Tesla hat im dritten Quartal 486.532 Autos ausgeliefert und die Schätzungen der Analysten um gut 24.500 Fahrzeuge übertroffen. Die Werke bauten im selben Zeitraum 22.141 Autos weniger, als Tesla auslieferte. Die Differenz stammt aus dem Lager. Beim Batteriespeicher verfehlte Tesla die Erwartungen um 2,2 Gigawattstunden.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDie Tesla-Auslieferungen für die Monate Juli bis September meldete der Konzern am 2. Oktober der US-Börsenaufsicht SEC.[1] Gegenüber dem zweiten Quartal stieg der Absatz um gut 1 %, gegenüber dem Rekordquartal des Vorjahres sank er um 2,1 %. Zwei Sondereffekte verzerren vor allem den Jahresvergleich: vorgezogene Käufe in den USA vor einem Jahr und das Produktionsende von Model S und Model X.
Das Wichtigste in Kürze
- Tesla lieferte von Juli bis September 486.532 Fahrzeuge aus, 2,1 % weniger als im dritten Quartal 2025 und gut 24.500 mehr als von Analysten erwartet.
- Die Produktion stieg im Jahresvergleich um 3,8 % auf 464.391 Autos, 22.141 ausgelieferte Fahrzeuge stammten aus dem Lagerbestand.
- Model 3 und Model Y halten fast das Vorjahresniveau, den Großteil des Rückgangs verursachen die übrigen Modelle mit einem Minus von 48 %.
- Tesla lieferte Batteriespeicher mit zusammen 13,7 Gigawattstunden aus, Analysten hatten 15,9 Gigawattstunden erwartet.
Wie viele Autos hat Tesla im dritten Quartal ausgeliefert?

Von den 486.532 ausgelieferten Fahrzeugen entfielen 478.237 auf Model 3 und Model Y.[1] Im Vorjahresquartal hatte Tesla 481.166 Autos dieser beiden Baureihen ausgeliefert, der Rückgang beträgt 0,6 %.[2] Die Volumenmodelle erreichen damit fast exakt das Niveau des bisherigen Rekordquartals.
Der eigentliche Einbruch steckt in der Sammelposition „andere Modelle“. Tesla lieferte davon 8.295 Fahrzeuge aus, nach 15.933 vor einem Jahr. Im Mai endete im kalifornischen Werk Fremont die Produktion von Model S und Model X, die frei gewordene Fläche will Tesla für den humanoiden Roboter Optimus nutzen. In der Kategorie stecken seither nur noch der Cybertruck, Restbestände der beiden Oberklassemodelle und der Elektro-Lkw Semi, dessen Auslieferung an Kunden erst Ende September begann.
Tesla sammelt die Prognosen der Analysten selbst ein und veröffentlicht den Mittelwert als Konsens, diesmal 461.974 Fahrzeuge. Die Spanne reichte laut dem Fachdienst Electrek von 421.758 Autos bei Cantor Fitzgerald bis 482.000 bei JPMorgan. Selbst die höchste Schätzung lag unter dem tatsächlichen Wert.
Warum liefert Tesla weniger aus als vor einem Jahr?
Das Vergleichsquartal war ein Ausreißer. Am 30. September 2025 lief in den USA die Steuergutschrift von bis zu 7.500 US-Dollar für neue Elektroautos aus, umgerechnet rund 6.525 € (Kurs 0,87 vom 2. Oktober 2026). Viele Käufer zogen ihren Autokauf deshalb in den Sommer 2025 vor, Tesla meldete damals Rekorde bei Auslieferungen und Speichern.[2] Seit Oktober 2025 fehlt US-Kunden dieser Zuschuss. Zusätzlich will Washington die Verbrauchsvorgaben für Autohersteller lockern und ab dem Modelljahr 2028 den Handel mit Gutschriften beenden, aus dem Tesla jahrelang Erlöse erzielte.
Beide Quartale zehrten vom Lagerbestand. Im dritten Quartal 2025 lieferte Tesla 49.649 Autos mehr aus, als die Werke bauten, diesmal betrug die Differenz 22.141 Fahrzeuge.[1][2] Die Produktion lag mit 464.391 Autos um 3,8 % über dem Vorjahreswert. Nach Rechnung von Electrek hatte sich im ersten Quartal 2026 ein Überhang von rund 50.000 Fahrzeugen aufgebaut, den Tesla bis Ende September abverkaufte.
Den Abverkauf bezahlt Tesla womöglich mit der Marge. Im zweiten Quartal hatte der Konzern den Absatz mit Preisnachlässen gestützt, die Bruttomarge im Autogeschäft ohne Emissionsgutschriften fiel auf 16,3 % und die operative Marge auf 1,4 %. Wie viel der Lagerabbau im dritten Quartal gekostet hat, zeigen erst die Quartalszahlen am 21. Oktober.
