Der Chevrolet Blazer EV und der Honda Prologue rollen vom selben Band, teilen Plattform und Antrieb. Nur Apple CarPlay und Android Auto fehlen dem Chevy. Genau dieses Modell verkauft sich Jahr für Jahr schlechter. Jeder Hersteller, der Apple und Google aus dem Cockpit drängen will, sieht hier den Preis dafür.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenSelten liefert der Markt einen so sauberen Vergleich. Der Chevrolet Blazer EV und der Honda Prologue laufen auf derselben GM-Plattform vom Band, gleiche Größe, gleicher Antrieb. Für den Kunden trennt beide vor allem ein Detail: Apple CarPlay und Android Auto sind nur im Honda an Bord.
Das Wichtigste in Kürze
- Blazer EV und Prologue teilen die Technik, doch nur der Honda bringt Apple CarPlay und Android Auto mit.
- Der Prologue verkauft sich klar besser, 2025 rund 39.000 zu 23.000 Fahrzeugen.
- GM streicht die Handy-Spiegelung bis 2028 komplett und setzt auf ein eigenes System auf Google-Basis.
- Volkswagen, Mercedes und BMW behalten CarPlay, während sie an eigener Software arbeiten.
Was macht die beiden E-SUV zum Testfall?

Baugleiche Technik. GM fertigt den Honda Prologue im selben Werk und auf derselben Ultium-Basis wie den eigenen Blazer EV. Maße, Reichweite und Fahrwerk liegen dicht beieinander, der sichtbarste Unterschied im Cockpit ist die Handy-Anbindung: Der Prologue spiegelt iPhone und Android-Gerät, der Blazer verweist Kunden auf sein eingebautes Google-System.
Der Absatz kippt. 2024 setzte Honda 33.017 Prologue ab, Chevrolet 23.115 Blazer. 2025 wuchs der Abstand auf 39.194 zu 22.637, im ersten Halbjahr 2026 verkaufte sich der Honda mit 8.407 zu 3.166 Einheiten mehr als doppelt so oft. Beim Autokauf zählt die Software inzwischen so stark wie Reichweite und Ladeinfrastruktur.
Warum wirft GM den Handy-Anschluss raus?
Marge im Cockpit. GM-Chefin Mary Barra will CarPlay und Android Auto bis 2028 aus der gesamten Flotte verbannen, auch aus den Verbrennern, und durch ein eigenes System auf Basis von Google Android Automotive ersetzen. Das offizielle Argument lautet Datenschutz, obwohl die Fahrdaten damit statt zu Apple künftig zu GM und Google fließen.
Wiederkehrende Umsätze. Abos für Navigation, Assistenz und Konnektivität landen nur dann beim Hersteller, wenn der Kunde im herstellereigenen System bleibt. Rivian und Tesla verzichten aus demselben Grund von Anfang an auf die Handy-Spiegelung.
Die Software-Marge im Cockpit ist ein legitimes Ziel. Nur darf sie den Kunden nicht ausgerechnet den Anschluss kosten, den er jeden Tag nutzt.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Verkaufte Fahrzeuge in den USA
Zufriedenheit mit dem Infotainment (J.D. Power 2024)
Was heißt das für deutsche Hersteller?
Vorsicht statt Bruch. Volkswagen hat mit der Software-Tochter CARIAD Milliarden verbrannt und den elektrischen Macan um Jahre verzögert; heute koordiniert CARIAD vor allem zugekaufte Software von Rivian und Xpeng. Apple CarPlay bleibt trotzdem in den Autos, ebenso bei Mercedes-Benz und BMW, die eigene Betriebssysteme bauen, den Handy-Anschluss aber nicht antasten.
Die Zahlen mahnen. J.D. Power maß 2024 die Zufriedenheit mit dem Infotainment: 840 Punkte bei CarPlay-Nutzern, 832 bei Android Auto, gegenüber 805 im Schnitt.[1] Über die Hälfte der iPhone-Fahrer startet die Spiegelung bei jeder Fahrt. Ein Hersteller, der diesen Anschluss kappt, riskiert genau den Absatz, den der Blazer EV gerade verliert.
Software ja, Verzicht nein. Für europäische Hersteller lautet die Lehre aus dem Duell Blazer gegen Prologue: Eigene Software und Abo-Modelle lohnen sich, doch der erzwungene Verzicht auf CarPlay kostet messbar Kundschaft und drückt am Ende den Wiederverkaufswert. Die Kontrolle über das Cockpit gehört neben die Handy-Spiegelung, nicht an ihre Stelle.
Warum verkauft sich der Chevrolet Blazer EV schlechter als der Honda Prologue?
Beide E-SUV laufen auf derselben GM-Plattform, sind technisch nahezu baugleich und unterscheiden sich für den Kunden vor allem in einem Punkt: Der Honda Prologue bietet Apple CarPlay und Android Auto, der Blazer EV nicht. Der Prologue verkauft sich seit 2024 Jahr für Jahr deutlich besser.
Welche Hersteller schaffen Apple CarPlay ab?
General Motors will CarPlay und Android Auto bis 2028 aus der gesamten Flotte streichen, auch aus den Verbrennern. Rivian und Tesla bieten die Handy-Spiegelung von vornherein nicht an. Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW behalten CarPlay dagegen, während sie eigene Betriebssysteme entwickeln.
Behält Volkswagen Apple CarPlay?
Ja. Volkswagen baut seine Fahrzeugsoftware nach dem CARIAD-Debakel gemeinsam mit Rivian und Xpeng um, lässt Apple CarPlay und Android Auto aber im Auto. Der Handy-Anschluss bleibt erhalten, das eigene System läuft parallel dazu.
Quelle
[1] J.D. Power: „2024 U.S. Multimedia Quality and Satisfaction Study“
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