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Larry Ellison lieh sich für die Übernahme von Warner Bros. Discovery Milliarden bei fünf Großbanken, statt Oracle-Aktien zu verkaufen. Laut dem Wall Street Journal ließen sich Citigroup, HSBC, JPMorgan Chase, UBS und BNP Paribas dafür 87 Millionen Oracle-Aktien verpfänden, beim Schlusskurs vom Dienstag rund 9,9 Mrd. € wert. Einen Verkauf von Oracle-Aktien für rund 7,5 Mrd. Dollar, umgerechnet 6,5 Mrd. €, hatte der Oracle-Mitgründer im September abgesagt.

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Das Wall Street Journal veröffentlichte den Bericht in der Nacht zum Mittwoch und stützt sich auf Registerunterlagen zu den Krediten.[1] Wie viel Geld Ellison tatsächlich aufnahm, geht aus diesen Unterlagen nicht hervor. Neben Oracle-Aktien dienen laut der Zeitung auch seine Beteiligungen an Tesla, SpaceX und Skydance als Sicherheit.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Fünf Großbanken halten laut Wall Street Journal 87 Millionen verpfändete Oracle-Aktien, vor einem Jahr waren es rund 30 Millionen.
  • Ellison sagte im September einen Plan ab, bis zu 50 Millionen Oracle-Aktien zu verkaufen.
  • Die Firma seines Sohnes David schloss den Kauf von Warner Bros. Discovery am 6. Oktober ab.
  • Kreditnehmer ist Ellison persönlich, nicht der Oracle-Konzern.

Wie finanzierte Skydance den Kauf von Warner?

Filmklappe auf Wertpapieren, mit Schnur, Schlüssel und „Pfand“-Schild, vor weißem Grund
Skydance übernahm Warner Bros. Discovery am 6. Oktober 2026 für 31 Dollar pro Aktie. Investoren zeichneten 3,92 Milliarden neue Aktien zu 12 Dollar

Paramount Skydance übernahm Warner Bros. Discovery am 6. Oktober 2026 und heißt seitdem Skydance. Jeder Warner-Aktionär bekam 31 Dollar in bar je Aktie, rund 27 €, plus einen kleinen Aufschlag für jeden Tag nach dem 30. September.[5] Am Tag des Abschlusses zeichneten Investoren knapp 3,92 Milliarden neue Aktien zu je 12 Dollar, zusammen rund 47 Mrd. Dollar oder 40,9 Mrd. €. Zum Kreis der Zeichner gehörten laut der Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC Gesellschaften aus dem Umfeld des Ellison-Trusts. Hinzu kamen Anleihen über 41,4 Mrd. Dollar, rund 36 Mrd. €, sowie Euro-Anleihen über weitere 885 Mio. €. Chef von Skydance ist Larry Ellisons Sohn David Ellison.

Wie viel der Vater selbst einzahlte, weist die Mitteilung nicht einzeln aus. Seinen Beitrag finanzierte Ellison laut Wall Street Journal mit Krediten: Die Zahl der Oracle-Aktien, die an die fünf Institute verpfändet sind, stieg binnen eines Jahres von rund 30 Millionen auf 87 Millionen.[1] Insgesamt hatte Ellison laut dem Proxy Statement von Oracle, der jährlichen Pflichtunterlage zur Hauptversammlung, zum Stichtag 21. September 413 Millionen Oracle-Aktien verpfändet, beim Kurs vom Dienstag rund 47 Mrd. €.[4] Die beiden Zahlen messen Verschiedenes: Das Proxy Statement erfasst alle verpfändeten Aktien, die Registerunterlagen nur die Aktien, die bei diesen fünf Banken als Sicherheit liegen.

Warum verkauft Ellison keine Oracle-Aktien?

