Bis zu 126 Milliarden Euro fließen in diesem Jahr in Metas eigene Rechenzentren. Fremde KI-Modelle kauft der Konzern trotzdem dazu, laut Bloomberg über Azure Foundry, die Modellplattform von Microsoft. Jede Woche schickt Meta dort Billionen Token durch, für einen dreistelligen Millionenbetrag im Jahr. Bestätigt hat die Konditionen keines der beiden Unternehmen.

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Über Azure Foundry verkauft Microsoft die Modelle vieler Anbieter unter einem einzigen Vertrag. Für Server und Rechenzentren gab Meta allein im zweiten Quartal 2026 rund 27 Milliarden Euro aus, umgerechnet zum Kurs 0,87.[1] Neben dieser Summe wirkt die Rechnung bei Microsoft klein. Meta kauft dort allerdings Zugang zu den Modellen des schärfsten Konkurrenten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Bloomberg zahlt Meta jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag für den Modellzugang über Microsofts Plattform Foundry.
  • Metas Entwickler messen ihre eigenen Systeme nach demselben Bericht an den OpenAI-Modellen und schreiben damit zugleich interne Software.
  • OpenAI stand laut Bloomberg im vergangenen Geschäftsjahr für rund 70 Prozent der KI-Erlöse von Microsoft.
  • Weder Microsoft noch Meta haben die genannten Zahlen kommentiert.

Warum kauft ein KI-Konzern fremde Modelle ein?

Espressomaschine aus Chrom neben beschriftetem Becher und einer Figur auf weißer Fläche
Metas eigene Grafikprozessoren bieten Rechenzentrumskapazität, ersetzen aber nicht OpenAIs überlegene KI-Modelle, die Meta selbst für die Softwareentwicklung nutzt

Rechenzentren und Spitzenmodelle sind zwei getrennte Märkte. Eigene Grafikprozessoren liefern Kapazität, kein besseres Modell. Metas Entwickler messen ihre Systeme laut Bloomberg an den OpenAI-Modellen und schreiben mit denselben Modellen ihre interne Software.

Der zweite Grund steht im Vertrag. Foundry bündelt die Modelle vieler Anbieter unter einer Abrechnung und einem Compliance-Rahmen. Großkunden kaufen dieses Bündel statt einzelner Programmierschnittstellen. Metas eigener Coding-Agent Muse Code tritt derweil gegen Claude Code und Codex an.

Billionen Token pro Woche sind vor allem eine Kostenfrage. Anbieter staffeln ihre Preise inzwischen nach Tageszeit. Plattformen schicken einfache Anfragen zuerst an kleine Modelle, bevor das teure übernimmt.

Meta besitzt die Rechenzentren und kauft trotzdem Intelligenz zu. Genau diese Trennung zwischen Infrastruktur und Modell fehlt in den meisten Budgetplänen im Mittelstand.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Wie stark hängt Microsofts KI-Geschäft an wenigen Kunden?

Ein einziger Kunde brachte zuletzt rund 70 Prozent der KI-Erlöse. Laut Bloomberg entfiel dieser Anteil im vergangenen Geschäftsjahr auf OpenAI. Die größten Foundry-Kunden sind nach demselben Bericht Technologiefirmen statt der Industrieunternehmen aus den Werbebroschüren: ByteDance gilt als größter Zahler, dazu kommen Adobe, Perplexity und Sierra.

Beide Seiten sichern sich ab. Microsoft hat sieben eigene KI-Modelle vorgestellt, Meta arbeitet laut Bloomberg an einem eigenen Schnittstellen-Dienst. Das Vorbild dafür lieferte die konzerneigene Suche, die Bing bei Meta ablöste.

Die Basis darunter wächst weiter. Azure überschritt im Geschäftsjahr 2026 erstmals 87 Milliarden Euro Jahresumsatz, im vierten Quartal legte der Dienst um 43 Prozent zu.[2] ByteDance lieh sich 17 Milliarden Euro für eigene KI-Rechenzentren.

Eigene Rechenzentren, fremde Modelle
Was Meta selbst baut und was der Konzern bei Microsoft einkauft, Stand 20. August 2026
27,0 Mrd. €
Investitionen von Meta in Server und Rechenzentren allein im zweiten Quartal 2026, umgerechnet zum Kurs 0,87
113 bis 126 Mrd. €
geplante Investitionen von Meta für das gesamte Jahr 2026, umgerechnet zum Kurs 0,87
87 Mrd. €
Jahresumsatz von Azure im Geschäftsjahr 2026, erstmals über dieser Marke, umgerechnet zum Kurs 0,87
rund 70 %
Anteil von OpenAI an den gesamten KI-Erlösen von Microsoft im vergangenen Geschäftsjahr, laut Bloomberg

Billionen Token pro Woche schickt Meta laut Bloomberg über Azure Foundry, für einen dreistelligen Millionenbetrag im Jahr. Weder Meta noch Microsoft haben die Zahlen kommentiert.

Was folgt daraus für Entscheider im DACH-Raum?

Verträge lassen sich künftig leichter lösen als Architekturen. Ab dem 12. Januar 2027 dürfen Anbieter von Datenverarbeitungsdiensten nach Artikel 29 des Data Act keine Wechselentgelte mehr verlangen, Artikel 30 verpflichtet PaaS- und SaaS-Anbieter zu offenen Schnittstellen.[3] Die technische Bindung an ein bestimmtes Modell räumt die Verordnung nicht ab.

Für die eigene Planung zählen zwei Prüffragen. Läuft die Modellauswahl über eine Plattform mit mehreren Anbietern, oder hängt der Betrieb an einem einzigen Modellnamen? Und wie hoch fällt die Token-Rechnung aus, sobald die Pilotphase endet? Einen laufenden Überblick über den Modellmarkt liefert unser KI-Ressort.

Europäische Alternativen wachsen parallel heran, etwa bei Schwarz Digits, das AWS und Azure mit eigener Infrastruktur angreift. Vor der nächsten Vertragsverlängerung gehören beide Antworten schriftlich in die Entscheidungsvorlage.

Quellen

[1] Meta: „Meta Reports Second Quarter 2026 Results“ (29. Juli 2026)

[2] Microsoft: „Earnings Release FY26 Q4“ (29. Juli 2026)

[3] Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union: Verordnung (EU) 2023/2854 (Datenverordnung, Kapitel VI)

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