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Konzernchef Jamie Iannone will rund 9 Prozent der Stellen bei eBay streichen, nach Rechnung der Nachrichtenagentur Reuters etwa 1.100. Erst im Februar hatte der Marktplatz 800 Stellen abgebaut, die Aktie steht seit Januar fast 40 Prozent höher. Das Geld soll in die Bereiche fließen, die am schnellsten wachsen.

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„Unsere Strategie geht auf“, schreibt Iannone laut Reuters in einem internen Schreiben an die Belegschaft.[1] Im selben Schreiben kündigt er an, die Abläufe zu vereinfachen und Ressourcen in die am schnellsten wachsenden Bereiche zu verlagern. Ein Sprecher hat den Abbau gegenüber Reuters bestätigt, die Betroffenen sollen in den kommenden Tagen Bescheid bekommen.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • eBay streicht rund 9 Prozent der Stellen, gemessen an 12.300 Beschäftigten Ende 2025 etwa 1.100.
  • Schon im Februar hatte eBay rund 800 Stellen abgebaut, 2026 fallen damit zusammen rund 1.900 weg.
  • Für das dritte Quartal erwartet eBay nur noch 8 bis 10 Prozent Wachstum, nach 14 Prozent im zweiten.
  • In Deutschland liegt der Umsatz seit 2023 nahezu unverändert bei rund 850 Millionen Euro.

Warum spart eBay, obwohl der Umsatz wächst?

Ein weißer Karton mit dem orangefarbenen Aufkleber „RUNDE 2“ und einer Schere
Im zweiten Quartal stieg eBays Umsatz um 15 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro. Für das dritte Quartal prognostiziert das Unternehmen nur noch 8 bis 10 Prozent Wachstum

Das Wachstum lässt nach. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 15 Prozent auf umgerechnet 2,7 Milliarden Euro (Kurs 0,87 Euro je US-Dollar), ohne Wechselkurseffekte um 14 Prozent.[2] Für das dritte Quartal sagt eBay nur noch 8 bis 10 Prozent voraus, obwohl die Ende Juli übernommene Modeplattform Depop schon eingerechnet ist.[2] Unter den Verwaltungskosten verbuchte eBay im ersten Halbjahr 43,5 Millionen Euro mehr für Umstrukturierungen als ein Jahr zuvor.[3]

Druck kommt auch von GameStop. Im Mai bot GameStop-Chef Ryan Cohen umgerechnet 48,3 Milliarden Euro für eBay und versprach, binnen zwölf Monaten jährlich 1,74 Milliarden Euro Kosten zu streichen, mehr als die Hälfte davon im Marketing.[4] eBay wies das Angebot als „weder glaubwürdig noch attraktiv“ zurück.[5] Ob Cohens Sparliste den Abbau beeinflusst hat, sagt eBay nicht.

Der Schnitt folgt einem Muster. Im Januar 2024 strich Iannone rund 1.000 Stellen, weil Personal und Ausgaben schneller gewachsen waren als das Geschäft. Bei der Runde im Februar 2026 sollten laut dem Restrukturierungsmonitor der EU-Agentur Eurofound auch in der Europazentrale in Dublin etwa 50 Stellen wegfallen.[6] Auch Etsy, das Depop an eBay verkauft hat, strich im August 220 Stellen.

Wo wächst eBay noch?

Der Geschäftsbericht zeigt ein Gefälle. In den USA stieg der Umsatz 2025 um gut 10 Prozent auf 5,04 Milliarden Euro, in Deutschland lag er mit 851 Millionen Euro fast genau auf dem Stand von 2023.[7] Wachstum verspricht sich eBay von Sammelkarten, Live-Shopping und Gebrauchtmode: Der Wert der über eBay Live verkauften Waren stieg im zweiten Quartal auf rund das Achtfache des Vorjahres.[2]

eBay: Wachstum in den USA, Stillstand in Deutschland
Kennzahlen vor dem zweiten Stellenabbau des Jahres
≈ 1.100
Stellen fallen weg, rund 9 Prozent von 12.300 Beschäftigten (Ende 2025)
5,04 Mrd. €
Umsatz in den USA 2025, gut 10 Prozent mehr als im Vorjahr
851 Mio. €
Umsatz in Deutschland 2025, fast genau so viel wie 2023
8–10 %
erwartetes Umsatzwachstum im dritten Quartal ohne Wechselkurseffekte, nach 14 Prozent im zweiten

Was gilt, wenn deutsche Standorte betroffen sind?

Reuters nennt weder Länder noch Abteilungen. Von den 12.300 Beschäftigten arbeiteten Ende 2025 rund 5.100 außerhalb der USA.[7] Für deutsche Betriebe gilt eine Anzeigepflicht: Fallen in einem Betrieb mit mindestens 500 Beschäftigten binnen 30 Tagen 30 oder mehr Stellen weg, muss der Arbeitgeber das vorher der Agentur für Arbeit melden.[8] In Unternehmen mit mehr als 20 wahlberechtigten Beschäftigten muss der Arbeitgeber außerdem den Betriebsrat über die geplante Änderung unterrichten und mit ihm beraten.[9]

Für Beschäftigte und Betriebsräte deutscher Töchter von US-Konzernen heißt das:

  • Der Betriebsrat hat Anspruch auf rechtzeitige und umfassende Unterrichtung, sobald die Zentrale den Abbau plant, nicht erst bei der ersten Kündigung.
  • Die Anzeige bei der Agentur für Arbeit muss vor den Kündigungen eingehen, ein Rundschreiben aus den USA ersetzt diese Meldung nicht.

Die nächsten Quartalszahlen legt eBay laut Reuters in der kommenden Woche vor. Wie der Marktplatz Geld verdient, obwohl private Verkäufer in Deutschland keine Gebühren zahlen, zeigt die Analyse des Geschäftsmodells.

Quellen

9 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Reuters, Exklusivbericht über ein internes Schreiben von Jamie IannoneEBay to lay off 9% of workforce in push to simplify operations, internal memo shows (21. Oktober 2026, hinter Bezahlschranke)
  2. eBayeBay Inc. Reports Second Quarter 2026 Results (Form 8-K, Exhibit 99.1, SEC)05.08.2026
  3. eBayForm 10-Q für das Quartal bis 30. Juni 2026 (SEC)06.08.2026
  4. GameStopÜbernahmeangebot an eBay mit Kostenplan (Form 425, SEC)04.05.2026
  5. eBayeBay Rejects Unsolicited Proposal from GameStop (Form 8-K, Exhibit 99.2, SEC)12.05.2026
  6. Eurofound, European Restructuring MonitoreBay, Factsheet 204313 (Ankündigung vom 26. Februar 2026)
  7. eBayForm 10-K für das Geschäftsjahr 2025 (SEC)19.02.2026
  8. Kündigungsschutzgesetz§ 17 KSchG, Anzeigepflicht
  9. Betriebsverfassungsgesetz§ 111 BetrVG, Betriebsänderungen

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