Bosman holt Ihre verstummte Bose SoundTouch zurück ins Netzwerk. Seit dem 6. Mai 2026 fehlen Internetradio, Presets und App-Steuerung. Eine deutsche App legt den Schalter wieder um, ganz ohne eigenen Server.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenBosman heißt die Antwort auf ein Ärgernis, das Tausende Bose-Besitzer seit Mai 2026 kennen: Der teure SoundTouch-Lautsprecher spielt kein Internetradio mehr, die Presets sind leer, die alte App zeigt nur Fehlermeldungen. Wie aus dem stummen Gerät wieder ein vollwertiger Streaming-Lautsprecher wird, zeigen wir Ihnen jetzt.
Das Wichtigste in Kürze
- Bosman von der Kambrium Software GmbH ersetzt die abgeschalteten Cloud-Funktionen der Bose SoundTouch.
- Internetradio, Presets, Multiroom-Zonen und der Stereo-Modus für zwei SoundTouch 10 laufen wieder.
- Die Einrichtung dauert rund fünf Minuten, einen eigenen Server brauchen Sie nicht.
- Nach 30 Tagen Probezeit kostet Bosman rund 1,99 Euro pro Monat oder 19,99 Euro pro Jahr (Stand Mai 2026, regional variabel).
Warum ist Ihre Bose SoundTouch seit Mai 2026 fast tot?
Am 6. Mai 2026 hat Bose die Cloud-Dienste der SoundTouch-Reihe abgeschaltet. Internetradio, Presets und die Steuerung über die Original-App arbeiten seitdem nicht mehr. Übrig bleiben Bluetooth und der AUX-Eingang. Tausende Geräte sind über Nacht zur simplen Bluetooth-Box geworden.
Bose hat die SoundTouch-Serie von 2013 bis 2019 als vernetzte Lautsprecherfamilie verkauft. Je nach Modell haben die Geräte zwischen 300 und 800 Euro gekostet. Wer Premium-Preise verlangt, schuldet seinen Kunden mehr als einen stillen Schalter im Hintergrund. Premium-Versprechen klingt anders.
Bose nennt zwei Gründe: eine veraltete Cloud-Infrastruktur aus dem Jahr 2013 und keine wirtschaftliche Basis für deren Modernisierung. In den USA hat laut Reuters bereits im April 2026 eine Kanzlei eine Sammelklage eingereicht. Für Deutschland fällt die Bilanz nüchterner aus, wie unsere Einordnung der Rechtslage zeigt.
Die Verbrauchernorm § 475b BGB regelt seit dem 1. Januar 2022 die Aktualisierungspflicht für vernetzte Geräte. Alle SoundTouch-Lautsprecher sind vor diesem Stichtag auf den Markt gekommen. Damit greift die Norm für Bestandsgeräte nicht, eine individuelle Klage hätte kaum Aussicht auf Erfolg. Den ganzen Vorgang haben wir bei der Abschaltung und im Bose-Geschäftsmodell dokumentiert.
Die Rettung kommt von einem deutschen Anbieter. Bosman der Kambrium Software GmbH verwandelt den stummen Lautsprecher wieder in ein Streaming-Gerät. Die Steuerbefehle laufen danach lokal im eigenen WLAN, statt über die abgeschaltete Bose-Cloud.
Was holt Bosman zurück?
Bosman steuert alle SoundTouch-Geräte lokal im WLAN. Möglich macht das die offizielle Soundtouch-Web-API, die Bose Anfang 2026 als Reaktion auf den Shitstorm dokumentiert hat. Die App findet Ihre Lautsprecher automatisch per SSDP, bei eigenwilligen Netzwerken tragen Sie die IP-Adresse von Hand ein.
Im Zentrum steht das Internetradio. Über den Radio-Browser-Dienst erreichen Sie Tausende Sender, die Bosman direkt auf dem Lautsprecher abspielt. Sechs Presets pro Gerät belegen Sie frei, zusätzliche Shortcut-Buttons sitzen gleich daneben.
