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5. Dezember 2025 5. Dezember 2025
Reading Time: 2 minutes

KI-Ära ist Wort des Jahres 2025. Überrascht?

Michael Dobler

Michael Dobler

Autor Dr. Web

Die Gesellschaft für deutsche Sprache hat entschieden: Wir leben offiziell in der KI-Ära. Was Ihre IT-Abteilung seit zwei Jahren predigt, ist jetzt auch sprachwissenschaftlich bestätigt. Auf Platz 10 wartet mit „Vertiktokung“ ein weiteres digitales Schmuckstück.

Die Maschinen sind in der Mitte angekommen

Wahrheit oder Pflicht! Wann haben Sie zuletzt einen Text komplett selbst geschrieben? Die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) in Wiesbaden hat beobachtet, was längst offensichtlich war. Künstliche Intelligenz ist aus dem Forschungslabor in den Alltag gewandert. Ob Internetrecherche, Bildanimation oder Texterstellung. Die GfdS sieht den Beginn einer neuen Zeitrechnung. Mit Chancen, aber auch mit Risiken für eigenständiges Denken, Sprechen und Schreiben.

Von KI-Boom zur KI-Ära

Die Entwicklung war absehbar. 2023 stand „KI-Boom“ auf der Auswahlliste, 2024 folgte „generative Wende“. Jetzt also die offizielle Ära-Ausrufung. Für Unternehmen bedeutet das: Wer KI-Tools noch als Spielerei abtut, argumentiert gegen den Zeitgeist. Die flächendeckende Nutzung wird sich laut GfdS auch auf die deutsche Sprache auswirken. Ob das gut oder schlecht ist, lässt die Jury diplomatisch offen.

Deal, Drohnisierung und digitale Ermüdung

Die weiteren Platzierungen lesen sich wie ein Jahresrückblick im Schnelldurchlauf. „Deal“ auf Platz 2 steht für hemdsärmelige Politik à la Trump. „Land gegen Frieden“ (Platz 3) beschreibt die Ukraine-Debatte. Das „Sondervermögen“ (Platz 4) ermöglicht 500 Milliarden Euro zusätzliche Schulden. Kritiker nennen es auch „Schuldenbooster“. Die „Drohnisierung“ (Platz 6) klingt nach Science-Fiction, ist aber militärische Realität.

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Klimamüde und vertiktokt

Bemerkenswert für die Zielgruppe: „Klimamüde“ auf Platz 9 zeigt eine Prioritätenverschiebung in der Bevölkerung. Und „Vertiktokung“ auf dem letzten Platz? Ein Hinweis der Sprachwächter, dass jüngere Generationen ihre Informationen zunehmend aus Kurzvideos beziehen. Schulen, Universitäten und ja, auch Unternehmen müssen sich darauf einstellen.

49 Jahre Sprachbeobachtung

Die Wörter des Jahres werden 2025 zum 49. Mal gekürt. Die GfdS sucht dabei nicht die häufigsten Begriffe, sondern die charakteristischsten. Dass ausgerechnet im Jahr vor dem 50. Jubiläum die KI-Ära ausgerufen wird, hat eine gewisse Pointe. Vielleicht schreibt nächstes Jahr ja schon eine KI die Pressemitteilung.

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