Ein Suchmaschinen-Vergleich beginnt fast immer mit Google und endet fast immer bei Google. Diese Übersicht bricht damit, denn zum ersten Mal seit zehn Jahren bröckelt der Anteil des Marktführers messbar. Wir stellen 32 lebende Anbieter gegeneinander und besuchen zwölf Gräber, in denen teure Träume liegen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenEin Suchmaschinen-Vergleich dreht sich heute um mehr als die Trefferliste. Hinter jedem Suchschlitz steckt ein Geschäftsmodell, eine Datenpolitik und oft ein fremder Index, den kaum jemand sieht. Dieser Suchmaschinen-Vergleich zeigt, wer eigene Technik betreibt, wer nur Google oder Bing weiterreicht und welche Namen längst Geschichte sind.
Das Wichtigste in Kürze
- Google hält global rund 90 Prozent, in Deutschland nur rund 80 Prozent. Den deutschen Rest hat vor allem Bing aufgerollt, befeuert durch Copilot in Edge und Microsoft 365.
- Die wichtigste Trennlinie verläuft nicht zwischen Datenschutz und Werbung, sondern zwischen eigenem Index und fremdem Backend. Nur eine Handvoll Anbieter crawlt das Web selbst.
- Viele bekannte „Alternativen“ liefern im Kern Bing- oder Google-Ergebnisse, etwa DuckDuckGo, Startpage und Ecosia.
- Der Friedhof erzählt die ehrlichste Geschichte des Marktes. Von AltaVista bis Neeva sind fast alle am selben Problem gescheitert, der Frage, wie man mit einer Frage Geld verdient.
Such, Hasso, such…
1Welchen Anteil hält Google am weltweiten Suchmarkt?Aufklappen ↓
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2Wie hoch ist Googles Anteil speziell in Deutschland?Aufklappen ↓
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3Welche Suchmaschine hat ihren deutschen Anteil dank Copilot fast verdoppelt?Aufklappen ↓
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4Was ist die wichtigste technische Trennlinie zwischen den Anbietern?Aufklappen ↓
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5Welcher Dienst liefert anonymisierte Google-Treffer ohne eigenen Index?Aufklappen ↓
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6Welche Suchmaschine hat 2023 ihre Verbrauchersuche abgeschaltet?Aufklappen ↓
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7Wer hat das Neeva-Team kurz vor der Abschaltung übernommen?Aufklappen ↓
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8Welcher Neuzugang von 2021 betreibt einen eigenen Index?Aufklappen ↓
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9Woran ist Cuil zwischen 2008 und 2010 gescheitert?Aufklappen ↓
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10Welche ist die letzte native EU-Suchmaschine mit zweistelligem Heimatanteil?Aufklappen ↓
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Wie misst ein Suchmaschinen-Vergleich den Markt überhaupt?

Marktanteile bei Suchmaschinen klingen nach einer harten Zahl, beruhen aber auf einer Schätzung. Der meistzitierte Anbieter solcher Daten heißt StatCounter und zählt anonymisierte Seitenaufrufe über einen Zähl-Code auf Millionen Websites. Diese Methode hat bekannte Schwächen, weil kleine Webseiten westliche Märkte überrepräsentieren und mobile Aufrufe stark gewichtet werden. Für einen seriösen Vergleich reicht eine einzige Quelle deshalb nicht.
Noch wichtiger als der nackte Anteil ist die Frage nach der Technik dahinter. Eine Suchmaschine kann das Web mit einem eigenen Crawler durchsuchen, oder fertige Ergebnisse eines Fremdanbieters weiterreichen. Genau diese Unterscheidung blenden die meisten Listen aus, und genau deshalb wirken dort dreißig Anbieter wie dreißig echte Wettbewerber. Tatsächlich betreiben weltweit nur wenige einen eigenen großen Index, darunter Google, Microsoft mit Bing, Yandex, Baidu, Brave und das britische Mojeek.
Haben Sie sich schon gefragt, warum fast jede „unabhängige“ Suchmaschine am Ende dieselben zwei Indizes anzapft? Die Antwort liegt im Geld. Ein eigener Web-Index kostet einen dreistelligen Millionenbetrag pro Jahr, also kaufen die meisten Herausforderer die Ergebnisse bei Microsoft ein und legen einen Datenschutz-Mantel darum. Diese sechs Kriterien strukturieren den Vergleich: Marktanteil, Indexbasis, Geschäftsmodell, Datenschutz, KI-Integration und Kosten.
Wie verteilt sich der Markt global und in Deutschland?
Die Spitze ist schnell erzählt, der Rest umso spannender. Laut StatCounter hält Google im Frühjahr 2026 global rund 90 Prozent aller Suchanfragen, Bing folgt mit gut fünf Prozent, danach kommen Yandex, Yahoo und DuckDuckGo mit jeweils unter zwei Prozent. So weit, so monoton.
Bing hat seinen Anteil in Deutschland zuletzt von rund fünf auf knapp zehn Prozent verdoppelt, getrieben von Copilot in Edge und Microsoft 365. Damit ist Deutschland der am stärksten diversifizierte große Suchmarkt Westeuropas.
