein über Schwerkraft durch die geöffnete Heckrampe, Wiederbefüllung am Boden in unter zehn Minuten mit handelsüblichen Pumpen.
Airbus Defence and Space hat das Modul bewusst so ausgelegt, dass am Flugzeug nichts dauerhaft verändert wird.[1] Die Fähigkeit hängt damit nicht an einzelnen Spezialmaschinen, sondern an einem Satz Technik, der zwischen den Flugzeugen einer Flotte wandert.
Geprüft hat die Wirkung Ende April 2025 das Testzentrum CEREN der Entente Valabre in Nîmes-Garons, eine vom französischen Innenministerium zugelassene Stelle. Getestet wurde in weniger als 30 Metern Höhe bei rund 230 Kilometern pro Stunde.
Warum ersetzt der A400M keine Canadair?
Der A400M nimmt kein Wasser im Flug auf. Befüllt wird er an Bodenpumpen auf einem Flugplatz, dafür bringt er pro Anflug ein Vielfaches der üblichen Menge, statt im Minutentakt zwischen See und Feuer zu pendeln.
Beide Muster lösen deshalb verschiedene Aufgaben. Schöpfende Löschflugzeuge halten eine Flanke über Stunden klein, der A400M legt in einem einzigen Anflug einen breiten Riegel vor die Feuerfront. Diese Arbeitsteilung erklärt, warum Frankreich das System als Ergänzung anfordert und nicht als Ersatz.
„Der erfolgreiche Abschluss dieser Tests in Nîmes ist ein entscheidender Schritt für unser Ziel, ein ganzes Ökosystem an Löschfähigkeiten aufzubauen“, so Jo Müller von Airbus Defence and Space, dort zuständig für Nachhaltigkeit und Kommunikation. Spanien hat im Mai 2026 angekündigt, einen Teil der eigenen A400M-Flotte mit demselben System auszurüsten. Der Konzern arbeitet parallel an weiteren Luftfahrtprojekten, etwa an überlangen Faltflügeln für den A320-Nachfolger.
Nicht das Flugzeug ist die neue Fähigkeit, sondern die Palette darin. Europa kauft hier keine zusätzliche Flotte, sondern eine Option auf jede Maschine, die ohnehin schon am Boden steht.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet der Einsatz für Deutschland?
Die Bundeswehr hat am 27. Juli 2026 zwei Hubschrauber CH-53 samt Löschausrüstung nach Frankreich verlegt, transportiert von einer A400M. Diese Maschine fliegt Material, kein Löschmittel: Ein Löschsatz gehört nicht zur deutschen Ausstattung.
Ziel ist die Militärbasis Cazaux südwestlich von Bordeaux, befristet auf zunächst fünf Tage.[2] „Deutschland steht in dieser schwierigen Lage fest an der Seite unserer engen Freunde und Partner“, heißt es in der Mitteilung des Bundesverteidigungsministeriums. Eine Beschaffung des Löschsatzes für deutsche Maschinen ist laut übereinstimmenden Branchenberichten derzeit nicht geplant.
In der Gironde haben die Brände nach Angaben der Präfektur bis zum 27. Juli 2026 rund 42.000 Hektar erfasst, rund 220.000 Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen, rund 240 Häuser sind zerstört.
Für Entscheider steckt darin mehr als Nachbarschaftshilfe. Die Klimafolgen verteilen sich sehr ungleich auf die Branchen mit der höchsten Schadenlast, und nur ein Teil der Großstädte plant verbindlich klimaresilient bis 2035. Wie schnell Extremwetter Lieferketten trifft, hat zuletzt das Niedrigwasser im Rhein gezeigt.
Prüfen Sie den eigenen Notfallplan, wenn Standorte oder Lager in Waldnähe liegen: Zufahrten, Ausweichflächen und die Frage, wie lange der Betrieb ohne Strom und ohne Anlieferung durchhält. Für Kommunen lohnt der Blick auf Drohnenschwärme im Katastrophenschutz.
Quellen
[1] Airbus: „Airbus A400M Firefighting Kit completes a successful test campaign in France“, Mitteilung vom 26. Juni 2025
[2] Bundesministerium der Verteidigung: „Bundeswehr unterstützt bei Feuerlöscharbeiten in Frankreich“, Mitteilung vom 27. Juli 2026
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