Ein Verkauf war vorbereitet. Am 22. Juni 2026 richtete Ellison einen Handelsplan nach Rule 10b5-1 ein, der ihm erlaubte, bis zum 24. Oktober bis zu 50 Millionen Oracle-Aktien zu verkaufen.[2] Solche Pläne legen Verkäufe lange im Voraus fest und schützen Führungskräfte vor dem Verdacht des Insiderhandels. Am 12. September meldete Oracle, dass Ellison den Plan gekündigt habe, ohne eine einzige Aktie zu verkaufen. Ellison habe „keine weiteren Pläne, seine Oracle-Aktien zu verkaufen“, hieß es in der Mitteilung.[3]

Für einen Kredit statt eines Verkaufs sprechen in Ellisons Lage zwei Gründe. Mit 1,16 Milliarden Aktien hält er rund 38 % von Oracle. Jeder Verkauf hätte diesen Anteil und damit seinen Einfluss verringert. Zudem wäre der Kursgewinn beim Verkauf steuerpflichtig geworden. Ein Kredit löst dagegen keine Steuer aus, er kostet nur Zinsen. Laut Proxy Statement sichern die verpfändeten Aktien Kredite mit fester Laufzeit für private Vorhaben außerhalb von Oracle. Keine der Aktien liegt auf einem Konto beim Broker, über das auf Kredit gehandelt wird.[4]

Ellison hält seine Oracle-Aktien und verschuldet sich lieber. Das Risiko eines Kursrutsches liegt damit bei den Banken und bei allen, die Oracle im Depot haben.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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So finanziert Ellison den Warner-Kauf
Kredite statt Aktienverkauf, Stand 21. Oktober 2026
Fünf Banken als Geldgeber
laut Wall Street Journal
87 Mio. Aktien

Oracle-Aktien als Sicherheit bei Citigroup, HSBC, JPMorgan Chase, UBS und BNP Paribas, rund 9,9 Mrd. € wert. Vor einem Jahr waren es rund 30 Millionen.

Was als Pfand dient
  • Oracle: insgesamt 413 Mio. Aktien verpfändet, rund 47 Mrd. €
  • Tesla, SpaceX, Skydance: weitere Beteiligungen laut Wall Street Journal
  • Kreditsumme: nicht bekannt
Vom Verkaufsplan zum Kredit
  • 22.06.2026: Plan für den Verkauf von bis zu 50 Mio. Oracle-Aktien
  • 12.09.2026: Plan gekündigt, keine Aktie verkauft
  • 06.10.2026: Skydance übernimmt Warner Bros. Discovery
  • 20.10.2026: Wall Street Journal berichtet über die Kredite
Geld für den Kauf
  • Neue Aktien: 40,9 Mrd. € zu je 12 Dollar, auch vom Umfeld des Ellison-Trusts
  • Anleihen: rund 36 Mrd. € plus Euro-Anleihen über 885 Mio. €
  • Kaufpreis: 31 Dollar je Warner-Aktie in bar, rund 27 €

Was zeigt der Vergleich mit Musk und Twitter?

Elon Musk ging bei seinem Kauf von Twitter 2022 den umgekehrten Weg. Morgan Stanley und weitere Banken hatten ihm zunächst bis zu 12,5 Mrd. Dollar an Wertpapierkrediten zugesagt, rund 10,9 Mrd. €, gesichert mit Tesla-Aktien. Bis zum 24. Mai 2022 ließ Musk diese Zusage vollständig auslaufen und brachte stattdessen mehr eigenes Geld in den Kauf ein.[6] Das Geld beschaffte er unter anderem über Verkäufe von Tesla-Aktien in Milliardenhöhe. Ein Wertpapierkredit hat einen Haken: Fällt der Kurs, verlangen die Banken mehr Sicherheiten.

Ellison setzt dagegen auf das Pfand. Seit dem Proxy Statement des Vorjahres sank der Wert seiner verpfändeten Oracle-Aktien deutlich, obwohl er mehr Aktien hinterlegte: Im September 2025 waren 346 Millionen Aktien rund 85 Mrd. € wert, heute sind es 413 Millionen für rund 47 Mrd. €. Oracle verbietet allen Beschäftigten und Verwaltungsratsmitgliedern, Aktien zu verpfänden, nur für Ellison gilt eine Ausnahme, die ein Ausschuss des Verwaltungsrats jedes Quartal prüft.[4] Wie Oracles Geschäft mit der KI-Cloud dasteht, zeigt unsere Analyse des Oracle-Geschäftsmodells.

