48.400 Angriffe in Wochen: Eine Elementor-Lücke außer Kontrolle

Markus Seyfferth
Autor Dr. Web
3 Min. Lesezeit
48.400 Angriffe in Wochen: Eine Elementor-Lücke außer Kontrolle

King Addons for Elementor ist eines dieser Plugins, die viele Betreiber installieren und dann vergessen. Über 10.000 aktive Installationen, harmlose Layout-Helfer, kein produktkritischer Bestandteil. Bis vor wenigen Wochen. Eine als CVE-2025-8489 katalogisierte Lücke erlaubt das Hochladen beliebiger Dateien ohne Authentifizierung, und Wordfence hat seit Bekanntwerden mehr als 48.400 Angriffsversuche auf eben dieses Schlupfloch blockiert. Wer das Plugin im Einsatz hat und nicht auf Version 51.1.20 oder höher aktualisiert hat, läuft ohne Helm im Steinbruch.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • King Addons for Elementor: CVE-2025-8489, Arbitrary File Upload ohne Authentifizierung.
  • Wordfence hat bereits über 48.400 Angriffsversuche blockiert, der Angriff läuft aktiv.
  • Patch ist seit August 2025 verfügbar (Version 51.1.20), wird aber nicht flächendeckend eingespielt.
  • Erfolgreiche Ausnutzung führt zur vollständigen Site-Kompromittierung über Webshell-Upload.

Was macht diese Lücke so gefährlich?

Eine geöffnete orangefarbene Miniatur-Holztür mit einem Schild „kein Schlüssel nötig“ und CVE-Schild
Sicherheitslücke ermöglicht unbefugtes Hochladen einer PHP-Datei auf Server mittels einfacher HTTP-Anfrage ohne Authentifizierung

Ausnutzungsschwelle null. Die Schwachstelle erfordert keinerlei Anmeldung. Ein Angreifer braucht weder Benutzerkonto noch Cookie, kein Brute-Force, kein Phishing. Eine simple HTTP-Anfrage an einen ungeschützten Plugin-Endpoint genügt, um eine PHP-Datei auf den Server zu schreiben. Bei den meisten gehosteten Sites hat diese Datei dann sofort Ausführungsrechte.

Webshell als Ergebnis. Erfolgreiche Angreifer laden in der Regel eine PHP-Webshell hoch, die ihnen vollen Zugriff auf das Dateisystem gibt. Von dort werden Backdoors in das Theme installiert, Datenbankzugangsdaten aus der wp-config.php ausgelesen, weitere Plugin-Verzeichnisse infiziert und schließlich Spam-Inhalte oder Malware ausgespielt. Eine kompromittierte Site lässt sich in den meisten Fällen nicht sauber reparieren, sondern muss aus einem verifizierten Backup wiederhergestellt werden.

Massen-Scan-Muster. Wordfence-Telemetrie zeigt, dass die Angriffe nicht zielgerichtet sind, sondern als Massen-Scan über das öffentliche Internet laufen. Botnetze probieren systematisch jede WordPress-Site auf das verwundbare Plugin-Verzeichnis ab. Wer eine Site im Netz hat, wird angepingt — Frage ist nur, ob das Plugin antwortet.

Eine unauthentifizierte File-Upload-Lücke in einem Elementor-Addon ist die digitale Variante eines Hintereingangs mit Pfeil und Beschriftung. Wer den nicht zumacht, gehört nicht in den Betrieb einer Website.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Wie prüfen Sie Ihre Site jetzt?

Graue Steinmauer mit Loch, aus dem ein Krebs mit Flagge hervorschaut
King Addons for Elementor: Versionsnummer unter 51.1.20 sofort aktualisieren. In Server-Logs auf POST-Anfragen zu /wp-content/plugins/king-addons/ prüfen

Plugin-Version checken. Im wp-admin unter „Plugins“ das Eintrag „King Addons for Elementor“ suchen. Steht dort eine Versionsnummer unter 51.1.20, sofort aktualisieren. Sollte das Plugin nicht in der Liste auftauchen, sind Sie nicht betroffen.

Server-Logs prüfen. Suchen Sie in den Zugriffslogs nach Anfragen auf /wp-content/plugins/king-addons/ mit POST-Methode. Massen-Scans hinterlassen typischerweise Hunderte solcher Einträge innerhalb weniger Minuten.

Datei-System inspizieren. Falls verdächtige PHP-Dateien im Uploads-Verzeichnis auftauchen, ist die Site mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits kompromittiert. Eine saubere Reinigung erfordert dann Wiederherstellung aus einem Backup, das vor dem Angriffszeitpunkt liegt.

Was steckt strategisch dahinter?

Grüner Verkehrskegel mit gezeichneter Strichmännchen-Figur, die herunterfällt, und Text „oops!“
Elementor-Addons sind 2026 die häufigste Sicherheitslücke in WordPress-Sites wegen schwacher Code-Qualität und unsicherer Widget-Rendering

Elementor-Addons sind 2026 das beliebteste Einfallstor in WordPress-Sites geworden. Die Kombination aus weiter Verbreitung, oft schwacher Code-Qualität und der Möglichkeit, beliebige Widgets im Frontend zu rendern, macht sie zur idealen Angriffsfläche. Patchstack führt die Familie der Elementor-Erweiterungen seit Anfang 2026 als eigenen Top-Risiko-Cluster in den Quartalsberichten.

Für Betreiber heißt das: Wer Elementor produktiv nutzt, sollte die Liste der installierten Addons kennen. Jedes davon ist eine eigene Angriffsfläche, jedes davon braucht aktive Pflege. Im Zweifelsfall lieber ein Addon weglassen und das Layout per strikter Login-Hygiene abrunden.

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Markus Seyfferth
Autor
ist seit 2019 geschäftsführender Gesellschafter von Dr. Web. Er verantwortet die redaktionelle Ausrichtung des Dr. Web Magazins und bringt seine Expertise in den Bereichen Webdesign, Webentwicklung, WordPress, SEO sowie Online Marketing ein. Zudem verfasst er regelmäßig Fachartikel, um sein Wissen und seine Erfahrungen zu teilen und anderen im Online Marketing weiterzuhelfen.
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