Nehmen Sie selbst die Fährte auf.
| Suchmaschine | Anteil global | Anteil Deutschland |
|---|---|---|
| rund 90,0 % | rund 80,1 % | |
| Bing | rund 5,1 % | rund 10,0 % |
| Yandex | rund 1,8 % | rund 2,9 % |
| Yahoo | rund 1,5 % | rund 2,8 % |
| DuckDuckGo | rund 0,9 % | rund 2,0 % |
| Ecosia | unter 1 % | rund 1,7 % |
Die zweite Spalte trägt die eigentliche Nachricht. Deutschland hat sich 2026 zum am stärksten diversifizierten großen Suchmarkt Westeuropas entwickelt. Google steht hierzulande nur noch bei rund 80 Prozent, Bing ist von etwa fünf auf knapp zehn Prozent gesprungen. Den Sprung verdankt Microsoft nicht plötzlicher Beliebtheit, sondern der tiefen Verzahnung von Copilot mit Edge und Microsoft 365 im Büroalltag.
An dieser Stelle weichen wir bewusst von der üblichen Erzählung ab. Viele Berichte feiern den schrumpfenden Google-Anteil als Aufbruch der Datenschutz-Davids. Die Zahlen sehen das anders, denn der Zuwachs landet fast vollständig bei Bing, nicht bei DuckDuckGo oder Ecosia. Global betrachtet ist die Bewegung ohnehin zäh. Googles Anteil ist von 92,58 Prozent im Jahr 2022 auf rund 90 Prozent gefallen, ein Rückgang von gut zwei Punkten in vier Jahren. Von einer Erosion lässt sich noch nicht sprechen, eher von einem ersten Riss im Beton.
Die Platzhirsche, was steckt hinter den großen Vier?

Google hat 1998 als Forschungsprojekt von Larry Page und Sergey Brin begonnen und den Markt seither geprägt wie kein zweiter Anbieter. Der Index ist der größte der Welt, das Geschäftsmodell ist Werbung, fast der gesamte Konzernumsatz von Alphabet hängt daran. Bei Google bezahlen Nutzer mit Aufmerksamkeit und Daten. Seit der Einführung der KI-Übersichten beantwortet Google viele Fragen direkt auf der Ergebnisseite, was Verlagen und Shops Klicks kostet. Für die meisten Nutzer bleibt Google die Standardwahl, schon weil Android und der Apple-Vertrag die Voreinstellung sichern.
Bing
Bing ist 2009 aus den Microsoft-Vorläufern Live Search und MSN Search hervorgegangen und gilt zu Unrecht als ewiger Zweiter zum Belächeln. Microsoft betreibt einen eigenen großen Index, der nicht nur Bing speist, sondern auch Yahoo, DuckDuckGo, Ecosia und viele weitere Dienste. Genau deshalb ist Bings wahre Reichweite größer als der sichtbare Anteil. Auf dem Desktop liegt Bing weltweit bei rund zehn Prozent, getrieben von Windows, Edge und der Copilot-Integration. Für Unternehmen im Microsoft-Kosmos ist Bing die naheliegende Suche.
Yahoo
Yahoo war in den späten Neunzigern das Tor zum Web und hat den Übergang zur Algorithmus-Suche verschlafen. Heute betreibt der Anbieter keinen eigenen Index mehr, sondern bezieht die Ergebnisse seit dem Microsoft-Deal von 2009 im Kern von Bing. Yahoo lebt als Portal mit Mail, Finanzen und Nachrichten weiter und hat zuletzt mit der KI-Funktion Yahoo Scout nachgerüstet. In Deutschland kommt Yahoo noch auf knapp drei Prozent, mehr aus Gewohnheit als aus Überzeugung.
Ask
Ask hat 1996 als AskJeeves mit einer charmanten Idee begonnen, der Suche per natürlicher Frage und einem freundlichen Butler als Maskottchen. Den Wettlauf um die Indexqualität hat Ask früh verloren und den eigenen Crawler längst aufgegeben. Was als Pionier der Frage-Antwort-Suche gestartet ist, dient heute vor allem als werbefinanzierte Content- und Frageseite ohne nennenswerten Suchmarktanteil. Ask steht damit beispielhaft für einen Anbieter, der formal lebt, faktisch aber nur noch eine Marke verwaltet.
Datenschutz-Suchmaschinen, wer schützt wirklich?

DuckDuckGo
DuckDuckGo, 2008 von Gabriel Weinberg gegründet, ist die bekannteste Datenschutz-Suchmaschine und verspricht, weder IP-Adressen noch Suchverlauf zu speichern. Die Ergebnisse stammen überwiegend von Bing, ergänzt um einen eigenen Crawler und über vierhundert weitere Quellen. Finanziert wird der Dienst über kontextbezogene Werbung ohne Profilbildung, also Anzeigen passend zum Suchwort statt zur Person. Mit Duck.ai hat das Unternehmen eine datensparsame KI-Antwort nachgelegt. Über hundert Millionen Suchen am Tag zeigen, dass Datenschutz inzwischen ein eigenes Marktsegment trägt.
Startpage
Startpage stammt aus den Niederlanden und verkauft ein simples Versprechen: die volle Google-Qualität, aber anonym. Der Anbieter ruft Google-Ergebnisse ab und entfernt jeden Bezug zur Person, ein eigener Index existiert nicht. Seit der Beteiligung der US-Werbefirma System1 im Jahr 2019 begleitet eine Datenschutzdebatte das Unternehmen, dem die Holländer mit Transparenzberichten begegnen. Praktisch bleibt Startpage die beste Wahl für alle, die Googles Trefferqualität ohne dessen Datensammlung wollen.
