BYD verkaufte im September 463.561 Fahrzeuge, so viele wie in keinem anderen Monat dieses Jahres. 180.700 davon gingen ins Ausland, fast 40 Prozent des Absatzes und zweieinhalbmal so viele wie im September 2025.[1] In China sank der Absatz dagegen um 13 Prozent.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenHierzulande schlägt sich der Exportschub bereits in der Zulassungsstatistik nieder: Von Januar bis August kamen in Deutschland mehr neue BYD auf die Straße als neue Tesla. Für Händler und Flottenkunden wachsen damit Angebot und Preisdruck.
Das Wichtigste in Kürze
- BYD verkaufte im September 17 Prozent mehr Fahrzeuge als vor einem Jahr, das Wachstum stammt komplett aus dem Export.
- Von Januar bis September sank der Absatz in China um 30 Prozent.
- Reine Elektroautos legten im September um 33 Prozent zu, Plug-in-Hybride verloren 2 Prozent.
- Im ungarischen Szeged will BYD noch 2026 mit der Montage beginnen und damit den EU-Ausgleichszoll umgehen.
Warum wächst BYD nur noch im Ausland?

Der chinesische Heimatmarkt kühlt aus mehreren Gründen ab. Seit Januar zahlen Käufer von Elektroautos in China wieder Kaufsteuer, wenn auch nur die Hälfte, und der Nachlass ist bei 15.000 Yuan gedeckelt. Zum EZB-Kurs vom 1. Oktober entspricht der Deckel rund 1.980 Euro. Zugleich bremst Peking den Rabattwettlauf und reguliert inzwischen sogar die Auslandspreise seiner Autobauer. Von Januar bis September setzte BYD in China rund 1,79 Millionen Fahrzeuge ab, 30 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.
Im Export übertrifft BYD dagegen die eigene Planung. Im Januar peilte der Konzern 1,3 Millionen Auslandsverkäufe für 2026 an, nach neun Monaten stehen bereits rund 1,34 Millionen in den Monatsmeldungen. Laut Analysten der Deutschen Bank rechnet das Management inzwischen mit 1,9 bis 2 Millionen für das Gesamtjahr und mit mehr als 2,5 Millionen für 2027. In diesem Jahr habe vor allem knapper Laderaum auf Autotransportschiffen die Auslandsverkäufe gebremst.
BYD folgt damit einem Branchenmuster. Chinas Pkw-Einzelhandel schrumpfte von Januar bis Mitte September um 21 Prozent, während die Ausfuhren stiegen. Leapmotor exportierte im September jedes vierte Auto.
Wie schnell wächst BYD in Deutschland?
Von Januar bis August zählte das Kraftfahrt-Bundesamt 36.748 Neuzulassungen der Marke BYD, mehr als viermal so viele wie im Vorjahreszeitraum und mehr als die 32.258 von Tesla.[2] Europaweit erreichten chinesische Marken zuletzt einen Rekordanteil von 11,2 Prozent.
Gegen den EU-Ausgleichszoll setzt BYD auf den Antriebsmix. Die EU-Kommission belegt importierte Elektroautos von BYD seit Ende Oktober 2024 mit 17 Prozent zusätzlich zum regulären Einfuhrzoll von 10 Prozent.[3] Plug-in-Hybride erfasst der Ausgleichszoll nicht, und BYD hat sein Europa-Angebot um Modelle wie den Seal U DM-i erweitert.
BYD verschifft nach Europa, was der chinesische Markt nicht mehr aufnimmt. Deutsche Händler und Flottenkunden spüren diese Mengen als Preisdruck, schon bevor in Ungarn das erste Auto vom Band läuft.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was ändert das Werk in Ungarn?
Im ungarischen Szeged will BYD laut den Deutsche-Bank-Analysten im November oder Dezember mit der Montage beginnen, rund ein Jahr später als ursprünglich geplant. Als erstes Modell gilt der Kleinwagen Dolphin Surf. Für in Szeged gebaute Elektroautos fällt der Ausgleichszoll weg, denn die Abgabe trifft nur Importe aus China. GAC geht denselben Weg und lässt seine Elektroautos in Österreich bauen. Auch schwere Elektro-Lkw will BYD künftig in Europa fertigen.
Für Ihren Fuhrpark heißt das: Rechnen Sie bei chinesischen Elektroautos mit anhaltendem Preisdruck, und setzen Sie den Wertverlust Ihrer Elektroautos gerne vorsichtiger an, denn heutige Importe konkurrieren bald mit zollfreien Modellen aus EU-Fertigung. Ein Leasingvertrag mit festem Restwert verlagert dieses Risiko auf den Anbieter. Klären Sie bei neuen Marken außerdem vor dem Kauf, wie weit die nächste Vertragswerkstatt entfernt liegt.
Quellen
[1] BYD: „Voluntary Announcement: Production and Sales Volume for September 2026“
[2] Kraftfahrt-Bundesamt: „Fahrzeugzulassungen im August 2026“
[3] EU-Kommission: „EU imposes duties on unfairly subsidised electric vehicles from China while discussions on price undertakings continue“
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