Ich habe bei Flixtrain einen Zug von Frankfurt nach Freiburg gebucht und hätte am Ende in einem Ersatzbus gesessen, über viereinhalb Stunden statt zweieinhalb im Zug. Zurück kam nicht mein Geld, sondern ein Gutschein über einen Bruchteil des Vorabpreises. Ein Kommentar darüber, wie aus einem Sparticket ein Ärgernis mit Methode wird.

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Gebucht hatte ich bei Flixtrain einen Zug von Frankfurt nach Freiburg. Zwei Tage vor der Abfahrt stand die Absage in meiner Mailbox: gestrichen, aus betriebsbedingten Gründen. Als Ersatz bot der Anbieter einen Bus auf derselben Strecke, spürbar länger unterwegs. Aus meiner Fahrkarte war klammheimlich ein anderes Produkt geworden.

Warum wird aus dem Zug ein Bus?

Eine DB Fahrkarte mit orangefarbenem „BUS“-Stempel liegt neben einem Holzstempel auf Weiß
Flixtrain nutzt nachfrageabhängiges Betriebsmodell und streicht Fahrten bei niedriger Auslastung. Fahrgäste erhalten statt Bahnalternative automatisch Bustickets ohne Wahlmöglichkeit

Flixtrain fährt mit einem schlanken, nachfrageabhängigen Betriebsmodell. Verbindungen kommen nur unter bestimmten Bedingungen zustande, und bei dünner Auslastung oder Bauarbeiten streicht Flix die Fahrt. Statt einer Alternative auf der Schiene hängt der Anbieter dann ein Busticket an, in meinem Fall ohne echte Wahlmöglichkeit.

Ein Blick auf die Zeiten macht den Bruch deutlich. Der Flixtrain schafft Frankfurt nach Freiburg in rund zweieinhalb Stunden. Meine Ersatzbuchung ab Frankfurt Hauptbahnhof wies dagegen über viereinhalb Stunden aus. Für denselben Weg stand damit fast die doppelte Reisezeit auf dem Ticket.

Ein Sparpreis ist eben nur so viel wert wie die Regeln für den Störfall. Wird der Ersatz zum Bus und die Erstattung zum Gutschein, zahle am Ende ich als Fahrgast die Lücke im Angebot.

Warum kam mein Geld nicht zurück?

Beim Geld trennt Flixtrain streng zwischen zwei Fällen. Storniere ich selbst, weil der Bus die Reise sinnlos macht, gibt der Anbieter den Fahrpreis nur als Gutschein zurück. Von meinem Vorabpreis behielt Flixtrain rund 80 Prozent ein, der schmale Rest kam als Gutscheinkarte statt auf mein Konto. Bar zahlt Flix erst, sobald der eigene Zug ausfällt oder mindestens 60 Minuten Verspätung ansteht, so setzen die europäischen Fahrgastrechte die Schwelle.

Aus Unternehmenssicht ärgert mich vor allem die Bindung. Ein Gutschein hält Budget bei einem einzigen Anbieter fest und lässt sich in keiner Reisekostenabrechnung sauber abbilden. Das Flixbus-Geschäftsmodell habe ich an anderer Stelle seziert; parallel drängt die Bundesnetzagentur auf mehr Konkurrenz im Fernverkehr.

Was ich beim nächsten Mal anders mache

Vor der Buchung lese ich die Storno- und Ersatzregeln, nicht danach. Die Ausfallmail sichere ich als Beleg, einen unpassenden Ersatzbus lehne ich schriftlich ab und die Barerstattung fordere ich aktiv ein, sobald der Zug tatsächlich ausfällt. Wer den Vorabpreis schützen will, verlässt sich nicht auf die Kulanz eines Konzerns, sondern auf die Fahrgastrechte.

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