Die Modelle des Konkurrenten OpenAI verkauft Google seit Mittwoch in der eigenen Cloud. Ausgewählte Firmenkunden bezahlen GPT-6 Astra, Sol und Luna aus demselben Topf wie Speicher und Rechenzeit. Einen eigenen Vertrag mit OpenAI brauchen ihre Einkäufer dafür nicht.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenWeniger als sechs Monate nach dem Ende der Exklusivität bei Microsoft ist OpenAI laut CNBC bei allen drei großen Cloud-Anbietern vertreten.[2] Im Modellkatalog Model Garden von Google Cloud stehen seit Mittwoch GPT-6 Astra, GPT-6.1 Sol und GPT-6 Luna, vorerst in einer geschlossenen Testphase für ausgewählte Firmenkunden.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Google Cloud bietet GPT-6 Astra, GPT-6.1 Sol und GPT-6 Luna in einer geschlossenen Testphase an.
- Die Nutzung erscheint auf der Google-Rechnung und wird auf bestehende Abnahmezusagen angerechnet.
- Später sollen die Modelle auch in Gemini for Business und im Programmierwerkzeug Antigravity laufen.
- Eine Variante ohne Datenspeicherung und eine abgeschirmte Verarbeitung, bei der Daten auch während der Berechnung verschlüsselt bleiben, kündigt Google erst an.
Warum holt Google den Konkurrenten ins eigene Angebot?

Ende April gab Microsoft laut CNBC das exklusive Recht an OpenAIs Technik auf.[2] Einen Tag später brachte Amazon OpenAI-Modelle auf seine Plattform Bedrock.[3] Google Cloud ist nach eigener Darstellung nun der einzige große Anbieter mit den drei führenden proprietären Sprachmodellen von OpenAI, Anthropic und Google, dazu kommen mehr als 200 weitere.[1]
Für OpenAI geht es um Firmenkunden. Laut Daten des Firmenkreditkarten-Anbieters Ramp, die CNBC zitiert, fließt der größte Teil der Firmenausgaben für KI an OpenAI und Anthropic.[2] „Die langjährigen Investitionen von Google Cloud in maschinelles Lernen und KI haben die Plattform zur Anlaufstelle für KI-Anwendungen gemacht“, schreibt OpenAI in einem Blogbeitrag.[2] Schon 2025 hatte OpenAI Rechenzeit bei Google gemietet, um ChatGPT und seine Programmierschnittstelle zu betreiben.[2]
Wie kommt OpenAI an Googles Kunden?
Der Hebel steckt in der Abrechnung. OpenAI-Modelle laufen über den Google Cloud Marketplace, die Kosten erscheinen auf der Google-Rechnung und werden auf bestehende Abnahmezusagen und auf Googles Rabattverträge für Modelle mehrerer Anbieter angerechnet.[1] Große Firmen sagen ihrem Cloud-Anbieter oft für mehrere Jahre einen Mindestumsatz zu. Muss ein Konzern diese Summe ohnehin ausgeben, kauft er OpenAI ohne neue Lieferantenprüfung.
Dasselbe Muster nutzt OpenAI selbst: Firmenkunden können chinesische Modelle wie Kimi K3 über ihr OpenAI-Budget abrechnen. Meta wiederum bezieht laut Bloomberg OpenAI-Modelle über Microsofts Azure Foundry.
Google verkauft die Modelle des schärfsten Gemini-Rivalen, weil Konzerne lieber zugesagtes Budget verbrauchen als neue Verträge prüfen.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was ändert sich für Unternehmen in Deutschland?
Für Datenschutzbeauftragte zählt, wer nach Art. 28 DSGVO als Auftragsverarbeiter handelt. Laut Google bleiben Eingaben und Ergebnisse im abgegrenzten Datenbereich des Kunden und fließen nicht ins Training, die Modelle laufen auf eigener Google-Infrastruktur, OpenAI erhält keinen Zugriff auf die Kundenumgebung.[1] Eine Rechenzentrumsregion nennt Google nicht, eine Option ohne jede Datenspeicherung folgt erst.
IT-Leiter mit bestehendem Google-Vertrag sollten vor einem Test klären, ob ihr Auftragsverarbeitungsvertrag die neuen Modelle abdeckt. Firmen, die GPT, Claude und Gemini gegeneinander testen wollen, können das künftig in einer Umgebung tun. Ihre Quartalszahlen legen Alphabet, Amazon und Microsoft laut CNBC kommende Woche vor.[2]
Quellen
3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Google CloudGoogle Cloud expands model choice and flexibility, bringing OpenAI models to customers (Blogbeitrag)
- CNBC, Jordan NovetOpenAI to bring AI models to Google’s cloud, in further expansion beyond Microsoft
- AmazonOpenAI Models on Amazon Bedrock (About Amazon, erstmals veröffentlicht am 28. April 2026)
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