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Aito, die gemeinsame Automarke von Seres und Huawei, will laut der chinesischen Finanznachrichtenagentur Cailian 2027 in Europa starten und arbeitet bereits an der EU-Typgenehmigung. Zwei Tage vor dem Bericht vereinbarte Seres mit CATL, die Batteriefertigung im eigenen Autowerk auf mehr als 20 Gigawattstunden im Jahr auszubauen. Welchen Antrieb Aito nach Europa bringt, entscheidet über Ausgleichszoll oder Hybridquote.

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Vier große SUVs zeigt Aito vom 12. bis 18. Oktober auf dem Pariser Autosalon, darunter das Flaggschiff Aito 9, in China als M9 bekannt.[1] Seres kündigte den Auftritt am 11. Oktober auf Weibo an, einen Termin für den Marktstart nannte der Autobauer dort nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Laut Cailian bereitet Aito den Marktstart in der EU für 2027 vor, Länder, Modelle und Preise sind offen.
  • CATL baut die Batteriefertigung im Seres-Werk in Chongqing auf mehr als 20 Gigawattstunden im Jahr aus.
  • Huaweis Autoallianz HIMA lieferte im September 29 Prozent weniger Autos aus als ein Jahr zuvor.
  • Reine Elektroautos aus China zahlen in der EU Ausgleichszoll, für Hybride vereinbarten Brüssel und Peking eine Mengenregelung.

Was plant Aito in Europa?

Koffer mit orangefarbener Box und Anhänger
Aito beantragt europäische Typgenehmigung für Fahrzeugzulassung in allen EU-Staaten ohne separate nationale Genehmigungen

Aito hat laut Cailian die Arbeit an der europäischen Typgenehmigung für das ganze Fahrzeug aufgenommen.[1] Mit dieser Genehmigung darf ein Hersteller ein Modell in allen EU-Staaten zulassen, ohne in jedem Land eine eigene Genehmigung zu beantragen.[2]

Warum sucht Aito Käufer im Ausland?

In China sinkt der Absatz. Huaweis Autoallianz HIMA, zu der Aito gehört, lieferte im September 37.490 Autos aus, 29 Prozent weniger als ein Jahr zuvor; im Jahresvergleich sank der Wert damit den vierten Monat in Folge.[3] Aito selbst verkaufte schon im August mit 20.600 Autos rund halb so viele wie im Vorjahresmonat, Seres verbuchte im ersten Halbjahr einen Verlust von rund 225 Millionen Euro.

Aito folgt damit einem Muster chinesischer Hersteller. Xiaomi bringt seine E-Autos 2027 nach Deutschland, Xpeng peilt für 2027 hierzulande 22.000 Zulassungen an. Mit jedem exportierten Auto bleiben die Bänder daheim ausgelastet, denn Abschreibungen und Zinsen fallen unabhängig von der Stückzahl an.

Aitos Weg in die EU
Pläne, Batterien und Zollrahmen, Stand 12. Oktober 2026
2027
will Aito laut Cailian in der EU starten, die Arbeit an der Typgenehmigung läuft
20 GWh
Jahreskapazität überschreitet CATLs Batteriefertigung im Seres-Werk Chongqing nach der zweiten Ausbaustufe
29 %
weniger Autos lieferte Huaweis Autoallianz HIMA im September aus als ein Jahr zuvor
35,3 %
Ausgleichszoll zahlen reine Elektroautos aus China höchstens, zusätzlich zu 10 % Einfuhrzoll

Was bringt der CATL-Vertrag für Europa?

CATL montiert die Batteriepakete direkt im Autowerk. Seit Juni 2025 laufen dafür zwei Linien im Seres-Werk in Chongqing, die zweite Ausbaustufe soll 10 bis 12 Gigawattstunden hinzufügen.[4] Zusammen kommen beide Stufen auf mehr als 20 Gigawattstunden im Jahr. Im Vertrag vom 10. Oktober vereinbarten beide Partner zudem, Europa, den Nahen Osten und Zentralasien gemeinsam zu erschließen.

Rivalen wie Li Auto und Xiaomi stellen ihre Zellversorgung breiter auf, Seres bindet sich dagegen enger an CATL. Alle bisher mehr als 1,2 Millionen ausgelieferten Aito fahren mit CATL-Batterien.[4] Weltweit stammten von Januar bis August 39,4 Prozent aller verbauten E-Auto-Akkus von CATL.[5]

Für den Marktstart zählt auch der Batteriepass. Ab dem 18. Februar 2027 braucht jede neu in der EU verkaufte E-Auto-Batterie einen digitalen Pass mit Angaben zu Zusammensetzung, Herkunft der Rohstoffe und CO2-Fußabdruck.[6] Für die Angaben zu Zellen und Rohstoffen ist Aito auf CATL angewiesen.

Zoll oder Quote: Was entscheidet der Antrieb?

In China verkauft Aito seine großen SUVs als reine Elektroautos und mit Range-Extender, einem Benzinmotor, der nur Strom für den Akku erzeugt. Für reine Elektroautos aus China verlangt die EU seit Oktober 2024 Ausgleichszölle zwischen 7,8 und 35,3 Prozent, zusätzlich zum Einfuhrzoll von 10 Prozent.[7] Range-Extender zählen beim Zoll nicht als reine Elektroautos. Für Hybride haben sich Brüssel und Peking am 9. Oktober auf eine Mengenregelung verständigt, deren Höhe noch offen ist.

Aito sucht in Europa die Käufer, die in China fehlen, und landet zwischen Ausgleichszoll und Hybridquote.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Wie Aito Werkstätten und Ersatzteile in Europa organisiert, hat Seres noch nicht gesagt. Fuhrparkleiter sollten vor einer Bestellung Antrieb, Werkstattnetz, Garantie und Liefertermin schriftlich klären. Für den späteren Restwert eines Elektroautos zählt ein erreichbares Servicenetz ebenso wie der Kaufpreis.

Quellen

7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. CnEVPostHuawei-backed Aito plans European expansion next year, report says (12. Oktober 2026, nach Cailian und Seres auf Weibo)
  2. Amtsblatt der EUVerordnung (EU) 2018/858 über die Genehmigung und die Marktüberwachung von Kraftfahrzeugen
  3. CnEVPostHuawei HIMA delivers 37,490 vehicles in September01.10.2026
  4. CnEVPostCATL signs long-term strategic deal with Seres to expand Aito battery capacity (11. Oktober 2026, nach Mitteilung von CATL)
  5. CnEVPostMarket share of world’s top EV battery makers (Jan-Aug 2026) (2. Oktober 2026, nach SNE Research)
  6. Amtsblatt der EUVerordnung (EU) 2023/1542 über Batterien und Altbatterien, Artikel 77
  7. Europäische KommissionEU Commission imposes countervailing duties on imports of battery electric vehicles (BEVs) from ChinaOktober 2024

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