Leapmotor hat im ersten Halbjahr 2026 einen Nettogewinn von 210 Millionen Yuan (rund 27 Millionen Euro) eingefahren, während Nio und Xpeng weiter Verluste schreiben. Der Grund liegt in der eigenen Fertigung: Rund 65 Prozent der Fahrzeugkosten stellt der Hersteller selbst her. Für Stellantis, mit 21 Prozent größter Einzelaktionär, wird der Partner damit zur Blaupause gegen die EU-Zölle.

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Leapmotor lieferte im Juli und August 2026 jeweils mehr als 100.000 Fahrzeuge aus, im August genau 103.129 Stück. Hinter der Rekordserie steckt eine in Chinas Elektroautobranche seltene Zahl: ein echter Betriebsgewinn. Fast alle jungen Konkurrenten wachsen dagegen auf Pump.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nettogewinn im ersten Halbjahr 2026: 210 Millionen Yuan, rund 27 Millionen Euro und ein Plus von 600 Prozent.
  • Rund 65 Prozent der Fahrzeugkosten fertigt Leapmotor selbst, die Plattform-Gleichteilquote liegt bei 88 Prozent.
  • Die Exporte kletterten im Halbjahr um 373 Prozent auf 96.294 Fahrzeuge.
  • Stellantis hält 21 Prozent und baut das SUV B10 ab Herbst 2026 in Spanien.

Wie macht Leapmotor Gewinn, wo andere verlieren?

Zwei Modellautos aus Euromünzen vor weißem Hintergrund; ein intaktes Auto und ein zerfallendes Auto
Leapmotor fertigt 65 Prozent der Fahrzeugkomponenten selbst und nutzt Baukästen mit 88 Prozent Gleichteilen, um Entwicklungskosten auf mehrere Modelle zu verteilen

Der Kern der Bilanz ist die Eigenfertigung. Rund 65 Prozent der Fahrzeugkosten stammen aus eigener Entwicklung und Produktion, vom Elektromotor über den Batteriepack bis zur Steuerelektronik.[1] Weil die Baukästen bei 88 Prozent Gleichteilen liegen, verteilt Leapmotor jede Investition über viele Modelle.

Diese Bauweise drückt die Kosten spürbar. Den Vorteil beziffert der Hersteller auf rund 10 Prozent gegenüber zugekauften Teilen, allein eine gebündelte Antriebseinheit spart etwa 50 Yuan (rund 6 Euro) je Fahrzeug. Der Umsatz stieg im Halbjahr um 57 Prozent auf 38,11 Milliarden Yuan, umgerechnet etwa 4,9 Milliarden Euro (Stand 7. September 2026, 1 Yuan rund 0,128 Euro).

Die Bruttomarge bleibt mit 11,7 Prozent dünn und sank sogar von 14,1 Prozent. Für Käufer zählen niedrige Kosten über die ganze Haltedauer, vom Anschaffungspreis bis zu den Ladetarifen. Genau dort liegt Leapmotors Hebel: niedrige Herstellkosten erlauben günstige Modelle, ohne die Kasse zu leeren.

Was der Preiskrieg mit Chinas E-Auto-Startups macht

Auf Chinas Elektroautomarkt tobt seit Jahren ein brutaler Preiskampf. Nio wächst kräftig, schreibt aber weiter rote Zahlen, wie die jüngste Quartalsbilanz zeigt. Xpeng nähert sich der Gewinnschwelle erst langsam.

Wie hart die Auslese ausfällt, zeigt Hozon: Die Marke Nezha verbrannte nach Medienberichten rund 18,3 Milliarden Yuan (etwa 2,3 Milliarden Euro) und stand kurz vor dem Aus. Leapmotor setzt dagegen auf die günstige Mittelklasse um 100.000 Yuan (rund 12.800 Euro) und macht Masse zu Marge, sichtbar an den über 100.000 Auslieferungen im Monat.

Leapmotor gewinnt den Preiskrieg nicht über den niedrigsten Listenpreis, sondern über die eigene Fertigung. Bei 65 Prozent Eigenanteil bestimmt der Hersteller seine Kosten selbst, statt sie nur zu tragen.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Leapmotor: Gewinn im Preiskrieg
Kennzahlen erstes Halbjahr 2026, Beträge in Euro
27 Mio. €
Nettogewinn im Halbjahr, ein Plus von 600 Prozent
4,9 Mrd. €
Umsatz im Halbjahr, ein Plus von 57 Prozent
65 %
der Fahrzeugkosten fertigt Leapmotor selbst
96.294
exportierte Fahrzeuge im Halbjahr, ein Plus von 373 Prozent
21 %
hält Stellantis an Leapmotor
So entsteht der Vorsprung: 88 Prozent Gleichteile über alle Modelle und ein Kostenvorteil von rund 10 Prozent gegenüber zugekauften Teilen halten die Herstellkosten niedrig, trotz einer dünnen Bruttomarge von 11,7 Prozent.

Was Leapmotors Spanien-Werke für Europa bedeuten

Für den deutschsprachigen Markt zählt vor allem der europäische Arm. Stellantis, Mutterkonzern von Opel, Fiat und Peugeot, hält 21 Prozent an Leapmotor und führt mit 51 Prozent das Gemeinschaftsunternehmen Leapmotor International. Ab Herbst 2026 läuft das SUV B10 im spanischen Saragossa vom Band.

Die lokale Montage umgeht die EU-Antisubventionszölle auf importierte China-Stromer und macht die Autos zu Ware „Made in Europe“. Chinesische Marken kamen zuletzt bereits auf rund 6 Prozent der EU-Neuzulassungen, Tendenz steigend. Für europäische Hersteller wächst damit der Druck aus dem eigenen Werkshof.

Vor der nächsten Elektroauto-Anschaffung gehört Leapmotor 2026 auf die Vergleichsliste, samt Konditionen vom Kaufpreis bis zum Wertverlust. Flottenmanager behalten die Spanien-Produktion im Blick, weil sie Lieferzeiten und Zollaufschläge in Europa entscheidend verändert.

Häufige Fragen zu Leapmotor

Wie viel Gewinn hat Leapmotor im ersten Halbjahr 2026 gemacht?

Leapmotor meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Nettogewinn von 210 Millionen Yuan, umgerechnet rund 27 Millionen Euro. Das sind etwa 600 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz stieg um 57 Prozent auf 38,11 Milliarden Yuan (rund 4,9 Milliarden Euro), die Bruttomarge lag bei 11,7 Prozent.

Warum ist Leapmotor profitabel, während Nio und Xpeng Verluste schreiben?

Leapmotor fertigt rund 65 Prozent der Fahrzeugkosten selbst, vom Elektromotor bis zur Steuerelektronik, und nutzt zu 88 Prozent gleiche Bauteile über alle Modelle. Diese Eigenfertigung senkt die Kosten um etwa 10 Prozent. So verdient der Hersteller schon in der günstigen Mittelklasse Geld, wo viele Wettbewerber noch draufzahlen.

Baut Leapmotor Elektroautos in Europa?

Ja. Über das Gemeinschaftsunternehmen Leapmotor International, an dem Stellantis 51 Prozent hält, läuft ab Herbst 2026 das SUV B10 im spanischen Saragossa vom Band. Die Montage in Europa umgeht die EU-Antisubventionszölle auf importierte chinesische Elektroautos und verkürzt die Lieferwege in den deutschsprachigen Markt.

Quelle

[1] 爱范儿 (ifanr): „In der Fabrik von Leapmotor: Das Geheimnis hinter 100.000 Autos pro Monat“

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