Das Kraftfahrt-Bundesamt zählte im September 88.599 neu zugelassene Elektroautos, fast doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Das Plus des gesamten Pkw-Markts geht allein auf private Halter zurück, also auf die Gruppe, für die seit Januar eine Kaufprämie von bis zu 6.000 Euro gilt.

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Die E-Auto-Neuzulassungen summieren sich seit Januar auf 604.144 und liegen nach neun Monaten schon über jedem früheren Gesamtjahr.[1] Den bisherigen Höchstwert hielt das Jahr 2025 mit 545.142 Elektroautos.[2] Im September fuhr mehr als jeder dritte Neuwagen rein elektrisch, die Zahl neuer Benziner sank gegenüber dem Vorjahresmonat um 29,2 Prozent.

Das Wichtigste in Kürze

  • Im September kamen 88.599 Elektroautos neu auf die Straße, 94,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.
  • Private Halter meldeten 28,5 Prozent mehr Pkw an als im September 2025, gewerbliche 1,2 Prozent weniger.
  • Der Fördertopf von 3 Milliarden Euro soll für rund 800.000 Autos bis 2029 reichen.

Warum wächst der Markt nur bei den Privatkunden?

Grünes Sparschwein mit weißem Modellauto und Anhänger „Nur privat“ auf weißem Hintergrund
Kaufprämie für Elektroautos: Privatpersonen mit Haushaltseinkommen bis 80.000 Euro erhalten mindestens 3.000 Euro Zuschuss, Familien mit zwei Kindern bis zu 6.000 Euro

Die Kaufprämie richtet sich ausschließlich an Privatleute mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von höchstens 80.000 Euro, mit zwei Kindern liegt die Grenze bei 90.000 Euro.[3] Für ein neues Elektroauto zahlt der Bund mindestens 3.000 Euro, Familien mit kleinem Einkommen erhalten bis zu 6.000 Euro, beim Kauf wie beim Leasing. Firmen gehen leer aus.

Private Halter meldeten im September 103.462 Pkw an, 28,5 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.[1] Die gewerblichen Zulassungen, zu denen neben Firmenflotten auch die Eigenzulassungen von Händlern und Herstellern zählen, sanken um 1,2 Prozent. Unterm Strich wuchs der Gesamtmarkt um 21.246 Autos, die privaten Halter allein legten um 22.937 zu.

Unter den Importmarken mit mehr als 4.000 Neuzulassungen legte Tesla am stärksten zu: 12.552 Autos, 268,7 Prozent mehr als im September 2025. Weltweit übertraf der Hersteller im dritten Quartal die Absatzprognose. BYD wuchs um 85,6 Prozent, Leapmotor um 191,4 Prozent. Volkswagen blieb mit 16,5 Prozent Marktanteil die größte Marke, verlor aber 6,1 Prozent, obwohl bei der Marke in Deutschland inzwischen mehr Bestellungen für Elektroautos als für Verbrenner eingehen.

Was passiert, sobald der Fördertopf leer ist?

Für das Programm stellt die Bundesregierung 3 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereit und rechnet damit, dass das Geld für 800.000 Fahrzeuge bis 2029 reicht.[3] Auf vier Jahre verteilt, deckt der Fördertopf rechnerisch rund 200.000 Autos pro Jahr ab. Allein im September kamen 88.599 Elektroautos neu hinzu. Wie viele davon eine Prämie erhalten, weist das KBA nicht aus.

Wie schnell ein Förderende durchschlägt, zeigt das Jahr 2024. Nach dem abrupten Aus des Umweltbonus im Dezember 2023 sanken die BEV-Neuzulassungen gegenüber 2023 um 27,4 Prozent auf 380.609.[4] Heute hängt der Markt noch stärker an Privatkunden, deren Anteil an allen Neuzulassungen von Januar bis September auf 35,9 Prozent stieg, nach 33,6 Prozent im Vorjahreszeitraum.[1]

Pkw-Neuzulassungen im September 2026
Antriebe, Halter und CO₂-Ausstoß im Vergleich zum Vorjahresmonat
34,5 %
der neuen Pkw fuhren rein elektrisch, insgesamt 88.599 Autos
+28,5 %
Zulassungen privater Halter, bei gewerblichen Haltern ein Minus von 1,2 Prozent
−29,2 %
neue Benziner, bei den Diesel-Pkw ein Minus von 20,1 Prozent
82,7 g/km
CO₂ stießen die Neuwagen im Schnitt aus, 19,6 Prozent weniger als vor einem Jahr

Was bedeutet der Boom für Fuhrparks und Autohäuser?

Für Fuhrparks zählt statt der Prämie der Restwert. Wegen schwacher Wiederverkaufswerte stoppte die Schwarz Gruppe im Sommer die Bestellung neuer Elektro-Dienstwagen in Deutschland. Zugleich sind junge gebrauchte Stromer knapp, weil nach dem Einbruch von 2024 die Leasingrückläufer fehlen. Im Großhandel ziehen die Preise für gebrauchte Elektroautos deshalb an.

Die Prämie verschafft dem Elektroauto Zeit, Firmenkunden warten dagegen auf stabile Restwerte.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Viele der heute geförderten Autos dürften ab 2029 als Leasingrückläufer auf den Gebrauchtmarkt kommen, in weit größerer Zahl als der schwache Jahrgang 2024. Fuhrparkleiter setzen Restwerte für Verträge mit Laufzeitende 2029 oder 2030 deshalb besser vorsichtig an und rechnen Angebote gerne mit dem Gewerbeleasing-Rechner gegen. Autohäuser sollten ihre Elektro-Bestände nicht am Septemberwert ausrichten: Sobald die Förderung endet, fehlt genau die Käufergruppe, die das gesamte Marktplus gebracht hat.

Quellen

[1] Kraftfahrt-Bundesamt: „Fahrzeugzulassungen im September 2026“, Pressemitteilung Nr. 41/2026 (5. Oktober 2026)

[2] Kraftfahrt-Bundesamt: Jahresbilanz 2025, Pressemitteilung Nr. 01/2026 (6. Januar 2026)

[3] Bundesregierung: „E-Auto Förderung 2026: Prämie für mehr E-Mobilität“ (21. September 2026)

[4] Kraftfahrt-Bundesamt: Jahresbilanz 2024, Pressemitteilung Nr. 01/2025 (6. Januar 2025)

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