Brave Search
Brave Search ist 2021 aus den Machern des gleichnamigen Browsers entstanden und gehört zu den wenigen echten Neuzugängen mit eigenem Index. Die Technik geht auf den Kauf der Suchmaschine Cliqz und deren Tailcat-Projekt zurück, womit sich Brave unabhängig von Google und Bing gemacht hat. Finanziert wird über Werbung, eine Premium-Stufe schaltet Anzeigen ab. Die eingebaute KI-Antwort liefert Zusammenfassungen direkt über der Trefferliste. Brave beweist, dass ein unabhängiger Index 2026 noch möglich ist, auch wenn der Marktanteil klein bleibt.
Qwant
Qwant aus Frankreich, gegründet 2013, wirbt mit europäischem Datenschutz und verzichtet auf personalisierte Profile. Lange hat Qwant Bing-Ergebnisse mit einem eigenen Teilindex gemischt. 2024 haben sich Qwant und Ecosia zur European Search Perspective zusammengetan, um einen gemeinsamen europäischen Index aufzubauen. Diese Allianz ist der ehrlichste Versuch auf dem Kontinent, die Abhängigkeit von amerikanischer Suchtechnik zu verringern. Ob das Vorhaben trägt, entscheidet sich an der Indexqualität, nicht an der politischen Absicht.
Ecosia
Ecosia aus Berlin, 2009 gestartet, kombiniert Suche mit Umweltschutz und steckt einen Großteil der Werbeeinnahmen in Aufforstung. Die Treffer liefert bislang vor allem Bing, über das Projekt mit Qwant entsteht zunehmend eigene Technik. Ecosia ist als gemeinwohlorientiertes Unternehmen organisiert und verarbeitet nach eigenen Angaben rund zwanzig Millionen Suchen am Tag, besonders in Deutschland und den Niederlanden. Für ökologisch bewusstes Suchen bietet Ecosia das glaubwürdigste Modell, hängt in der Suchqualität aber an Microsofts Index.
MetaGer
MetaGer ist 1996 entstanden und wird vom gemeinnützigen Verein SUMA-EV in Deutschland getragen. Als Metasuchmaschine fragt MetaGer mehrere Quellen gleichzeitig ab, entfernt Dubletten und sortiert die Treffer in ein eigenes Ranking. Finanziert wird über Mitglieder und Spenden, der Quellcode ist offengelegt. MetaGer richtet sich an Menschen, denen Anonymität und Vereinsstruktur wichtiger sind als die letzte Politur der Oberfläche. Eine akademische Studie hat zuletzt gezeigt, dass MetaGer stark mit Bing überlappt, was die Grenzen der Metasuche markiert.
Swisscows
Swisscows aus der Schweiz, seit 2014 am Markt, setzt auf Datenschutz und Familienfreundlichkeit und filtert pornografische sowie gewaltverherrlichende Inhalte konsequent heraus. Die Ergebnisse kommen von Bing, ergänzt um eine semantische Sortierung. Der Serverstandort Schweiz unterliegt strengen Datenschutzregeln, was den Dienst für Schulen, Familien und Bildungseinrichtungen interessant macht. Swisscows verkauft also weniger eine bessere Suche als eine sichere Umgebung, und genau darin liegt seine Nische.
Mojeek
Mojeek aus Großbritannien betreibt seit Mitte der 2000er einen der wenigen wirklich eigenen Indizes abseits der Großkonzerne. Der Crawler ist klein, die Trefferzahl bescheiden, doch jede Anfrage läuft ohne Tracking und ohne Fremdbezug. Mojeek ist damit eine politische Wette so gut wie ein Werkzeug, denn der Anbieter beweist, dass Suche ohne Datensammlung technisch geht. Für die tägliche Recherche reicht der Index oft nicht, als unabhängiger Gegenentwurf hat Mojeek aber seinen festen Platz.
Kagi
Kagi, seit 2023 öffentlich verfügbar, dreht das Geschäftsmodell um und verlangt Geld statt Aufmerksamkeit. Gegen ein Abo liefert der amerikanische Anbieter werbefreie Treffer aus eigenen und fremden Indizes, ohne jede Anzeige und ohne Profilbildung. Gegen die monatliche Gebühr entfällt die Werbelogik, und Nutzer dürfen Quellen sogar selbst hoch- oder herabstufen. Kagi ist der spannendste Beleg dafür, dass eine bezahlte Suche eine echte Marktlücke füllt, auch wenn die Zahlungsbereitschaft die natürliche Obergrenze bleibt.
SearXNG
SearXNG ist keine Firma, sondern ein quelloffenes Metasuch-Projekt, das jeder selbst betreiben kann. Die Software bündelt Ergebnisse vieler Suchmaschinen, speichert nichts und zeigt keine Werbung. Mit einer eigenen Instanz bleibt man von keinem Anbieter abhängig und wählt die Quellen frei. SearXNG richtet sich klar an technisch versierte Nutzer und an Datenschützer, die der Verarbeitung durch Dritte grundsätzlich misstrauen. Für die breite Masse ist die Einrichtung zu sperrig, im richtigen Umfeld aber unschlagbar transparent.
