Larry Ellison hat weitere 67 Millionen Oracle-Aktien als Sicherheit für private Kredite hinterlegt. Beim Schlusskurs vom 25. September entspricht das rund 8 Milliarden Euro. Verpfändet sind damit 413 Millionen Aktien. Zugleich hat der Oracle-Gründer bis zu 40,6 Milliarden Euro zugesagt, mit denen Paramount den Kauf von Warner Bros. Discovery bezahlen soll.

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Die Zahl steht im Proxy Statement, der Einladung zur Hauptversammlung, die Oracle am 25. September bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht hat.[1] Zum Stichtag 21. September hatte Ellison 413 Millionen Aktien verpfändet. Im Proxy Statement des Vorjahres standen noch 346 Millionen. Das Plus beträgt rund 19 Prozent.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ellison hat 413 Millionen Oracle-Aktien verpfändet, 67 Millionen mehr als vor einem Jahr.
  • Die verpfändeten Aktien sind rund 49 Milliarden Euro wert, gut ein Drittel seines Oracle-Pakets.
  • Für die Übernahme von Warner Bros. Discovery hat Ellison bis zu 40,6 Milliarden Euro Eigenkapital zugesagt.
  • In der EU müssten Führungskräfte eine solche Verpfändung binnen drei Geschäftstagen melden.

Was steht im Proxy Statement von Oracle?

Vorhängeschloss an Aktienurkunden mit Pfand-Schild und Filmrolle, freigestellt
Larry Ellison verpfändet 1,16 Milliarden Oracle-Aktien als Sicherheit, obwohl das Unternehmen dies Mitarbeitern verbietet. Ein Verwaltungsrat überwacht die Transaktionen

Ellison ist Gründer, Verwaltungsratschef und Technikchef von Oracle und hält 1,16 Milliarden Aktien, also 38,2 Prozent des Konzerns. Gut ein Drittel davon dient nun als Pfand. Oracle verbietet allen Beschäftigten und Direktoren, Aktien des Konzerns zu verpfänden. Einzige Ausnahme ist Ellison, dessen Verpfändungen ein Ausschuss des Verwaltungsrats jedes Quartal prüft.

Der Ausschuss sieht darin kein wesentliches Risiko. Die verpfändeten Aktien sichern laut Proxy Statement „persönliche Laufzeitkredite, die ausschließlich private Geschäftsvorhaben außerhalb von Oracle finanzieren“. Keine Aktie liege auf einem Wertpapierkreditkonto, und Ellison könne die Kredite nach Einschätzung des Verwaltungsrats auch ohne Rückgriff auf das Pfand tilgen.

Wofür braucht Ellison die Kredite?

Den Verwendungszweck nennt Oracle nicht. Die größte bekannte Verpflichtung Ellisons außerhalb von Oracle ist die Paramount-Zusage. Ellison und sein Trust haben sich verpflichtet, für den Kauf von Warner Bros. Discovery bis zu 46,7 Milliarden US-Dollar neues Eigenkapital in Paramount Skydance einzuschießen, rund 40,6 Milliarden Euro.[2] Paramount-Chef ist sein Sohn David Ellison. Staatsfonds aus Saudi-Arabien, Abu Dhabi und Katar übernehmen Teile der Summe, die Zusage des Trusts bleibt aber bestehen, falls ein Partner ausfällt. Scheitert der Kauf am Kartellrecht, schuldet Paramount dem Warner-Konzern 6,1 Milliarden Euro. Auch diese Summe würde Ellison gegen neue Paramount-Aktien aufbringen.

Die Übernahme nähert sich dem Abschluss. Am 21. September legte Paramount die Klagen von zwölf US-Bundesstaaten und der Drehbuchautorengewerkschaft per Vergleich bei, ein Gericht muss ihn noch billigen. Für jeden Tag nach dem 30. September ohne Vollzug steigt der Kaufpreis je Warner-Aktie um einen kleinen Aufschlag, den ebenfalls Ellisons Zusage abdeckt. Am 25. September legte Paramount den 5. Oktober als Stichtag für Optionsscheine fest, die seine Aktionäre nur bei vollzogenem Kauf erhalten.[3]

Auffällig ist der Kursverlauf. Ende September 2025, als Oracle das Proxy Statement des Vorjahres vorlegte, kostete die Aktie rund 247 Euro. Am 25. September 2026 schloss sie bei rund 119 Euro. Die 346 Millionen Aktien aus dem Vorjahr waren damals etwa 85 Milliarden Euro wert, die heute 413 Millionen Aktien nur noch rund 49 Milliarden Euro. Ellison hinterlegt also mehr Aktien für einen geringeren Pfandwert.

Ellisons Oracle-Pfand in Zahlen
Stand laut Proxy Statement vom 25. September 2026, Stichtag 21. September
Oracle-Paket
38,2 %

1,16 Milliarden Aktien mit einem Kurswert von rund 138 Milliarden Euro

Verpfändet
413 Mio.