Ihre DLNA-Medienserver durchsucht die App ebenfalls und spielt Inhalte direkt ab. Recents und Presets merkt sich Bosman pro Gerät, sodass jeder Lautsprecher seinen eigenen Schnellzugriff behält. Ihre konfigurierten Quellen hängen am Account und stehen auf allen Geräten bereit.
Das klingt nach Bastlerprojekt. Wir haben die Funktionsliste durchgespielt und solide Technik gefunden, keinen Notnagel.
Unterstützt sind alle Modelle der Reihe, vom SoundTouch 10 über 20 und 30 bis zur Portable-Serie und dem SA-5 Verstärker. Keine Telemetrie verlässt dabei Ihr Netzwerk: Die Nutzungsdaten der Geräte ignoriert der Bosman-Server und speichert sie nicht.
Wie richten Sie Bosman in fünf Minuten ein?
Den Anfang macht der Download. Bosman liegt im Apple App Store und bei Google Play unter dem Namen Bosman SoundTouch Remote. Nach dem ersten Start sucht die App automatisch nach allen SoundTouch-Geräten im Netzwerk.
Noch hängt Ihr Lautsprecher an der alten Bose-Cloud. Bosman zeigt solche Geräte mit einem orangefarbenen Banner „Migration erforderlich“. Ein Tipp darauf startet den Vorgang, nach ein bis zwei Minuten und einem Neustart läuft der Lautsprecher über den Bosman-Server.
Die Migration bleibt jederzeit umkehrbar. Ein Werksreset setzt den Lautsprecher auf den Originalzustand zurück, beim SoundTouch 10, 20 und 30 über Taste 1 und Lautstärke-Minus für rund zehn Sekunden. Volle Kontrolle bleibt bei Ihnen.
Findet der Lautsprecher Ihr WLAN nicht, liegt das fast immer an der Verschlüsselung. Bose SoundTouch unterstützt nur WPA2, kein WPA3. Schalten Sie PMF nach Möglichkeit aus und erlauben Sie die Kommunikation zwischen WLAN-Geräten. Bei einer FRITZ!Box sitzt der passende Haken unter WLAN, Sicherheit, weitere Sicherheitseinstellungen.
Was kostet Bosman, und was bekommen Sie dafür?
Die ersten 30 Tage testen Sie Bosman kostenlos. Danach gelten die Preise aus dem jeweiligen Store, in Deutschland rund 1,99 Euro pro Monat oder 19,99 Euro pro Jahr (Stand Mai 2026, regional variabel). Im Apple App Store sind Steuern meist enthalten, bei Google Play kommen sie je nach Land obendrauf.
Ein Rechenbeispiel: Angenommen, Sie betreiben drei SoundTouch im Haus. Ein Neukauf gleichwertiger Multiroom-Lautsprecher käme leicht auf mehrere hundert Euro. Gegen knapp 20 Euro im Jahr wirkt diese Rechnung eindeutig.
„Bosman macht in fünf Minuten das, woran Bose den eigenen Anspruch hätte messen müssen: die offene API tatsächlich nutzen. Ein deutscher Drittanbieter schließt die Lücke, die der Hersteller selbst aufgerissen hat.“
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Wie sichern Sie Internetradio, Favoriten und Multiroom?
Ihre Lieblingssender speichert Bosman als Favoriten-Suchen. Eine solche Suche merkt sich den Suchbegriff, den Radio-Dienst und Filter wie Land und Sprache, etwa „Jazz“ oder „Nachrichten DE“. Auf der Startseite erscheint jeder Favorit als eigener Bereich, den Sie per Tipp aktualisieren.
Bosman aktualisiert die Senderlisten bewusst nicht von selbst. Wann die App frische Sender lädt, entscheiden Sie selbst und behalten die Kontrolle über Ihre Listen.
