Ubiquiti bringt ein lizenzfreies Enterprise-NAS auf Basis von ZFS und greift damit die etablierten Speicheranbieter frontal an. Das ENAS verzichtet auf wiederkehrende Softwarelizenzen und proprietäre Festplattenbindung, läuft auf einer ARM-Neoverse-Plattform und integriert sich direkt in die UniFi-Verwaltung. Für IT-Verantwortliche im Mittelstand verschiebt das die Kostenrechnung beim zentralen Datenspeicher spürbar.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenEnterprise-Storage galt lange als teuer, herstellergebunden und kompliziert zu verwalten. Genau diese drei Punkte greift Ubiquiti mit dem neuen Gerät an, das am 18. Juni 2026 vorgestellt wurde.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Ubiquiti ENAS setzt auf natives ZFS und verzichtet vollständig auf Softwarelizenzgebühren.
- Acht ARM-Neoverse-N2-Kerne, 64 GB ECC-Speicher und dualer NVMe-Cache liefern die Leistung.
- 16 Laufwerksschächte erlauben über ein Petabyte Rohkapazität, ohne Firmware-Sperre auf Laufwerksmodelle.
- Natives iSCSI bindet das Gerät als Block-Speicher an Proxmox-, VMware- und Hyper-V-Cluster an.
Was steckt technisch im ENAS?

Den Kern bildet die bewährte ZFS-Architektur, ergänzt um optionales M.2-NVMe-Caching als L2ARC. Acht Kerne der ARM-Neoverse-N2-Plattform übernehmen anspruchsvolle Lasten, 64 GB ECC-Speicher sichern die Datenintegrität. Für Ausfallsicherheit sorgen zwei 25-Gigabit-SFP28-Ports und redundante Netzteile.
Bei der Kapazität setzt Ubiquiti auf Offenheit. 16 Laufwerksschächte lassen sich auf mehr als ein Petabyte Rohspeicher ausbauen, und das Gerät akzeptiert beliebige Festplattenmodelle ohne Firmware-Beschränkung. Damit entfällt der Zwang, teure Laufwerke aus dem Ökosystem des Herstellers zu kaufen.
Warum ist das Lizenzmodell der eigentliche Angriff?

Die Hardware ist nur die halbe Geschichte. Das ENAS bindet sich direkt in die UniFi-Plattform ein und bündelt Dateien, Backups und gemeinsame Unternehmensdaten an einer zentralen Stelle, ohne wiederkehrende Lizenzkosten. Keine Lizenzgebühren, keine Freischaltung einzelner Funktionen gegen Aufpreis, so beschreibt der Hersteller den Ansatz.
Der Zugriff läuft rollenbasiert über bestehende Identity-Provider, mit Ordnerberechtigungen pro Rolle und nativem Zugang über die UniFi-Endpunkte auf Desktop und Mobilgerät. Eine standortübergreifende Backup-Orchestrierung über UniFi Fabrics hat Ubiquiti angekündigt, inklusive Sicherung von Microsoft-365-Daten in das Nutzerlaufwerk.
Wer Speicher pro Terabyte und pro Jahr lizenziert, zahlt am Ende für Luft. Ein lizenzfreies NAS mit offenem ZFS trifft die Anbieter dort, wo es weh tut, bei den laufenden Kosten.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet das für DACH-Unternehmen?

Für Betriebe mit eigener Virtualisierung wird das ENAS durch das native iSCSI interessant, weil es als geteilter Block-Speicher für mehrere Compute-Server dient und Live-Migration unterstützt. Wer heute Lizenzkosten für Storage-Software trägt, sollte den Posten gegen ein lizenzfreies Modell rechnen.
Prüfen Sie vor einer Anschaffung, ob Ihre vorhandene Identity-Infrastruktur und Ihre Virtualisierungsumgebung zum UniFi-Ansatz passen, und kalkulieren Sie die Gesamtkosten über mehrere Jahre statt nur den Anschaffungspreis. Wo Daten physisch liegen, ordnet unser Überblick zu den Hosting-Optionen im DACH-Raum ein.
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