Marginalia
Marginalia, ab 2021 von einem schwedischen Einzelentwickler gebaut, betreibt einen eigenen Index mit einer ungewöhnlichen Mission. Statt der populärsten Treffer zeigt Marginalia bewusst das kleine, textlastige, werbearme Web abseits der großen Plattformen. Die Treffer führen auf Bastlerseiten, Foren und alte Fachtexte, nicht auf die ewig gleichen Ratgeberportale. Marginalia ist kein Google-Ersatz, sondern ein Korrektiv gegen die Gleichförmigkeit kommerzieller Suche, und als solches ein kleines Wunder.
Yep
Yep ist 2022 vom SEO-Werkzeugbauer Ahrefs gestartet und bringt einen eigenen Crawler mit, der nebenbei die riesige Linkdatenbank des Mutterhauses füttert. Ahrefs hat ein Beteiligungsmodell angekündigt, das einen Großteil der Werbeeinnahmen an die Urheber der Inhalte ausschütten soll. Diese Idee zielt direkt auf den wundesten Punkt der Suche, die Frage, wer am Inhalt verdient. Ob Yep über den Status des ambitionierten Nebenprojekts hinauswächst, bleibt offen, der eigene Index ist aber bereits jetzt bemerkenswert.
KI-Antwortmaschinen, das Ende der blauen Links?

Perplexity
Perplexity, 2022 in den USA gegründet, hat die Antwortmaschine populär gemacht und liefert auf jede Frage eine zusammenhängende Antwort mit Quellenangaben statt einer Linkliste. Technisch mischt Perplexity eigene und fremde Indizes mit großen Sprachmodellen. Finanziert wird über ein Pro-Abo, zuletzt sind erste Werbeformen dazugekommen. Nach Angaben des Unternehmens verarbeitet Perplexity über zweihundert Millionen Anfragen im Monat. Suchmaschinen wie Perplexity messen klassische Zähldienste kaum, weshalb ihr realer Einfluss größer ist, als jede Marktanteilstabelle zeigt.
Der größte Etikettenschwindel im Suchmarkt heißt Alternative. Bei DuckDuckGo, Startpage oder Ecosia liefern in den meisten Fällen Bing oder Google die Treffer, nur ohne das Tracking.“
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
You.com
You.com, 2021 gestartet, hat früh auf KI gesetzt und kombiniert klassische Treffer mit Chat, Apps und Bildgenerierung. Der Anbieter hat sich zuletzt stark dem Geschäftskundengeschäft zugewandt und verkauft seine Suchtechnik als Baustein für Unternehmenssoftware. Für Privatnutzer bleibt You.com eine flexible, etwas unübersichtliche Mischung aus Suche und Assistent. Der Pivot ins B2B-Geschäft zeigt, wohin viele KI-Sucher zielen, weil dort eher Geld zu verdienen ist als beim wechselfreudigen Endkunden.
Phind
Phind ist eine KI-Suche mit klarem Fokus auf Entwickler und beantwortet Programmierfragen mit Codebeispielen und Erklärungen. Die Spezialisierung ist Phinds größte Stärke, denn statt allgemeiner Treffer liefert der Dienst direkt nutzbare Lösungen samt Quellen. Für Teams aus der Softwareentwicklung kann Phind die Recherche spürbar verkürzen. Außerhalb dieser Zielgruppe bleibt der Nutzen begrenzt, was Phind zum Musterfall einer vertikalen Suchmaschine macht.
ChatGPT Search
ChatGPT Search ist 2024 als Suchfunktion in OpenAIs Chatbot dazugekommen und verwandelt die Suche in ein Gespräch. Statt einer Trefferliste liefert das Sprachmodell eine Antwort mit Verweisen und beantwortet Rückfragen im selben Verlauf. Für viele jüngere Nutzer ist dieser Einstieg längst die erste Anlaufstelle bei Informationsfragen. Den klassischen Suchmarkt verändert ChatGPT damit von außen, ohne in den üblichen Statistiken aufzutauchen. Für Unternehmen heißt das, dass Sichtbarkeit künftig auch in KI-Antworten erkämpft werden muss.
Komo
Komo ist eine schlanke KI-Suche, die schnelle, aufgeräumte Antworten ohne Werbeballast verspricht. Der Anbieter ist klein und experimentell, zielt aber auf dieselbe Erwartung wie die großen Antwortmaschinen, nämlich Klarheit statt zehn blauer Links. Komo steht hier stellvertretend für ein ganzes Feld junger KI-Sucher, von denen die meisten den Sprung zur Reichweite nicht schaffen werden. Genau dieser Überfluss an Gründungen erinnert an die erste Suchmaschinen-Welle der späten Neunziger.
Regionale Champions und Spezialisten

Yandex
Yandex, 1997 gegründet, ist die führende Suchmaschine Russlands und betreibt einen eigenen Index mit Karten, Übersetzer und Cloud-Diensten. Im Heimatmarkt hält Yandex weit über siebzig Prozent, global liegt der Anteil bei knapp zwei Prozent. Außerhalb Russlands hat Yandex zuletzt deutlich verloren, weil Sanktionen und der Bedeutungsverlust des Yandex-Browsers die Reichweite drücken. Yandex zeigt, wie schnell ein technisch starker Anbieter schrumpft, sobald die Politik den Vertrieb kappt.
