Bose hat zum 6. Mai 2026 die Online-Funktionen seiner Soundtouch-Lautsprecher abgeschaltet. Streaming-Dienste wie Spotify Connect, Amazon Music, Deezer und Internetradio funktionieren auf den Geräten nicht mehr. Die Lautsprecher kosteten beim Marktstart zwischen 300 und 800 Euro. Tausende Geräte werden mit einem Schlag zu Bluetooth-Boxen degradiert.

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Wann haben Sie zuletzt einen Hardware-Hersteller dazu gezwungen, eine zugesicherte Funktion langfristig zu erhalten? Bose-Kunden mit Soundtouch-Geräten erleben gerade, was passiert, wenn der Hersteller die Cloud-Anbindung einstellt — egal, wie alt das Gerät ist.

Siehe: Bosman: So streamt Ihre Bose SoundTouch wieder

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Das Wichtigste in Kürze

  • Streaming-Funktionen aller Soundtouch-Lautsprecher seit 6. Mai 2026 abgeschaltet
  • Spotify Connect, Amazon Music, Deezer, Internetradio funktionieren nicht mehr
  • Bluetooth- und AUX-Eingänge bleiben weiter nutzbar
  • Erstes Modell kam 2013 auf den Markt, kostete bis zu 800 Euro

Was Bose-Kunden konkret verlieren

Ein oranges Retro-Radio vor weißem Hintergrund mit einem Schild, auf dem „offline“ steht
Boses Soundtouch-Speaker (2013-2019) verlieren am 6. Mai 2026 WLAN-Streaming und App-Steuerung. Nur Bluetooth, AUX und teilweise FM/AM-Radio bleiben funktionsfähig

Soundtouch war von 2013 bis 2019 Boses Smart-Speaker-Reihe. Die Geräte konnten via WLAN auf Streaming-Dienste zugreifen, Internet-Radiostationen abspielen und über die Soundtouch-App per Smartphone gesteuert werden. Diese Funktionen sind seit dem 6. Mai 2026 tot.

Was bleibt: Bluetooth-Verbindung, AUX-Eingang und bei einigen Modellen ein klassisches FM/AM-Radio. Bose schreibt in einer Erklärung: „Die Soundtouch-Plattform basiert auf einer Infrastruktur, die nicht mehr gewartet werden kann.“ Mehr Begründung gibt es nicht.

Welche Modelle betroffen sind

Ein Lautsprecher mit kaputtem Kabel, Warnhütchen und zwei Schildern „GESPERRT“/„STREAMING ENDE“
Bose stellt Streaming-Dienste für Soundtouch-Geräte und Lifestyle-Systeme ein. Betroffene Modelle verlieren Funktionen ab Mai 2026

Komplett betroffen sind Soundtouch 10, Soundtouch 20, Soundtouch 30, Soundtouch Portable, Soundtouch 300, Soundtouch SA-5 Amplifier sowie alle Wave Soundtouch-Modelle. Auch die Heimkino-Anlagen Lifestyle 600 und 650 sowie die Soundbar 300 verlieren ihre Streaming-Funktionen. Bose veröffentlichte eine Liste der ausgemusterten Geräte am 6. Mai 2026 im offiziellen Support-Bereich.

Eine Sammelklage in den USA wurde laut Reuters bereits im April 2026 angekündigt, eine zweite ist in Deutschland in Vorbereitung. Verbraucherzentralen verweisen auf das Bundesgerichtshof-Urteil VIII ZR 119/22 von 2024, das Software-Updates zur Hauptleistung von vernetzten Geräten erklärt hatte.

Wer 800 Euro für einen Lautsprecher zahlt, kauft kein Abonnement, sondern ein Produkt. Hersteller, die Cloud-Funktionen einseitig abschalten, sollten künftig zu Rückkaufprogrammen verpflichtet werden — andernfalls bleibt das Versprechen vernetzter Hardware ein Marketing-Gag.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was IT- und Beschaffungsverantwortliche daraus lernen sollten

Lautsprecher mit Warnschild, Kabel, Helm und Münze auf weißem Grund
Cloud-abhängige Hardware sollte vertraglich 7-10 Jahre Cloud-Support garantieren, mit Strafen bei vorzeitiger Abschaltung. Lokale Alternativen sind vorzuziehen

Drei Konsequenzen drängen sich auf. Erstens bei der Beschaffung von Cloud-abhängiger Hardware konkrete Mindestlaufzeiten der Cloud-Dienste vertraglich festschreiben. Wer Konferenzraum-Hardware, Smart-Lautsprecher oder IoT-Geräte einkauft, sollte 7-10 Jahre Cloud-Support einfordern, bevorzugt mit Pönalen bei vorzeitiger Abschaltung.

Zweitens lokale Alternativen bevorzugen. Geräte mit offenen Standards wie AirPlay 2, DLNA, Chromecast oder Sonos-eigenes Protokoll funktionieren auch ohne Cloud-Backend des Herstellers. Open-Source-Lösungen wie HomeAssistant oder Snapcast geben Betreibern echte Kontrolle. Drittens als Cluster-Brücke: Diese Cloud-Abhängigkeitsfalle ist konzeptionell verwandt mit dem heutigen Microsoft-365-Lock-in-Problem, das wir am Beispiel von Kärchers Microsoft-Ausstieg diskutiert haben.

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