Zwei Wochen nach dem Start bei ausgewählten Cyber-Verteidigern öffnet Google sein Spitzenmodell Gemini 4 Argon für zahlende Entwickler und Abonnenten. Eine Million Ausgabe-Token kostet bis zum 30. November umgerechnet 8,70 Euro, die Denk-Token eingerechnet. Für Unternehmen in Europa zählt außerdem, wo Google ihre Prompts zwischenspeichern darf.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenÜber 100.000 Beschäftigte von Alphabet arbeiten jeden Monat mit Argon, so beziffert Google die interne Nutzung.[1] Seit Dienstag steht das Modell auch zahlenden Kunden außerhalb des Konzerns offen.[2] Zum Start Ende September hatten nur Teilnehmer des Fairwind-Programms für Cyberabwehr Zugriff, ausdrücklich ohne Cyber-Schutzfilter.
Das Wichtigste in Kürze
- Google gibt Gemini 4 Argon seit dem 13. Oktober 2026 im bezahlten Tarif der Gemini-API, in der Gemini-App und im KI-Modus der Suche frei.
- Im kostenlosen API-Tarif fehlt das Modell, Abonnenten von Google AI Pro nutzen Argon nur in App und Suche.
- Ab dem 1. Dezember kostet eine Million Ausgabe-Token 17,40 Euro statt 8,70 Euro, Denk-Token eingerechnet.
Wer darf Gemini 4 Argon jetzt nutzen?

Entwickler und Unternehmen erreichen Argon über den bezahlten Tarif der Gemini-API in AI Studio und auf der Gemini-Plattform. In der Gemini-App und im KI-Modus der Google-Suche steht das Modell Abonnenten von Google AI Pro und Ultra zur Verfügung, die Entwicklungsumgebung Antigravity Ultra-Abonnenten und Geschäftskunden.[2]
Google beginnt, mehrere hundert weitere Partner ins Fairwind-Programm aufzunehmen, für alle übrigen Nutzer greifen die Schutzfilter gegen Missbrauch. Eigenmächtige Abkürzungen, etwa um Rechtefehler oder fehlschlagende Tests zu umgehen, zählte Google in Coding-Tests nur noch in 2 % der Läufe. Angriffe über versteckte Anweisungen in Webseiten oder E-Mails glückten im Prüfverfahren von Gray Swan nur in 0,7 % der Fälle.
Warum wird ein langer Argon-Lauf teuer?
Denk-Token rechnet Google als Ausgabe ab, die fünfmal so viel kostet wie die Eingabe.[3] Im Normalbetrieb endet eine Antwort nach 65.536 Token. Mit dem Long-Decode-Modus teilen sich Eingabe und Ausgabe ein Budget von gut einer Million Token.[4] Eine Anfrage, die dieses Budget fast ganz für Ausgabe nutzt, kostet heute knapp 8,70 Euro, ab Dezember knapp 17,40 Euro (Kurs 0,87 Euro je Dollar).
Ihre stärksten Modelle geben die KI-Anbieter in Etappen frei. Anthropic verteilt Mythos 5.1 in drei Stufen an Sicherheitsteams, beim kleinen Modell Haiku 5.5 senkte der Konzern dagegen den Preis. Google verlangt für sein Spitzenmodell nach dem Einführungsrabatt den vollen Satz.
Preise je Million Token
| Verarbeitung | Bis 30. November | Ab 1. Dezember |
|---|---|---|
| Ausgabe, Standard | 8,70 € | 17,40 € |
| Ausgabe, Batch und Flex | 4,35 € | 8,70 € |
| Ausgabe, Priority | 15,66 € | 31,32 € |
| Eingabe, Standard | 1,74 € | 3,48 € |
Was müssen Unternehmen in Europa beachten?
API-Anwendungen für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz oder in Großbritannien dürfen nur über den bezahlten Tarif laufen.[5] In diesem Tarif nutzt Google Prompts und Antworten nicht zum Training und verarbeitet sie nach einem Zusatz zur Auftragsverarbeitung im Sinne von Artikel 28 DSGVO. In der Region gelten diese Regeln sogar für das kostenlose AI Studio. Die Bedingungen erlauben Google aber, die Daten vorübergehend in jedem Land zu speichern, in dem der Konzern oder seine Dienstleister Einrichtungen betreiben. Datenschutzbeauftragte sollten diese Drittlandübermittlung deshalb prüfen.
Sieben Wochen Einführungspreis reichen Google, um Firmen an Argon zu gewöhnen. Ab Dezember zahlen die Kunden das Doppelte.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Für IT-Leiter, die Argon neben GPT und Claude testen, ergeben sich zwei Aufgaben:
- Begrenzen Sie gerne die Denkstufe und die Ausgabelänge je Anfrage, bevor am 1. Dezember der volle Satz gilt.
- Schieben Sie Aufgaben ohne Zeitdruck in die Batch-Verarbeitung, die den Preis halbiert, und vergleichen Sie die Kosten je erledigter Aufgabe mit anderen Modellen.
Die Preiserhöhung betrifft nur die API, Abonnenten von App und Suche zahlen weiter ihren Monatsbeitrag. Welche Funktionen und Abos Gemini insgesamt umfasst, zeigt unsere Übersicht zu Google Gemini.
Quellen
5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Google AntigravityGemini 4 Argon in Google Antigravity
- GoogleGemini 4 Argon: Built to solve your hardest problems
- Google AI for DevelopersGemini Developer API pricing, abgerufen am 14. Oktober 2026
- Google AI for DevelopersGemini 4 Argon, Modellseite, Stand 13. Oktober 2026
- Google AI for DevelopersGemini API Additional Terms of Service, abgerufen am 14. Oktober 2026
Mehr Newshunger?
- Gemini 4 Argon: Cyber-Verteidiger erhalten Googles neues Spitzenmodell ohne Schutzfilter
- GPT, Claude oder Gemini? So finden Unternehmen das passende KI-Modell, bevor sie Lizenzen kaufen
- Googles Gemini-Agent bekommt ein eigenes Konto im Firmenverzeichnis
- GLM-Legal: Zhipus Rechts-KI löst jede fünfte Kanzleiaufgabe vollständig
- Anthropic öffnet Mythos 5.1 für mehr Sicherheitsteams und staffelt den Zugang in drei Stufen
- Mistral Large 4: Das KI-Modell mit einer Billion Parametern startet als Vorschau