Baidu
Baidu, seit 2000 am Markt, dominiert China mit rund 45 Prozent und betreibt einen großen eigenen Index. Der Erfolg beruht auch darauf, dass Google in China seit 2010 gesperrt ist. Baidu unterliegt der chinesischen Zensur, politisch heikle Themen und viele westliche Quellen fehlen. Für Nutzer außerhalb Chinas bietet Baidu deshalb kaum Mehrwert, im Heimatmarkt bleibt der Konzern mit seinem KI-Assistenten Ernie aber Maßstab.
Sogou
Sogou, 2004 gestartet und heute zu Tencent gehörend, ist eine der großen chinesischen Suchmaschinen mit eigener Technik. Eine Stärke liegt in der engen Anbindung an Tencents Messenger-Universum, womit Sogou Inhalte erschließt, die anderen Suchen verschlossen bleiben. Außerhalb Chinas spielt Sogou keine Rolle. Im Inland behauptet sich der Anbieter als solider Zweiter hinter Baidu, ein Beleg dafür, wie eigenständig der chinesische Suchmarkt funktioniert.
Naver
Naver, 1999 in Südkorea gegründet, ist weniger Suchmaschine als Portal und verbindet eigene Inhalte wie Blogs, Foren und Shopping eng mit der Suche. In Korea liefert sich Naver je nach Messmethode ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Google. Der Erfolg beruht darauf, dass Naver geschlossene, koreanischsprachige Inhalte zeigt, die Google nicht erfasst. Naver ist damit das beste Beispiel dafür, dass lokale Relevanz einen globalen Riesen ausbremsen kann.
Seznam
Seznam, 1996 in Tschechien entstanden, ist die letzte native Suchmaschine der EU mit zweistelligem Heimatanteil und liegt dort bei rund zwölf Prozent. Der Anbieter betreibt einen eigenen Index für tschechische Inhalte und ein breites Portal von Mail bis Karten. Seznam beweist, dass eine lokale Suche überleben kann, wenn sie Sprache und Markt besser bedient als der Weltmarktführer. In jedem anderen EU-Land hat Google diese Nische längst geschluckt.
Cốc Cốc
Cốc Cốc, 2013 in Vietnam gestartet, kombiniert Browser und Suche und ist speziell auf die vietnamesische Sprache zugeschnitten. Der Anbieter verarbeitet sprachliche Eigenheiten wie Tonzeichen besser als globale Konkurrenten und hat sich damit einen festen Heimatanteil gesichert. Cốc Cốc steht für eine ganze Klasse regionaler Sucher, die nicht durch Technik, sondern durch lokale Anpassung punkten. Außerhalb Vietnams ist der Name praktisch unbekannt.
Goo
Goo, seit 1997 in Japan aktiv und vom Telekomkonzern NTT betrieben, ist ein klassisches Portal mit angeschlossener Suche. Die Treffer liefert im Kern Google, das Eigenprofil entsteht über japanische Inhalte, Wörterbücher und Ratgeber. Goo zeigt das verbreitete Muster der Portale, die eine fremde Suchtechnik mit eigenem redaktionellem Angebot ummanteln. Als eigenständige Suchmaschine im engeren Sinn zählt Goo damit nur bedingt.
Wolfram Alpha
Wolfram Alpha, 2009 gestartet, ist keine Web-Suche, sondern eine Wissensmaschine, die Fakten und Formeln direkt berechnet. Statt Webseiten zu finden, löst der Dienst Gleichungen, wertet Daten aus und liefert strukturierte Antworten zu Mathematik, Physik oder Statistik. Für Schüler, Studierende und Fachleute ist Wolfram Alpha ein Werkzeug eigener Art, das sich mit Google gar nicht vergleichen lässt. Genau diese Sonderrolle macht den Dienst seit Jahren unverzichtbar in seiner Nische.
Dogpile
Dogpile, 1996 entstanden, ist eine der ältesten noch aktiven Metasuchmaschinen und bündelt Treffer von Google, Bing und Yahoo. Der Reiz liegt in der Bündelung, denn eine einzige Anfrage zeigt, worin sich die großen Indizes unterscheiden. Eigene Technik betreibt Dogpile nicht, der Dienst lebt von der Aggregation. Als Kuriosum hat Dogpile fast drei Jahrzehnte überdauert, während ungezählte ambitioniertere Projekte längst verschwunden sind.
Presearch
Presearch, ab 2017 aufgebaut, ist eine dezentrale Suche, die auf einer eigenen Kryptowährung beruht und Nutzer für ihre Suchen mit Token belohnt. Die Anfragen laufen über ein Netz freiwilliger Knoten, die Ergebnisse stammen aus verschiedenen Quellen. Presearch verspricht Unabhängigkeit von Großkonzernen, koppelt sein Schicksal aber an die Schwankungen des Kryptomarktes. Das Modell ist faszinierend und fragil zugleich, ein Experiment mit ungewissem Ausgang.
Stract
Stract, ab 2023 als quelloffenes Projekt entwickelt, betreibt einen eigenen Index und stellt seinen Code offen ins Netz. Der Anbieter lässt Nutzer das Ranking selbst beeinflussen und stellt damit die übliche Blackbox der Suche infrage. Stract ist klein, experimentell und ein Liebhaberprojekt, zeigt aber wie Brave und Mojeek, dass der eigene Index nicht ausgestorben ist. Solche Projekte halten die Idee einer wirklich unabhängigen Suche am Leben.