Was bedeutet das für Kunden und Anleger in Deutschland?

Für Oracle als Unternehmen und für seine Cloud-Kunden ändert sich durch die Kredite nichts: Schuldner ist Ellison persönlich, der Konzern nimmt kein Kapital auf. Anders sieht es für Anleger aus, die Oracle-Aktien halten, auch über Fonds und ETFs. Fällt der Kurs stark, können Banken bei solchen Krediten üblicherweise mehr Sicherheiten verlangen. Die Bedingungen der Kredite legt Oracle nicht offen. In der EU erführen Aktionäre von einer solchen Verpfändung nach Artikel 19 der Marktmissbrauchsverordnung binnen drei Geschäftstagen, in den USA erst im jährlichen Proxy Statement. Prüfen Sie gerne, wie hoch der Anteil von Oracle in Ihren Fonds ausfällt.

Direkt spürbar ist der Eigentümerwechsel bei HBO Max. Der Streamingdienst von Warner läuft in Deutschland seit Anfang 2026 und ist seit dem 22. September auch direkt über MagentaTV der Telekom buchbar. Zum 1. Januar 2027 steigt jede Preisstufe um einen Euro. Über das Angebot entscheidet nun Skydance, das den Kauf zu einem großen Teil mit Anleihen bezahlte und diese Schulden bedienen muss. Buchen Sie HBO Max über die Telekom, lohnt vor der Preiserhöhung ein Blick auf die Wahl zwischen monatlicher Kündbarkeit und zwölf Monaten Laufzeit.

FAQ: Larry Ellison und die Kredite für Warner

Wer ist Larry Ellison?

Larry Ellison gründete Oracle 1977 mit und ist heute Executive Chair, also Vorsitzender des Verwaltungsrats, und Technikchef des Konzerns. Mit 1,16 Milliarden Aktien hält er rund 38 Prozent von Oracle. Sein Sohn David Ellison führt das Medienunternehmen Skydance.

Warum verpfändet Larry Ellison Oracle-Aktien?

Ellison nutzt die Aktien als Sicherheit für persönliche Kredite. So kommt er an Geld, ohne Aktien zu verkaufen und seinen Anteil an Oracle zu verringern. Laut Wall Street Journal finanzierte er so seinen Beitrag zur Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Skydance.

Welche Banken leihen Larry Ellison Geld?

Laut Wall Street Journal sind 87 Millionen Oracle-Aktien an Citigroup, HSBC, JPMorgan Chase, UBS und BNP Paribas verpfändet. Vor einem Jahr waren es rund 30 Millionen. Wie viel Geld Ellison bei diesen Banken aufnahm, geht aus den Unterlagen nicht hervor.

Ist Oracle von den Krediten betroffen?

Oracle selbst nimmt kein Geld auf, Schuldner ist Ellison persönlich. Laut Proxy Statement liegen die verpfändeten Aktien nicht auf Konten, über die auf Kredit gehandelt wird. Ein Ausschuss des Verwaltungsrats prüft die Verpfändungen jedes Quartal und sieht darin kein wesentliches Risiko für Oracle.

Quellen

6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. The Wall Street JournalLarry Ellison Went on Borrowing Spree to Bankroll His Son’s Warner Bros. Bid (englisch, Exklusivbericht, hinter Bezahlschranke)20.10.2026
  2. OracleQuartalsbericht Form 10-Q zum 31. August 2026, Item 5 (englisch, SEC)11.09.2026
  3. OracleLarry Ellison Cancels His Plan to Sell Oracle Stock (englisch, Anlage zum Form 8-K, SEC)12.09.2026
  4. OracleProxy Statement 2026, Form DEF 14A (englisch, SEC)25.09.2026
  5. SkydanceForm 8-K zum Abschluss der Übernahme von Warner Bros. Discovery (englisch, SEC)06.10.2026
  6. Elon MuskSchedule 13D/A zu Twitter, Inc. (englisch, SEC)25.05.2022

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