Der AUTO1 Group Price Index ist im Juli 2026 auf 138,7 Punkte gefallen. Gebrauchte Elektroautos kosten im Großhandel dagegen deutlich mehr als vor einem Jahr. Fuhrparkleiter kalkulieren die Restwerte von Verbrenner und Stromer deshalb neu.

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Über sechs Millionen Großhandelstransaktionen stecken hinter dem Index, mit dem AUTO1 die Gebrauchtwagenpreise in Europa monatlich abbildet. Im Juli lag der Wert 2,3 % unter dem Vorjahresmonat.[1] Der EV-Index derselben Datenbasis stieg im Jahresvergleich dagegen um 13,5 %.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Index sank im Juli 2026 auf 138,7 Punkte, 2,3 % unter Juli 2025.
  • Gegenüber Januar 2026 hält der Index trotzdem ein Plus von 1,5 %.
  • Der EV-Index von AUTO1 erreichte im Juni 116,1 Punkte, ein Jahresplus von 13,5 % und ein Quartalsplus von 15,2 %.
  • Hinter der Knappheit steht das Ende des Umweltbonus 2023, dessen Zulassungsloch jetzt den Gebrauchtmarkt erreicht.

Wie stark sind die Preise im Juli gefallen?

Ein E-Auto-Ladekabel mit Preisschild und Schlüsselanhänger auf weißem Grund
Der Index fiel im Juli 2026 auf 138,7 Punkte, 1,3 % unter Juni und 2,3 % unter Vorjahr. Seit Januar 2026 liegt das Plus bei 1,5 %

Der Index notierte im Juli 2026 bei 138,7 Punkten, 1,3 % unter Juni und 2,3 % unter dem Vorjahresmonat. Seit Januar 2026 steht weiterhin ein Plus von 1,5 %.

Die Reihe startete im Januar 2015 bei 100 Punkten, Saisoneffekte rechnet AUTO1 über ein Zwölfmonatsmodell heraus. Hinter dem Monatsminus von 1,3 % steckt deshalb ein bereinigter Rückgang und keine Sommerdelle.

Bei den Verbrennern trifft dieser Rückgang auf einen Neuwagenmarkt mit hohen Rabatten. Volkswagens Gewinn sank im ersten Halbjahr, obwohl die Elektro-Nachfrage stieg.

Warum werden gebrauchte E-Autos teurer?

Junge gebrauchte Stromer sind knapp. Der EV-Index kletterte im Juni 2026 auf 116,1 Punkte, 15,2 % über dem Vorquartal und 13,5 % über dem Vorjahr. Nach dem Zulassungseinbruch von 2024 fehlen 2026 die Leasingrückläufer.

Am 18. Dezember 2023 endete der Umweltbonus abrupt. Im Jahr darauf fielen die Neuzulassungen batterieelektrischer Pkw in Deutschland auf 380.609 Stück, rund 144.000 weniger als 2023; der Anteil an allen Neuwagen ging von 18,4 auf 13,5 % zurück.[2] Privatkunden bestellten 39 % weniger Stromer, während die gewerbliche Nachfrage stabil blieb.

Genau dieser Jahrgang läuft jetzt nach drei Jahren aus den Leasingverträgen und fehlt im Großhandel. Auf der Nachfrageseite kommt der Kraftstoffpreis hinzu.[3]

„Unsere Daten zeigen ein wachsendes Käuferinteresse an batterieelektrischen Fahrzeugen, teilweise aufgrund gestiegener Kraftstoffpreise. Im zweiten Quartal hat sich das direkt in einer stärkeren Großhandelsnachfrage und höheren Preisen für gebrauchte Elektroautos in ganz Europa niedergeschlagen“, sagt Moritz Lück, SVP Sales & Operations bei der AUTO1 Group.

Ob die Preise weiter steigen, hängt am künftigen Angebot: VW hat für den ID. Polo in wenigen Wochen 70.000 Bestellungen gesammelt und dürfte den Gebrauchtmarkt in drei Jahren entsprechend auffüllen.

Gesamtmarkt abwärts, gebrauchte Stromer aufwärts
AUTO1 Group Price Index, Datenstand Juli 2026, Basis über 6 Millionen Großhandelstransaktionen in Europa
138,7
Indexpunkte im Juli 2026
Startwert der Reihe: 100 Punkte im Januar 2015.
-2,3 %
gegenüber Juli 2025
Zum Vormonat Juni beträgt das Minus 1,3 %.
116,1
Punkte im EV-Index von AUTO1
Stand Juni 2026, Startwert 100 Punkte im Januar 2019.
+13,5 %
Jahresplus bei gebrauchten Stromern
Zum Vorquartal legte der EV-Index 15,2 % zu.

Gesamtmarkt

Preise unter Vorjahresniveau.

Seit Januar 2026 hält der Index trotzdem ein Plus von 1,5 %. Saisoneffekte rechnet AUTO1 über ein Zwölfmonatsmodell heraus.

Gebrauchte Elektroautos

Preise auf Jahressicht deutlich höher.

Seit Jahresbeginn steht der EV-Index 18,5 % im Plus. Höhere Kraftstoffpreise verschieben die Nachfrage in Richtung Batterie.

Der Grund für die Knappheit liegt drei Jahre zurück: Nach dem Ende des Umweltbonus am 18. Dezember 2023 fielen die Neuzulassungen batterieelektrischer Pkw in Deutschland 2024 auf 380.609 Stück, ein Minus von 27,4 %. Dieser Jahrgang läuft 2026 aus den Leasingverträgen und liefert entsprechend wenige Rückläufer für den Gebrauchtmarkt.

Der gestrichene Umweltbonus verteuert heute genau die Fahrzeuge, die er 2023 als Neuwagen verbilligt hat. Fuhrparkleiter rechnen ihre Elektro-Restwerte deshalb besser mit den aktuellen AUTO1-Daten als mit den Tabellen von 2024.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was heißt das für Ihren Fuhrpark?

Setzen Sie die Restwerte auslaufender Elektro-Leasingverträge nach oben und die der Verbrenner nach unten. Solange der Zulassungsjahrgang 2024 fehlt, bleiben junge gebrauchte Stromer im Großhandel knapp.

Bei einer Kaufoption aus dem Jahr 2023 lohnt der Vergleich mit dem heutigen Marktwert, weil die Option häufig günstiger ausfällt als ein Ersatzkauf. Bei Verbrennern läuft die Rechnung umgekehrt, weil der Marktwert dem Index nach unten folgt. Wie weit die Spanne beim Elektroauto reicht, zeigt unsere Auswertung.

Neben dem Restwert bleibt der Ladepreis der zweite Hebel, denn die Tarife driften seit Monaten auseinander; den Überblick liefert unser Vergleich der Ladetarife 2026. Die Schwarz-Gruppe hat ihre E-Dienstwagen zuletzt gestrichen und zeigt, wie stark Restwert und Ladekosten Flottenentscheidungen prägen.

Prüfen Sie deshalb gerne bei jedem auslaufenden Elektro-Leasingvertrag zuerst die Kaufoption.

Quellen

[1] AUTO1 Group: „AUTO1 Group Price Index“, Ausgabe Juli 2026 (Berlin, 27. Juli 2026)

[2] Kraftfahrt-Bundesamt: „Fahrzeugzulassungen im Dezember 2024, Jahresbilanz“

[3] AUTO1 Group: „AUTO1 Group Price Index“, Ausgabe Juni 2026 mit Elektro-Teilindex (Berlin, 29. Juni 2026)

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