Die Lebenden im Überblick
Wer die zweiunddreißig Anbieter sortiert, sieht schnell zwei Lager. Auf der einen Seite stehen die wenigen mit eigenem Index, auf der anderen die vielen, die fremde Ergebnisse veredeln. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Vertreter nach Sitz, Indexbasis und Geschäftsmodell.
| Suchmaschine | Sitz | Eigener Index? | Geschäftsmodell |
|---|---|---|---|
| USA | Ja | Werbung | |
| Bing | USA | Ja | Werbung |
| Yahoo | USA | Nein (Bing) | Werbung, Portal |
| DuckDuckGo | USA | Teilweise (v. a. Bing) | Kontextwerbung |
| Startpage | Niederlande | Nein (Google) | Werbung, nicht personalisiert |
| Brave Search | USA | Ja | Werbung, Abo |
| Qwant | Frankreich | Teilweise (Bing, EU-Projekt) | Werbung |
| Ecosia | Deutschland | Teilweise (Bing, EU-Projekt) | Werbung, Aufforstung |
| Mojeek | Großbritannien | Ja | Werbung, klein |
| Kagi | USA | Teilweise, kombiniert | Reines Abo |
| Yandex | Russland | Ja | Werbung |
| Baidu | China | Ja | Werbung |
| Perplexity | USA | Teilweise, plus LLM | Abo, erste Werbung |
| Wolfram Alpha | USA, UK | Eigene Wissensbasis | Abo, Lizenzen |
Der Suchmaschinen-Friedhof, wer ist gestorben und warum?

Der Markt der Lebenden wirkt vielfältig, der Friedhof erzählt die ehrlichere Geschichte. Hier liegen Pioniere, teure Wagnisse und kluge Köpfe, die fast alle am selben Punkt gescheitert sind. Die folgende Übersicht versammelt zwölf Gräber, von der Frühzeit des Webs bis in die KI-Ära.
| Anbieter | Gegründet | Ende | Modell | Todesursache | Verbleib |
|---|---|---|---|---|---|
| AltaVista | 1995 | 2013 | Werbung | Von Google überholt | Bei Yahoo abgeschaltet |
| Lycos | 1994 | als Marke aktiv | Portal | Bedeutungsverlust | Mehrfach weiterverkauft |
| Excite | 1995 | nach 2001 | Portal | Pleite Excite@Home | Marken-Rest im Netz |
| AlltheWeb | 1999 | 2011 | Werbung | Konzernintegration | In Yahoo aufgegangen |
| Cuil | 2008 | 2010 | Werbung | Schwache Treffer | Spurlos verschwunden |
| Neeva | 2019 | 2023 | Abo, werbefrei | Zu wenige Nutzer | Zu Snowflake |
| Blekko | 2007 | 2015 | Werbung | Keine Reichweite | Zu IBM Watson |
| Powerset | 2007 | 2008 | Semantik | Früh verkauft | In Bing aufgegangen |
| Hakia | 2004 | um 2014 | Semantik | Kein Geschäftsmodell | Eingestellt |
| Mahalo | 2007 | um 2014 | Menschenhand | Nicht skalierbar | Zu How-to gewechselt |
| Gigablast | 2000 | 2023 | Werbung, Lizenz | Einzelkämpfer | Offline genommen |
| Urahnen | ab 1990 | historisch | Forschung | Vom Web überholt | Museumsstücke |
AltaVista
AltaVista ist 1995 beim Computerkonzern DEC entstanden und war für viele die erste schnelle Volltextsuche des Webs. Der Index galt als Sensation, die Suche fand Treffer in Sekunden, wo Konkurrenten noch Verzeichnisse pflegten. Über Overture ist AltaVista 2003 zu Yahoo gelangt und dort langsam verkümmert. Am 8. Juli 2013 wurde AltaVista endgültig abgeschaltet. Der Pionier ist nicht an Technik gescheitert, sondern an einem Konzern, der ihn neben dem zugekauften Bing-Deal nicht mehr brauchte.
Lycos
Lycos ist 1994 aus einem Forschungsprojekt der Carnegie Mellon University hervorgegangen und gehörte zur ersten Generation großer Web-Portale. Auf dem Höhepunkt war Lycos eine der meistbesuchten Marken des Internets. In den 2000ern hat eine Kette von Verkäufen den Namen durch mehrere Hände gereicht, von Telefónica über den koreanischen Daum-Konzern bis zu indischen Eigentümern. Die Domain existiert formal weiter, von Relevanz im Suchmarkt lässt sich aber nicht mehr sprechen. Lycos ist der klassische Zombie, technisch atmend, wirtschaftlich tot.
Excite
Excite ist 1995 als Portal mit Suche, Mail und Nachrichten gestartet und galt um die Jahrtausendwende als heißer Anwärter auf den Thron. Den Zusammenbruch hat die Fusion zu Excite@Home gebracht, die 2001 in der Pleite geendet hat. Übrig geblieben ist eine Portalseite, die unter wechselnden Eigentümern als Werberest weiterläuft. Excite steht für die Hybris der ersten Dotcom-Welle, in der Reichweite mit Geschäftsmodell verwechselt wurde.