Aktien im Wert von rund 49 Milliarden Euro, gut ein Drittel des Pakets, 67 Millionen mehr als 2025

Paramount-Zusage
40,6 Mrd. €

neues Eigenkapital, das Ellison und sein Trust für den Kauf von Warner Bros. Discovery höchstens einschießen

Mehr Aktien, weniger Pfandwert
  1. September 2025346 Millionen Aktien verpfändet, Kurs rund 247 Euro, Pfandwert etwa 85 Milliarden Euro
  2. September 2026413 Millionen Aktien verpfändet, Kurs rund 119 Euro, Pfandwert rund 49 Milliarden Euro
Stand der Warner-Übernahme
  1. 27.02.2026Paramount und Warner Bros. Discovery unterzeichnen den Kaufvertrag
  2. Juli 2026EU-Kommission genehmigt, zwölf US-Bundesstaaten klagen gegen den Kauf
  3. 21.09.2026Vergleich mit Bundesstaaten und Gewerkschaft, ein Gericht muss noch zustimmen
  4. 25.09.2026Oracle meldet 413 Millionen verpfändete Ellison-Aktien

Ellison verpfändet mehr Oracle-Aktien, während seine Milliardenzusage für Paramount noch offen ist. Oracle-Aktionäre tragen damit ein Risiko mit, das in keiner Bilanz des Konzerns auftaucht.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was bedeutet die Verpfändung für Anleger in Europa?

In den USA erfahren Aktionäre von der Verpfändung einmal im Jahr, im Proxy Statement zur Hauptversammlung. In der EU gilt die Marktmissbrauchsverordnung. Nach Artikel 19 melden Führungskräfte börsennotierter Firmen ihre Geschäfte mit Aktien des eigenen Unternehmens oberhalb einer Bagatellgrenze spätestens drei Geschäftstage danach. Eine Verpfändung fällt darunter, sobald sie einen bestimmten Kredit absichert.[4] Die Meldungen sammelt die Finanzaufsicht BaFin in einer öffentlichen Datenbank.

Für Anleger mit Oracle im Depot stellen sich zwei Prüffragen:

  • Wie tief darf der Kurs fallen? Laut Oracle liegen die Aktien nicht auf Wertpapierkreditkonten, bei denen ein Kurssturz einen Zwangsverkauf auslösen kann. Die Bedingungen der Kredite legt Oracle aber nicht offen.
  • Vollzieht Paramount den Kauf? Erst dann fließt das zugesagte Eigenkapital, und erst dann zeigt sich, wie viel davon Ellison selbst aufbringt.

Wie Oracle sein Geld verdient, lesen Sie in unserer Analyse zum Geschäftsmodell von Oracle. Warum der Konzern selbst unter Druck steht, zeigt der Bericht über Schulden und Stellenabbau für die KI-Rechenzentren.

FAQ: Larry Ellison und die verpfändeten Oracle-Aktien

Wie viele Oracle-Aktien hat Larry Ellison verpfändet?

Zum Stichtag 21. September 2026 hatte Larry Ellison laut dem Proxy Statement von Oracle 413 Millionen Aktien als Sicherheit für private Kredite verpfändet. Das sind 67 Millionen mehr als im Vorjahr und gut ein Drittel seiner 1,16 Milliarden Oracle-Aktien.

Wie viel sind die verpfändeten Aktien wert?

Beim Schlusskurs vom 25. September 2026 von 137,10 US-Dollar sind die 413 Millionen verpfändeten Aktien rund 56,6 Milliarden US-Dollar wert, umgerechnet etwa 49 Milliarden Euro. Die 67 Millionen neu verpfändeten Aktien entsprechen rund 8 Milliarden Euro.

Warum darf Ellison Oracle-Aktien verpfänden?

Oracle verbietet allen Beschäftigten und Direktoren, Aktien des Konzerns zu verpfänden. Für Gründer Larry Ellison gilt eine Ausnahme. Ein Ausschuss des Verwaltungsrats prüft seine Verpfändungen jedes Quartal und sieht darin derzeit kein wesentliches Risiko für Oracle.

Was hat Ellison für die Übernahme von Warner Bros. Discovery zugesagt?

Ellison und sein Trust haben sich verpflichtet, bis zu 46,7 Milliarden US-Dollar neues Eigenkapital in Paramount Skydance einzuschießen, rund 40,6 Milliarden Euro. Staatsfonds aus Saudi-Arabien, Abu Dhabi und Katar übernehmen Teile davon, die Zusage bleibt aber bestehen.

Müssen Vorstände in der EU verpfändete Aktien melden?

Ja. Nach Artikel 19 der Marktmissbrauchsverordnung melden Führungskräfte börsennotierter Firmen Geschäfte mit eigenen Aktien oberhalb einer Bagatellgrenze binnen drei Geschäftstagen. Eine Verpfändung ist meldepflichtig, sobald sie einen bestimmten Kredit absichert.

Quellen

[1] SEC: „Oracle Corporation, Proxy Statement 2026 Annual Meeting of Stockholders (DEF 14A)“

[2] SEC: „Paramount Skydance Corporation, Quarterly Report Q2 2026 (Form 10-Q)“

[3] SEC: „Paramount Skydance Corporation, Current Report (Form 8-K) vom 25.09.2026“

[4] Lexparency: „Verordnung (EU) Nr. 596/2014, Artikel 19: Eigengeschäfte von Führungskräften“

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