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Autos von Geely, Lynk & Co und Smart sollen außerhalb Chinas ab der zweiten Jahreshälfte 2027 mit Gemini, Google Maps und dem Play Store ausgeliefert werden. Ausgenommen bleiben China und die USA, das US-Handelsministerium verbietet vernetzte Autos chinesischer Hersteller ab dem Modelljahr 2027.

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920.000 Autos will Geely Auto in diesem Jahr ins Ausland verkaufen, so lautet das im August angehobene Ziel.[2] Für diese Exportmärkte kündigte die Muttergesellschaft Zhejiang Geely Holding am 16. Oktober eine weltweite Partnerschaft mit Google an.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • Google-Dienste kommen ab der zweiten Hälfte 2027 in Exportmodelle von Geely, Lynk & Co, Proton, Riddara und Smart.
  • In den USA dürfen Hersteller mit China-Bezug ab dem Modelljahr 2027 keine vernetzten Autos verkaufen.
  • In der EU gibt der Data Act Nutzern Zugriff auf die Daten ihres Autos.

Was zieht von Google in die Autos ein?

Weißes Lenkrad mit Notizzettel und Schlüssel auf weißem Hintergrund
Google Automotive Services kommen ab 2027 in Konzernmodellen: Gemini, Maps und Play Store für Autos in allen Märkten

Laut Mitteilung bekommen alle infrage kommenden Konzernmodelle die Google Automotive Services in allen Auslandsmärkten, in denen Google seine Dienste anbietet.[1] Dazu zählen der KI-Assistent Gemini, Google Maps und der Play Store für Apps im Auto. Den Anfang macht ein Modell in der zweiten Jahreshälfte 2027, abhängig von Entwicklung, Zulassung und Marktreife.

Neu ist die Verbindung nicht: Der Polestar 2 hat die Google-Dienste seit 2020 an Bord. Jetzt folgen weitere Marken, neben Geely und Lynk & Co auch der malaysische Hersteller Proton, die Pick-up-Marke Riddara und Smart, das Gemeinschaftsunternehmen mit Mercedes-Benz. „Die Menschen erwarten im Auto zunehmend denselben Komfort und dieselbe Vernetzung wie in ihrem Alltag“, sagte Shen Yuan, Technikchef der Geely Holding.

Warum kauft Geely die Software bei Google ein?

In China liefern chinesische Technologiekonzerne das Cockpit, Huawei etwa für fünf Marken von Changan. Geely begründet den Schritt damit, dass sich digitale Gewohnheiten und Ökosysteme von Markt zu Markt unterscheiden.[1] Für jedes Exportland eigene Kartendienste und App-Angebote anzubinden, kostet Entwicklungszeit, die ein lizenziertes Google-Paket erspart.

Kurz zuvor hatte Chery laut dem Finanzportal Cailian Press einen Auftrag an Bosch vergeben: Kamera und Assistenzsystem für sechs neue Europa-Modelle, Serienstart 2028.[3] Beide folgen demselben Muster: Für Europa kaufen sie Software im Westen ein. In den USA verkaufte sich der Honda Prologue 2025 rund 39.000-mal, der baugleiche Chevrolet Blazer EV ohne Apple CarPlay und Android Auto nur rund 23.000-mal.

Geely liefert Europa die Autos, das Cockpit überlässt der Konzern lieber Google.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Geelys Weg ins Google-Cockpit
Zeitplan, Marken und die Märkte, die außen vor bleiben
2. Hälfte 2027
soll das erste Konzernmodell mit Gemini, Google Maps und Play Store starten
5 Marken
nennt Geely: Geely, Lynk & Co, Proton, Riddara und Smart
920.000
Autos will Geely Auto im Jahr 2026 exportieren, zuvor lag das Ziel bei 640.000
Modelljahr 2027
ab dem die USA vernetzte Autos von Herstellern mit China-Bezug verbieten

Warum bleiben China und die USA außen vor?

In China bietet Google seine Dienste nicht an. In den USA verbietet eine Verordnung des Handelsministeriums ab dem Modelljahr 2027 den Verkauf vernetzter Autos von Herstellern mit Verbindung zu China, auch wenn die Fahrzeuge in den USA gebaut werden.[4] Für die chinesischen Konzernmarken bleibt der US-Markt damit verschlossen, ob mit oder ohne Google.

Was bedeutet das für Fuhrparks in Europa?

Für Deutschland zählen zwei Marken: Lynk & Co verkauft ab Januar 2027 über das Händlernetz von Volvo, der Smart #2 ab Mitte 2027 über die Autohäuser von Mercedes-Benz. Welche Modelle die Google-Dienste zuerst bekommen, hat Geely offengelassen.

Seit dem 12. September 2026 verlangt die EU-Datenverordnung (Data Act) für neu in Verkehr gebrachte vernetzte Produkte, dass Nutzer ihre Daten einfach abrufen können.[5] Bei einem Geely mit Gemini fallen die Daten bei zwei Unternehmen an: Fahrzeugdaten beim Hersteller, Sprach- und Navigationsdaten bei Google. Eine US-Studie fand Hersteller-Apps, die die Fahrgestellnummer an Werbenetzwerke schicken.

Fuhrparkleiter sollten vor dem Kauf zwei Regelwerke prüfen: die Datenbedingungen des Herstellers und die Nutzungsbedingungen von Google im Fahrzeug. Ob sich Gemini im Dienstwagen abschalten lässt und welche Daten Mitarbeitende dann übermitteln, gehört in die Dienstwagenordnung.

Quellen

5 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. Zhejiang Geely Holding GroupGeely Auto Group to Offer Customers Greater Choice Through Google Built-In16.10.2026
  2. CnEVPostGeely Holding to bring Google services to more overseas models from H2 202716.10.2026
  3. Cailian PressLeapmotor fertigt den B10 in Europa, Geely und Chery richten sich auf lokale Regeln aus (Titel übersetzt)16.10.2026
  4. U.S. Department of Commerce, Bureau of Industry and SecurityCommerce Finalizes Rule to Secure Connected Vehicle Supply Chains from Foreign Adversary Threats14.01.2025
  5. EUR-LexVerordnung (EU) 2023/2854 über harmonisierte Vorschriften für einen fairen Datenzugang und eine faire Datennutzung (Datenverordnung), Artikel 3 und 50

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