Drittes Quartal 2026 gegen das Rekordquartal 2025
| Kennzahl | 3. Quartal 2025 | 3. Quartal 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Produktion | 447.450 | 464.391 | plus 3,8 % |
| Auslieferungen | 497.099 | 486.532 | minus 2,1 % |
| davon Model 3 und Model Y | 481.166 | 478.237 | minus 0,6 % |
| davon übrige Modelle | 15.933 | 8.295 | minus 48 % |
| Speicher | 12,5 GWh | 13,7 GWh | plus 9,6 % |
Warum bleibt das Speichergeschäft hinter den Erwartungen zurück?
Mit 13,7 Gigawattstunden lieferte Tesla 9,6 % mehr Speicherkapazität aus als im Vorjahresquartal und etwas mehr als im zweiten Quartal mit 13,5 Gigawattstunden. Analysten hatten im Schnitt 15,9 Gigawattstunden erwartet. Den Rekord von 14,2 Gigawattstunden aus dem vierten Quartal 2025 verfehlte Tesla ebenfalls.
Mit dem Großspeicher Megapack und dem Heimspeicher Powerwall konkurriert Tesla mit Anbietern aus China: beim Batteriehersteller CATL wächst das Speichergeschäft inzwischen schneller als das mit Autobatterien. Für die Kasse zählt jede fehlende Gigawattstunde, denn Tesla will 2026 mehr als 21,7 Mrd. € investieren und hat sich dafür vorsorglich einen Kreditrahmen über 26,1 Mrd. € gesichert.
Tesla hat die Prognose mit Autos aus dem Lager geschlagen. Ob die Nachfrage hält, verraten erst die Margen am 21. Oktober.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was bedeutet Teslas Quartal für Käufer in Europa?
In Europa erholt sich der Absatz nach dem schwachen Vorjahr. Laut Reuters stiegen Teslas Neuzulassungen im September in Frankreich um 61,9 %, in Schweden um 38,4 % und in Spanien um 24,8 %. In Deutschland dagegen meldete das Kraftfahrt-Bundesamt im Juli nur 367 neue Teslas, die Septemberzahlen folgen in den kommenden Tagen. Im Werk Grünheide bei Berlin soll die Wochenproduktion des Model Y ab Oktober von rund 6.200 auf 7.500 Autos steigen, begleitet von einer Lohnerhöhung um bis zu 5 %.
Für Flottenmanager und Geschäftsführer, die Dienstwagen beschaffen, ergeben sich zwei Konsequenzen:
- Fragen Sie gerne gezielt nach Lagerfahrzeugen. Ein Hersteller, der Bestände abbaut, gewährt eher Nachlässe auf sofort verfügbare Autos als auf Bestellfahrzeuge.
- Rechnen Sie Rabatte in die Restwertkalkulation ein. Preisnachlässe auf Neuwagen erhöhen den Wertverlust beim Elektroauto auch bei bereits zugelassenen Fahrzeugen und verteuern damit Leasingraten.
Die vollständigen Quartalszahlen mit Umsatz und Marge legt Tesla am 21. Oktober nach US-Börsenschluss vor.
FAQ: Teslas Auslieferungen im dritten Quartal
Wie viele Autos hat Tesla im dritten Quartal 2026 ausgeliefert?
Tesla hat von Juli bis September 2026 insgesamt 486.532 Fahrzeuge ausgeliefert, davon 478.237 Model 3 und Model Y. Das sind 2,1 % weniger als im Rekordquartal des Vorjahres mit 497.099 Fahrzeugen und gut 1 % mehr als im zweiten Quartal 2026.
Hat Tesla die Erwartungen der Analysten übertroffen?
Bei den Autos hat Tesla die Erwartungen übertroffen. Die von Tesla gesammelte Konsensschätzung lag bei 461.974 Fahrzeugen, ausgeliefert wurden gut 24.500 mehr. Beim Batteriespeicher blieb Tesla mit 13,7 Gigawattstunden dagegen unter den erwarteten 15,9 Gigawattstunden.
Warum liefert Tesla weniger Autos aus als vor einem Jahr?
Im dritten Quartal 2025 zogen viele US-Käufer ihren Kauf vor, weil die Steuergutschrift von bis zu 7.500 US-Dollar am 30. September 2025 auslief. Zudem endete im Mai 2026 die Produktion von Model S und Model X, die übrigen Modelle brachen um 48 % ein.
Woher kamen die zusätzlichen Fahrzeuge?
Die zusätzlichen Fahrzeuge stammen aus dem Lager. Tesla baute im dritten Quartal 464.391 Autos und lieferte 22.141 mehr aus, als die Werke produzierten. Wie stark der Abverkauf die Marge belastet, zeigen die Quartalszahlen, die Tesla am 21. Oktober 2026 veröffentlicht.
Quellen
[1] Tesla, Inc.: „Tesla Third Quarter 2026 Production, Deliveries & Deployments“, Anlage zum Form 8-K vom 2. Oktober 2026
[2] Tesla, Inc.: „Tesla Third Quarter 2025 Production, Deliveries & Deployments“, Anlage zum Form 8-K vom 2. Oktober 2025
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