AlltheWeb
AlltheWeb ist 1999 vom norwegischen Unternehmen FAST gebaut worden und hat zeitweise einen der größten Indizes der Welt betrieben, größer als der von Google. Technisch war AlltheWeb der Konkurrenz in vielem voraus. Über Overture ist auch dieser Pionier 2003 zu Yahoo gelangt und 2011 endgültig auf die Yahoo-Suche umgeleitet worden. AlltheWeb beweist, dass technische Überlegenheit nichts nützt, sobald ein finanzstarker Wettbewerber den Markt und die Voreinstellungen besetzt.
Cuil
Cuil ist 2008 von ehemaligen Google-Ingenieuren gegründet worden und hat mit einem angeblich riesigen Index für Aufsehen gesorgt. Die Gründer haben rund 28 Millionen Euro Risikokapital eingesammelt und einen Google-Killer versprochen. Geliefert hat Cuil enttäuschende Treffer, Spott und eine überlastete Technik schon am Starttag. Im September 2010 ist Cuil sang- und klanglos verschwunden. Der Fall gilt bis heute als Mahnmal dafür, dass Marketing und Wagniskapital keine Suchqualität ersetzen.
Neeva
Neeva ist 2019 von zwei früheren Google-Managern gegründet worden, die das Werbemodell der Suche satthatten. Gegen knapp 4,30 Euro im Monat hat Neeva eine werbefreie, datenschutzfreundliche Suche angeboten und Anfang 2023 sogar die erste KI-Antwort mit zitierten Quellen präsentiert, vor Microsoft und Google. Genützt hat das nichts. Am 2. Juni 2023 ist die Verbrauchersuche abgeschaltet worden, kurz zuvor hat der Cloud-Konzern Snowflake das Team übernommen. Laut den Gründern ließen sich Menschen leichter zum Zahlen bewegen als überhaupt zum Wechsel der Standardsuche.
Blekko
Blekko ist 2007 mit einer cleveren Idee gestartet, den sogenannten Slashtags, mit denen Nutzer ihre Suche auf vertrauenswürdige Quellen eingrenzen konnten. Der Anbieter hat einen eigenen Index betrieben und sich gegen Spam positioniert. Die nötige Reichweite hat Blekko nie erreicht. 2015 hat IBM das Unternehmen übernommen und die Technik in das Watson-Projekt überführt. Blekko zeigt, dass eine gute Idee gegen Spam allein keinen Markt erobert.
Powerset
Powerset ist 2007 mit dem Anspruch angetreten, das Web nicht nach Stichwörtern, sondern nach Bedeutung zu durchsuchen, also semantisch. Die Technik war vielversprechend, das eigene Geschäftsmodell jedoch unklar. Schon 2008 hat Microsoft Powerset für kolportierte rund 86 Millionen Euro gekauft und die Semantik-Technik in die spätere Bing-Suche einfließen lassen. Powerset ist damit kein Misserfolg im klassischen Sinn, sondern ein früh geernteter Baustein eines größeren Konzerns.
Hakia
Hakia ist 2004 als semantische Suchmaschine gestartet und hat mit einem eigenen Verfahren geworben, das Bedeutungen statt bloßer Wörter erfassen sollte. Der Anspruch war hoch, die Trefferqualität ist aber hinter Google zurückgeblieben, und ein tragfähiges Geschäftsmodell hat gefehlt. Um 2014 hat Hakia den Betrieb eingestellt. Der Fall reiht sich in eine ganze Serie semantischer Sucher ein, die an der Lücke zwischen Vision und Alltagstauglichkeit gescheitert sind.
Mahalo
Mahalo ist 2007 vom Unternehmer Jason Calacanis gegründet worden und hat einen radikal anderen Weg versucht, die von Menschen kuratierte Suche. Redakteure haben Ergebnisseiten von Hand gepflegt, was Qualität versprochen hat, aber unmöglich zu skalieren war. Nach einem Schwenk zu How-to-Inhalten ist Mahalo um 2014 verschwunden. Die menschengemachte Suche ist am simplen Rechenexempel gescheitert, denn kein Redaktionsteam der Welt hält mit einem Crawler Schritt.
Gigablast
Gigablast ist um das Jahr 2000 von Matt Wells gebaut worden und war eine kleine Sensation, weil ein einzelner Entwickler einen ernstzunehmenden eigenen Index betrieben hat. Der Dienst hat Suche auch an andere Anbieter lizenziert und sich jahrelang gehalten. 2023 ist Gigablast schließlich offline gegangen. Der Fall zeigt, wie viel ein Einzelner technisch erreichen kann, und wie wenig das gegen die Dauerlast von Betrieb und Wettbewerb am Ende ausrichtet.
Die Urahnen
Vor dem Web haben bereits Werkzeuge das Netz durchsucht, die heute museal wirken. Archie hat ab 1990 FTP-Server indexiert und gilt als ältester Vorfahr der Suchmaschine. Auf der Gopher-Ebene haben Veronica und Jughead dasselbe geleistet. Mit dem Web kamen 1993 Aliweb und die JumpStation, letztere als erste wirklich crawler-basierte Suche. Diese Urahnen sind nicht gescheitert, sondern schlicht vom rasanten Wachstum des Webs überholt worden. Ohne diese Vorarbeit stünde heute keine der modernen Suchmaschinen bereit.
