Xpeng will 2027 in Deutschland 22.000 Elektroautos zulassen, mehr als dreimal so viele wie von Januar bis September dieses Jahres. Im Juli hatte der Hersteller aus Guangzhou noch 20.000 Autos als Ziel genannt. Aufgehen kann die Rechnung nur, falls die Autohäuser im Schnitt fast doppelt so viele Xpeng verkaufen wie für das laufende Jahr geplant.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenMarkus Schrick, Geschäftsführer der Xpeng-Vertriebsregion Central Europe, stellte das neue Deutschland-Ziel Anfang Oktober bei einer Präsentation des L03 in Basel vor, wie Elektroauto-News berichtet. Für 2026 peilt die Marke inzwischen 10.000 Neuzulassungen an statt 8.000. Bis Ende September zählte das Kraftfahrt-Bundesamt 7.023 Xpeng, 278,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.[1]
Das Wichtigste in Kürze
- Xpeng plant für 2027 in Deutschland 22.000 Neuzulassungen, für 2026 inzwischen 10.000 statt 8.000.
- Bis September kamen laut KBA 7.023 Xpeng neu auf die Straße, zum Jahresziel fehlen knapp 3.000.
- Das Händlernetz soll von 110 auf 130 Standorte wachsen, der Absatz je Betrieb müsste sich fast verdoppeln.
- In Österreich plant die Marke für 2027 rund 3.000 Zulassungen, in der Schweiz 2.500.
Wie realistisch sind 22.000 Xpeng in einem Jahr?

Für 2027 rechnet Xpeng mit 130 Standorten in Deutschland, derzeit zählt die Marke 110. Auf jedes Autohaus entfielen damit im Schnitt rund 170 Neuzulassungen im Jahr, gut 14 im Monat. Beim Ziel für 2026 kommen auf jeden der 110 Betriebe rechnerisch rund 90 Autos.
Gemessen an BYD wirkt der Wert erreichbar: Der größte chinesische Anbieter in Deutschland kam von Januar bis September auf 42.788 Neuzulassungen,[1] bei rund 200 Händlerverträgen Ende Juni. Aufs Jahr hochgerechnet setzt ein BYD-Betrieb damit schon heute mehr Autos ab, als Xpeng sich für 2027 vornimmt.
Den Bestellvorlauf beziffert Xpeng auf rund 8.000 Autos, Stand September. Die SUVs G6 und G9 machen davon den größten Teil aus. Xpeng nennt das SUV-Coupé L03 ein Einstiegsmodell, die Preise beginnen bei 35.600 Euro, ausgeliefert wird ab dem vierten Quartal.[3]
Warum setzt Xpeng auf Vertragshändler?
Der Hersteller bekennt sich ausdrücklich zum Vertragshändlersystem, weil die Verkaufsexpertise im Handel liege. Als Bedingungen für das Wachstum nennt die Marke unter anderem stabile Preise und Restwerte sowie eine verlässliche Ersatzteilversorgung. Für Flottenkunden entscheidet der Restwert über die Leasingrate. Bei jungen Marken fehlt aber die Gebrauchtwagenhistorie, die den Wertverlust eines Elektroautos kalkulierbar macht.
Leapmotor verkauft über das Händlernetz von Stellantis und kam bis September auf 16.044 Neuzulassungen, mehr als doppelt so viele wie Xpeng.[1] Zeekr startete mit Onlineverkauf und zehn Partnerbetrieben, zählte bis September 475 Neuzulassungen und wechselt jetzt zu klassischen Autohäusern. Nio setzte auf eigene Showrooms und meldete in neun Monaten 20 Neuzulassungen, nach 325 im ganzen Jahr 2025.[2]
Xpeng verdoppelt das Ziel, nicht die Zahl der Händler: Jedes Autohaus muss 2027 im Schnitt fast doppelt so viele Autos verkaufen.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet der Hochlauf für Käufer in Deutschland, Österreich und der Schweiz?
Zur Region Central Europe zählt Xpeng neben Deutschland auch Österreich, die Schweiz und Italien. In Österreich sollen die Zulassungen von 1.500 in diesem Jahr auf 3.000 im kommenden Jahr steigen, in der Schweiz von 1.000 auf 2.500. Den Vertrieb in Deutschland und Österreich verantwortet Xpeng selbst, in der Schweiz übernimmt der Importeur Hedin diese Rolle.
Auf Elektroautos aus chinesischer Fertigung erhebt die EU bei Xpeng 20,7 Prozent Ausgleichszoll, zusätzlich zum regulären Einfuhrzoll von 10 Prozent.[4] Den G6, den G9 und inzwischen auch den P7+ lässt Xpeng für Europa beim Auftragsfertiger Magna Steyr in Graz montieren, wie der Konkurrent GAC. Der Markt wächst mit: Im September fuhr in Deutschland mehr als jeder dritte Neuwagen rein elektrisch.
Fuhrparkleiter, die Xpeng in ein Auswahlverfahren aufnehmen, fragen beim Händler am besten nach Restwertzusagen im Leasing sowie nach der nächsten Werkstatt mit Ersatzteillager. Auf den Hochvoltakku gibt Xpeng acht Jahre oder 160.000 Kilometer Garantie, auf das Fahrzeug sieben Jahre oder 160.000 Kilometer.[3]
Quellen
[1] Kraftfahrt-Bundesamt: „Pressemitteilung 41/2026, Neuzulassungen im September 2026 nach Marken“ (Oktober 2026)
[2] Kraftfahrt-Bundesamt: „Pressemitteilung 01/2026, Neuzulassungen im Dezember 2025 und im Jahr 2025 nach Marken“ (Januar 2026)
[3] Xpeng Deutschland: „Alternatives Einstiegsmodell in die XPENG Produktfamilie: SUV-Coupé XPENG L03 startet in Deutschland ab 35.600 Euro“ (16. Juli 2026)
[4] Amtsblatt der Europäischen Union: „Durchführungsverordnung (EU) 2024/2754 zur Einführung eines endgültigen Ausgleichszolls auf die Einfuhren neuer batteriebetriebener Elektrofahrzeuge aus China“ (29. Oktober 2024)
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