DuckDuckGo hat am 1. Juni 2026 neue Browser-Erweiterungen für Chrome und Firefox veröffentlicht, mit denen sich die KI-freie Suche noai.duckduckgo.com als Standard-Suchmaschine festlegen lässt. Der Schritt fällt in eine Phase, in der der Traffic der Suchmaschine nach Googles KI-Umbau stark zulegt.
Nach der Installation landen Nutzer auf einer Suchseite ohne KI-Antworten, ohne Chat-Eingaben und mit weniger KI-Bildern in den Ergebnissen. TechCrunch berichtet, dass die Erweiterungen einen durchgängig KI-freien Sucheinstieg schaffen sollen, der nach Googles Neuausrichtung schwerer zu finden ist. Für Marketing- und SEO-Verantwortliche im DACH-Raum ist die Bewegung ein Signal, das über eine Nischenpräferenz hinausgeht.
Was leisten die neuen Erweiterungen?
Die Extensions für Chrome und Firefox setzen noai.duckduckgo.com als Standardsuche und halten diese Einstellung dauerhaft. Wer den DuckDuckGo-Browser nutzt, behält seine KI-Einstellungen ohnehin bei, selbst nach dem Löschen des Verlaufs. In Kürze will das Unternehmen zusätzlich seine bestehenden Privacy-Essentials-Erweiterungen für Chrome, Firefox, Edge und Opera um Steuerungen für die KI-Such-Einstellungen ergänzen. Damit wird die KI-freie Suche von einer versteckten Option zu einer dauerhaft einstellbaren Voreinstellung.
Wie stark wächst der Traffic wirklich?
Die Zahlen, die DuckDuckGo nennt, sind deutlich. Besuche auf der KI-freien Suchseite haben sich am Donnerstag, 28. Mai 2026, verdreifacht, dem bisherigen Höchststand seit Googles Such-Ankündigung. Der Zuwachs verteilt sich nicht auf einzelne Ausschläge, sondern liegt im Schnitt rund 84 Prozent über dem Ausgangswert, was auf eine anhaltende Verschiebung hindeutet.
Bereits in der Vorwoche lagen die US-App-Installationen 18,1 Prozent über dem Vorwochenwert, auf iOS mit einem Spitzenwert von 69,9 Prozent. Diese Entwicklung schließt direkt an den von Dr. Web dokumentierten Download-Sprung nach der Google I/O an.
Was bedeutet das für SEO und GEO?
Der eigentliche Auslöser sitzt bei Google. Auf der I/O 2026 hat der Konzern die größte Umstellung seiner Suche seit über 25 Jahren angekündigt: KI-Übersichten rücken nach oben, die klassischen zehn blauen Links nach unten. Ein wachsender Teil der Nutzer lehnt diese Voreinstellung ab und weicht auf Alternativen wie DuckDuckGo oder Kagi aus. Für die Sichtbarkeitsstrategie heißt das, sich nicht allein auf KI-Antworten auszurichten. Ein Teil der Zielgruppe sucht bewusst wieder nach klassischen Linklisten, gerade in Branchen mit hohem Vertrauens- und Datenschutzbedarf. Wer im DACH-Raum plant, sollte beide Welten bedienen: Präsenz in KI-Übersichten und gleichzeitig solide klassische Auffindbarkeit für die wachsende Gruppe der KI-Verweigerer.
Der Gegentrend ist die eigentliche Nachricht. Während alle über Optimierung für KI-Antworten reden, wächst still eine Nutzergruppe heran, die KI in der Suche aktiv abwählt. Wer diese Leute ignoriert, verschenkt einen Teil seiner Reichweite.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Bemerkenswert bleibt, dass DuckDuckGo kein KI-Gegner ist. Das Unternehmen betreibt mit Duck.ai weiterhin einen eigenen Chatbot mit Zugang zu Modellen von Anthropic, Meta, Mistral und OpenAI. Die Botschaft ist also nicht KI gegen keine KI, sondern Wahlfreiheit. Genau diese Wahlfreiheit macht DuckDuckGo gerade zum Profiteur einer Entscheidung, die Google seinen Nutzern abgenommen hat.
Ich bin der Herausgeber von Dr. Web. Um praxisfit zu bleiben, unterstütze ich darüber hinaus Kunden bei der digitalen Kundengewinnung und Kundenbindung. Erste eigene Gehversuche im Internet unternahm ich 1999 mit einem Kinomagazin. Nach 15 Jahren in Lohn und Brot, u.a. als Projektmanager für digitale Medien, machte ich mich schließlich Ende 2005 selbständig. Das war die beste berufliche Entscheidung meines Lebens.
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