Hitze-Check 2026: Wo schützt die Stadt am wenigsten?

Markus Seyfferth
Autor Dr. Web
3 Min. Lesezeit
Hitze-Check 2026: Wo schützt die Stadt am wenigsten?

Die Deutsche Umwelthilfe hat 195 deutsche Städte auf ihren Hitzeschutz geprüft. Das Ergebnis fällt schlechter aus als im Vorjahr, und der Baumbestand schrumpft drastisch. Für Stadtplaner und kommunale Entscheider liefert der Check eine harte Datengrundlage.

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Drei Tage vor den ersten extremen Hitzetagen dieses Jahres legt die Deutsche Umwelthilfe ihren Hitze-Check 2026 vor, und die Zahlen zeigen einen klaren Rückschritt beim städtischen Hitzeschutz. Zwischen 2018 und 2025 sind aus 195 deutschen Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern über 900.000 Bäume verschwunden. Offenburg, Lahr und Mannheim bilden die Schlusslichter, am besten schneiden Kiel und Wuppertal ab.

Das Wichtigste in Kürze

  • Über 900.000 Bäume gingen zwischen 2018 und 2025 in den untersuchten Städten verloren.
  • Nur sieben Städte erreichen den Richtwert von 30 Prozent Baumbeschirmung, darunter Hamburg, Berlin und Potsdam.
  • Beim Versiegelungstrend bekam keine einzige der 195 Städte eine grüne Bewertung.
  • Die Zahl der grünen Karten beim Hitzebetroffenheitsindex sank von 28 auf 21.

Was misst der Hitze-Check?

Holzscheibe mit Thermometer, Kupferplakette „195 Städte“ und frischem Trieb
DUH erweitert Stadtbewertung um Baumüberschirmung, Versiegelungszuwachs und Hitzebetroffenheitsindex

Die DUH erweitert ihre Methodik in diesem Jahr deutlich. Erstmals fließen die Baumüberschirmung, also der Grad der Bodenbedeckung mit Vegetation über 2,5 Meter Höhe, sowie der prozentuale Zuwachs der Flächenversiegelung der vergangenen sieben Jahre in die Wertung ein. Dazu kommt der bereits 2025 eingeführte Hitzebetroffenheitsindex, der Versiegelung, Grünflächenvolumen, Oberflächentemperatur und Bevölkerungsdichte kombiniert. Annett Frick, Bereichsleitung Fernerkundung bei der LUP, erklärt die Datenbasis: „Dank hochaufgelöster Satellitendaten können wir den Baumbestand in Städten flächendeckend abschätzen.“

Hitze-Check 2026: Städte verlieren ihren Schatten
195 deutsche Städte über 50.000 Einwohner, ausgewertet von der Deutschen Umwelthilfe
900.000+ Bäume sind zwischen 2018 und 2025 aus den untersuchten Städten verschwunden
7 Städte erreichen den Richtwert von 30 % Baumbeschirmung
0 grüne Karten beim Versiegelungstrend
28 → 21 grüne Karten beim Hitzebetroffenheitsindex (Vorjahr → 2026)
Baumbeschirmung im Vergleich
Richtwert 30 %
Kiel (Spitze) stark
Offenburg 12,78 %

Offenburg liegt mit einem Beschirmungsgrad von 12,78 Prozent bundesweit am Ende der Tabelle.

Warum verschlechtert sich die Lage?

Miniaturfiguren neben schmelzendem Eis mit Waffel. Ein Mann hält Thermometer, „ZUR HEISS!“
Hitzebetroffenheit verschärft sich: Grüne Karten beim Hitzeindex von 28 auf 21 gesunken. Versiegelung nimmt überall zu, selbst Vorzeigestädte verlieren Grünflächen

Trotz fünf zusätzlich untersuchter Städte sank die Zahl der grünen Karten beim Hitzebetroffenheitsindex von 28 auf 21. Beim Versiegelungstrend verteilte die DUH keine einzige grüne Karte, weil in jeder Stadt neue Flächen versiegelt wurden. Selbst die Vorzeigestädte Kiel und Wuppertal haben heute mehr versiegelte Flächen als 2018. Offenburg liegt mit einem Beschirmungsgrad von 12,78 Prozent bundesweit am Ende.

Hitzeschutz entscheidet sich nicht im Hitzesommer, sondern bei jedem Bebauungsplan der vergangenen sieben Jahre. Diese Zahlen sind ein kommunaler Frühindikator, den Stadtplaner ernster nehmen sollten als jede Wetterprognose.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was sollten Kommunen jetzt tun?

Betonbank mit Thermometer,
DUH fordert Hitzeschutz-Masterplan: drei sichtbare Bäume vom Wohnort, 30 Prozent Baumbeschirmung, max. 300 Meter zu Grünflächen

Die DUH fordert von Bauministerin Verena Hubertz und Gesundheitsministerin Nina Warken einen Hitzeschutz-Masterplan mit verbindlichen Standards für Stadtgrün. Konkret nennt der Verband die 3-30-300-Regel: drei sichtbare Bäume vom Wohnort aus, 30 Prozent Baumbeschirmung im Umfeld und höchstens 300 Meter bis zur nächsten Grünfläche. Berlin hat diese Regel über einen Volksentscheid bereits gesetzlich verankert. Für Stadtplaner liefert der Check eine belastbare Datengrundlage, ähnlich wie der Fraunhofer-Hitzezwilling für Berliner Quartiere oder die Schwammstadt-Konzepte mehrerer deutscher Städte. Die vollständigen Ergebnisse und Forderungen der Deutschen Umwelthilfe stehen online bereit.

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Markus Seyfferth
Autor
ist seit 2019 geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Web. Er verantwortet die redaktionelle Ausrichtung des Dr. Web Magazins und bringt seine Expertise in den Bereichen Webdesign, Webentwicklung, WordPress, SEO sowie Online Marketing ein. Zudem verfasst er regelmäßig Fachartikel, um sein Wissen und seine Erfahrungen zu teilen und anderen im Online Marketing weiterzuhelfen.
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