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Seit 8:08 Uhr deutscher Zeit zeigt Google Cloud bei 38 Diensten in der Region London Fehler und Netzaussetzer an. Die Onlinebank Revolut kämpft im selben Zeitraum mit Ausfällen bei Kartenzahlungen und Abhebungen. Ein Insider bestätigte Reuters den Zusammenhang.

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In London war es 7:08 Uhr, als die Störung bei Google Cloud begann. Bis zum Mittag stand auf der Statusseite keine Ursache, nur eine Liste mit 38 betroffenen Produkten von Compute Engine bis Cloud SQL.[1] Als Ausweg empfiehlt Google, betroffene Anwendungen in eine andere Zone oder Region umzuziehen, sofern möglich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Google Cloud meldet seit 8:08 Uhr deutscher Zeit erhöhte Fehlerraten und Netzaussetzer in der Region London (europe-west2).
  • Bei Revolut fielen laut Reuters Kartenzahlungen und Abhebungen ganz oder teilweise aus, ein Insider verbindet das mit der Google-Störung.
  • Google Cloud steht seit November 2025 als kritischer IKT-Drittdienstleister unter direkter Aufsicht der EU-Finanzaufsicht.

Was ist in London ausgefallen?

Oranges LAN-Kabel, weiße Wolke und Schild „„London““ auf weißem Grund
Google untersucht Ausfallursachen in mehreren Cloud-Services: Spanner, Bigtable, VPC, Cloud NAT und Lastverteilung in der Zone europe-west2

Laut Google suchen die Ingenieure weiter nach der Ursache, einen neuen Stand kündigte das Unternehmen für 13 Uhr deutscher Zeit an. Auf der Liste stehen Datenbanken wie Spanner und Bigtable, aber auch Grundbausteine des Netzes: das abgeschottete Kundennetz VPC, die Adressübersetzung Cloud NAT und die Lastverteilung. Das britische IT-Portal The Register verortet den Fehler in der Zone europe-west2-b, einer von drei Zonen der Region.

Revolut meldete auf X eine Störung mehrerer Dienste. „Wir können bestätigen, dass das Geld und die Daten aller unserer Kunden sicher sind“, schrieb die Bank. Laut Reuters standen Kartenzahlungen und Abhebungen ganz oder teilweise still. Auf dem Störungsportal Downdetector häuften sich laut The Register auch Meldungen zu Lloyds, HSBC, BT und Royal Mail. Ob diese Firmen Google Cloud nutzen, ist nicht belegt. Reuters meldete außerdem Anmeldeprobleme beim Onlinebanking der ING Deutschland, ohne einen Zusammenhang herzustellen.

Warum fällt so viel auf einmal aus?

Eine Cloud-Region besteht bei Google aus mehreren Zonen, also getrennten Rechenzentrumsbereichen. Laut Google senkt eine Verteilung über mehrere Zonen das Risiko, dass ein Ausfall alles gleichzeitig trifft. Mehrere Regionen machen die Systeme noch unabhängiger.[2] Trifft ein Fehler die Netzdienste der ganzen Region, hilft die Verteilung über Zonen allerdings wenig. Dazu kommt der Datenstandort: Im Vereinigten Königreich betreibt Google nur die Region London.[2] Firmen, die britische Kundendaten im Land halten wollen, können also nicht in eine zweite britische Region ausweichen.

Großausfälle dieser Art sind keine Ausnahme mehr. Im März beschädigten Angriffe die AWS-Region Bahrain, im November 2025 legte ein Fehler bei Cloudflare große Teile des Netzes lahm. Bei GitHub reichte im August die Kapazität im Rechenzentrum nicht, der Dienst stand fast acht Stunden teilweise still.

Die Cloud hat eine Adresse, heute hieß sie London. Den Umzug in die zweite Region plant man vor der Störung.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Eine Region, viele Abhängigkeiten
Die Störung bei Google Cloud in London in Zahlen
8:08 Uhr
begann die Störung nach deutscher Zeit, eine Ursache nannte Google bis zum Mittag nicht
38
Google-Cloud-Produkte führt die Statusseite als betroffen, darunter Netzwerkdienste
3 Zonen
hat die Region London, Google rät zum Umzug in eine andere Zone oder Region
2 Regionen
betreibt Google in Deutschland, in Frankfurt und Berlin

Was heißt das für Banken und Unternehmen in der EU?

Seit November 2025 führen die europäischen Aufsichtsbehörden Google Cloud EMEA als kritischen IKT-Drittdienstleister nach der EU-Verordnung DORA, eine federführende Behörde überwacht das Unternehmen direkt.[3] Die Verantwortung bleibt bei den Banken und Versicherern: DORA verlangt für Dienste, auf denen kritische Funktionen beruhen, eine Ausstiegsstrategie. Schwerwiegende IT-Vorfälle müssen die Häuser der Aufsicht melden.[4]

In Deutschland betreibt Google die Regionen Frankfurt und Berlin.[2] Kunden dort können damit ausweichen, ohne Daten ins Ausland zu bringen. Für IT-Leitung und Geschäftsführung folgt daraus:

  • Prüfen, welche Anwendungen nur in einer Region laufen, und für kritische Systeme den Umzug in eine zweite Region üben.
  • Die Statusmeldungen der Cloud-Anbieter automatisch abonnieren, Google bietet sie als Feed und als JSON-Datei an.
  • Nach der Störung den Störungsbericht des Anbieters einfordern und mit dem eigenen Notfallplan abgleichen, denn ein Störungsbericht allein ändert noch nichts.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Google Cloud Service HealthMultiple services are experiencing issues in the europe-west2 region20.10.2026
  2. Google CloudRegions and zones (Dokumentation, abgerufen am 20. Oktober 2026)
  3. Google Cloud BlogA new era: Supporting customers as a critical ICT third-party provider under EU DORA18.11.2025
  4. Amtsblatt der EUVerordnung (EU) 2022/2554 über die digitale operationale Resilienz im Finanzsektor (DORA), Art. 19 und 28

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