Welche Suchmaschine passt zu welchem Bedarf?

Eine pauschale Empfehlung wäre unseriös, weil die richtige Wahl vom Zweck abhängt. Für die schnelle Alltagsrecherche bleibt Google schwer zu schlagen, für Googles Qualität ohne Datensammlung bietet sich Startpage an. Für datenschutzbewusstes Suchen ohne Google-Bezug eignen sich DuckDuckGo und Brave, letzteres mit eigenem Index. Für ökologische Suche bietet sich Ecosia an.
Für Unternehmen lohnt der zweite Blick. Im Microsoft-Umfeld ist Bing die naheliegende Wahl, schon wegen Copilot und der Office-Integration. Gegen Werbung und Tracking, bei Zahlungsbereitschaft, führt Kagi den konsequentesten Weg. Für Recherche jenseits der ewig gleichen Ratgeberseiten lohnt ein Blick auf Marginalia oder Mojeek. Und für Fragen, die eine Antwort statt einer Linkliste verlangen, führt der Weg zu Perplexity oder ChatGPT Search.
Ein praktischer Rat zum Schluss, der nichts kostet. Niemand muss sich auf eine einzige Suche festlegen. Die meisten Menschen fahren am besten, wenn sie je nach Aufgabe wechseln, eine Standardsuche für den Alltag, eine Datenschutzsuche für Sensibles, eine Antwortmaschine für komplexe Fragen. Für Unternehmen heißt die eigentliche Lehre dieses Vergleichs, dass Sichtbarkeit künftig nicht mehr nur bei Google erkämpft wird, sondern auch in Bing und in den Antworten der KI-Sucher.
FAQ: Suchmaschinen-Vergleich 2026

Welche Suchmaschine hat 2026 den größten Marktanteil?
Google führt mit großem Abstand. Global entfallen laut StatCounter rund 90 Prozent aller Suchen auf Google, in Deutschland rund 80 Prozent. Auf Platz zwei folgt Bing mit gut fünf Prozent global und knapp zehn Prozent in Deutschland.
Welche Kriterien zählen bei einem Suchmaschinen-Vergleich wirklich?
Entscheidend ist die Frage, ob eine Suchmaschine einen eigenen Index betreibt oder fremde Ergebnisse weiterreicht. Viele bekannte Alternativen zeigen im Kern Bing- oder Google-Treffer. Dazu kommen Datenschutz, Geschäftsmodell, KI-Funktionen und die regionale Stärke als Kriterien.
Welche Suchmaschine schützt die Privatsphäre am besten?
DuckDuckGo, Startpage, Brave Search und MetaGer gelten als besonders datenschutzfreundlich. Brave bringt zusätzlich einen eigenen Index mit, Startpage liefert anonymisierte Google-Treffer. Für maximale Kontrolle ohne jede Werbung bietet das Bezahlmodell von Kagi die konsequenteste Lösung.
Sind KI-Suchmaschinen wie Perplexity eine echte Alternative zu Google?
Für komplexe Fragen, die eine zusammenhängende Antwort verlangen, ja. Antwortmaschinen wie Perplexity oder ChatGPT Search liefern Quellen und beantworten Rückfragen im Dialog. Für schnelle Faktensuche und lokale Treffer bleibt eine klassische Suchmaschine oft praktischer.
Welche Suchmaschinen sind inzwischen verschwunden?
Viele einst bekannte Namen sind Geschichte, darunter AltaVista, Excite, AlltheWeb, Cuil und zuletzt Neeva. Die meisten sind am fehlenden Geschäftsmodell oder an der Übermacht von Google gescheitert. Einige wie Powerset und Blekko leben in der Technik größerer Konzerne weiter.
Lohnt sich der Wechsel von Google zu einer Alternative?
Für datenschutzbewusste Nutzer und für Unternehmen im Microsoft-Umfeld lohnt sich der Wechsel oft. Sinnvoll ist auch ein Mischbetrieb, also je nach Aufgabe verschiedene Suchen zu nutzen. Bei Nischeninhalten entdeckt man über Mojeek oder Marginalia Treffer, die bei Google untergehen.
Quellen
- StatCounter Global Stats: Search Engine Market Share Worldwide. https://gs.statcounter.com/search-engine-market-share (besucht am 22.06.2026)
- StatCounter Global Stats: Search Engine Market Share Germany. https://gs.statcounter.com/search-engine-market-share/all/germany (besucht am 22.06.2026)
- Statista: Distribution of search engine referrals worldwide. https://www.statista.com/statistics/1381664/worldwide-all-devices-market-share-of-search-engines/ (besucht am 22.06.2026)
- TechCrunch: Snowflake acquires Neeva to bring intelligent search to its cloud data management solution. https://techcrunch.com/2023/05/24/snowflake-acquires-neeva-to-bring-intelligent-search-to-its-cloud-data-management-solution/ (besucht am 22.06.2026)
- Search Engine Land: Neeva is shutting down its ads-free search engine. https://searchengineland.com/neeva-shutting-down-427384 (besucht am 22.06.2026)
- Europäische Zentralbank: Euro foreign exchange reference rates. https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/euro_reference_exchange_rates/html/index.de.html (besucht am 22.06.2026)