Netflix schluckt Warner Bros. für 83 Milliarden

Leopold Hirschberg
Autor Dr. Web
Aktualisiert:
3 Min. Lesezeit
Netflix schluckt Warner Beitragsbild

Der Streaming-Riese kauft HBO, das legendäre Filmstudio und ein Jahrhundert Hollywood-Geschichte. Für europäische Medienunternehmen könnte dieser Mega-Deal die Spielregeln fundamental verändern.

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Das Ende der Streaming-Kriege

Kommt Ihnen das bekannt vor? Jeden Monat ein neues Streaming-Abo, weil der eine Dienst Game of Thrones hat, der andere Stranger Things. Diese Ära geht zu Ende. Netflix und Warner Bros. Discovery haben am Freitag den größten Medien-Deal seit Jahren verkündet.

Der Streaming-Marktführer übernimmt das traditionsreiche Studio für einen Enterprise Value von 82,7 Milliarden Dollar. Das Bieterrennen gegen Paramount Skydance und Comcast hat Netflix klar für sich entschieden.

Was Netflix bekommt

Die Transaktion umfasst weit mehr als eine Inhaltebibliothek. Netflix erhält die Warner Bros. Film- und TV-Studios, HBO und HBO Max als Streaming-Plattformen sowie Warner Bros. Games mit Franchises wie DC und Mortal Kombat.

Ted Sarandos, Co-CEO von Netflix, erklärt: „Durch die Kombination der unglaublichen Bibliothek von Warner Bros. mit unseren kulturprägenden Titeln wie Stranger Things und Squid Game können wir unser Ziel noch besser erreichen: die Welt zu unterhalten.“ Die über 300 Millionen Netflix-Abonnenten weltweit bekommen künftig Zugang zu einem Jahrhundert Filmgeschichte.

Durch die Kombination der unglaublichen Bibliothek von Warner Bros. mit unseren kulturprägenden Titeln wie Stranger Things und Squid Game können wir unser Ziel noch besser erreichen: die Welt zu unterhalten.

Ted Sarandos, Co-CEO von Netflix

Die Zahlen hinter dem Deal

Der Kaufpreis von 27,75 Dollar pro Aktie setzt sich aus 23,25 Dollar in bar und Netflix-Aktien im Wert von 4,50 Dollar zusammen. Das Equity Value liegt bei 72 Milliarden Dollar.

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Netflix rechnet mit jährlichen Synergien von 2 bis 3 Milliarden Dollar ab dem dritten Jahr nach Abschluss. Der Streaming-Gigant nimmt dafür einen Bridge Loan von 59 Milliarden Dollar bei drei Großbanken auf.

Die hohe Breakup Fee von 5,8 Milliarden Dollar signalisiert: Die Netflix-Führung rechnet fest mit dem Closing.

Regulatorische Hürden und politische Brisanz

Der Deal muss noch einige Hürden nehmen. David Ellison, CEO von Paramount, kritisierte den Verkaufsprozess bereits öffentlich. Die Trump-Administration betrachtet die Übernahme nach Medienberichten mit Skepsis.

Senatorin Elizabeth Warren bezeichnete den Deal als „Anti-Monopol-Alptraum“. Die Writers Guild of America fordert eine Blockade der Fusion. Die Sorge: Ein Streaming-Monopolist könnte die Verhandlungsmacht der Kreativen weiter schwächen.

Was sich für den Markt ändert

Für europäische Medienunternehmen und Content-Produzenten markiert dieser Deal eine Zeitenwende. Netflix kontrolliert künftig nicht nur den größten Streaming-Dienst, sondern auch eines der produktivsten Studios Hollywoods.

HBO Max soll vorerst als separate Plattform bestehen bleiben. Kinostarts für Warner-Filme will Netflix beibehalten. Allerdings deutete Sarandos bereits kürzere Exklusivfenster an.

Greg Peters, Co-CEO von Netflix, betont: „Warner Bros. hat seit über einem Jahrhundert die Unterhaltung mitgeprägt. Mit unserer globalen Reichweite können wir diese Welten einem noch breiteren Publikum zugänglich machen.“

Der Abschluss wird nach der Abspaltung von Discovery Global im dritten Quartal 2026 erwartet. Wer im europäischen Medienmarkt mithalten will, sollte diese Entwicklung genau beobachten.

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Leopold Hirschberg
Autor
Leopold Hirschberg ist ein Big Lebowski-Typ, der dank jahrzehntelangem Selbststudium ganz gechillt jedes Thema inhalieren kann. Michael Dobler bedient sich manchmal bei diesem Alter Ego, wenn er es satt hat, immer seinen Namen zu lesen und auch mal andere Schreibstile ausprobieren möchte.
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