Für den Raumklang gruppieren Sie mehrere Lautsprecher zu Zonen, ein Master steuert die zugeordneten Geräte. Der Stereo-Modus macht aus zwei SoundTouch 10 ein linkes und rechtes Paar. Seit Version 1.7.0 teilen iOS-Familien einen gemeinsamen Bosman-Account über die Familienfreigabe.
Wo stößt Bosman heute noch an Grenzen?
Ganz fertig ist Bosman noch nicht. Spotify und der Radiodienst TuneIn sind technisch bereits implementiert, scheitern aktuell aber an den Lizenzen der Anbieter. Nach Angaben von Bosman verweisen mehrere Dienste auf zu geringe Nutzerzahlen und vergeben vorerst keine passende Lizenz.
Auf der Roadmap stehen weitere Punkte. In Entwicklung ist ein plattformübergreifendes Family-Sharing für Android und iOS. Geplant ist außerdem eine eingeschränkte Offline-Version, die dann ohne Presets, Stereo-Modus und alle serverabhängigen Funktionen auskommt.
Nachfragen hilft. Äußern Sie Ihren Wunsch nach Spotify, Deezer oder Amazon Music ruhig in den Foren der jeweiligen Anbieter. Der Dienst, der als erster den Zugriff freigibt, wird zuerst fertig umgesetzt.
Für wen lohnt sich Bosman?
Am meisten profitieren Besitzer mehrerer SoundTouch-Lautsprecher. Multiroom, Presets und Internetradio kehren komplett zurück, der Stereo-Modus macht aus zwei SoundTouch 10 ein Paar. Fünf Minuten Einrichtung stehen gegen einen teuren Neukauf.
Auch für die Schublade lohnt der Blick. Ein totgeglaubter 800-Euro-Lautsprecher spielt mit Bosman wieder Musik, statt als Briefbeschwerer zu enden. Probieren Sie Bosman 30 Tage kostenlos und entscheiden Sie danach.
FAQ Bosman
Was ist Bosman?
Bosman ist eine App der deutschen Kambrium Software GmbH, die die abgeschalteten Cloud-Funktionen der Bose SoundTouch ersetzt. Internetradio, Presets, Multiroom-Zonen und der Stereo-Modus laufen damit wieder, lokal im eigenen WLAN über die offizielle Soundtouch-Web-API.
Welche Bose-Geräte unterstützt Bosman?
Bosman unterstützt alle Bose SoundTouch Lautsprecher, darunter SoundTouch 10, 20 und 30, die Portable-Serie und den SA-5 Verstärker. Der Stereo-Modus ist aktuell für zwei gekoppelte SoundTouch 10 ausgelegt.
Was kostet Bosman?
Die ersten 30 Tage sind kostenlos, danach kostet Bosman in Deutschland rund 1,99 Euro pro Monat oder 19,99 Euro pro Jahr. Die Preise stammen aus dem jeweiligen Store und variieren je nach Land, Währung und Steuer (Stand Mai 2026).
Funktioniert Bosman ohne Internet?
Nein, ganz ohne Internet funktioniert Bosman nicht. Die Steuerbefehle laufen zwar lokal im WLAN, App und Lautsprecher brauchen für den Betrieb aber eine Internetverbindung.
Kann ich Spotify mit Bosman nutzen?
Spotify und TuneIn sind technisch bereits fertig implementiert, scheitern aktuell aber an den fehlenden Lizenzen der Anbieter. Nach Angaben von Bosman verweisen mehrere Dienste auf zu geringe Nutzerzahlen. Bis zur Freigabe erreichen Sie Spotify, Amazon Music und Deezer weiterhin über Spotify Connect, AirPlay oder Bluetooth.
Ist die Migration zu Bosman umkehrbar?
Ja, die Migration lässt sich jederzeit rückgängig machen. Ein Werksreset setzt den Lautsprecher auf den Originalzustand zurück, anschließend funktioniert wieder die ursprüngliche Bose-Konfiguration.