CATL hat im ersten Halbjahr 2026 mit Stromspeichern 6,4 Milliarden Euro umgesetzt, fast 88 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Das Speichergeschäft wächst damit doppelt so schnell wie die Autobatterie und liefert sogar die höhere Marge. Für Europas Energiewende hängt die Rechnung an chinesischen Zellen.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenCATLs Stromspeicher hat sich vom Nebenprodukt zum Wachstumstreiber gemausert. Auf der Weltkonferenz für Antriebsbatterien im chinesischen Yibin rief Chefwissenschaftler Wu Kai am 4. September 2026 die TWh-Ära der Batterie aus. Hinter der großen Zahl steckt eine handfeste Verschiebung im Geschäftsmodell des Weltmarktführers.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Speichergeschäft von CATL wuchs im ersten Halbjahr um 87,5 Prozent auf 6,4 Milliarden Euro, das Geschäft mit Autobatterien nur um 46 Prozent.
- Mit einer Bruttomarge von 23,96 Prozent rentiert sich der Speicher besser als die Antriebsbatterie mit 20,63 Prozent.
- Chefwissenschaftler Wu Kai sieht die Batterie über das Auto hinaus in Schiffen, Robotern und der Luftfahrt.
- Europas Speicherausbau hängt an chinesischen Zellen, seit dem Wegfall von Northvolt.
Woher kommt der Wachstumssprung?

Der Preiskrieg bei Elektroautos hat in China gewaltige Zellkapazitäten geschaffen. Diese Überkapazität landet nun im stationären Stromspeicher. Bei CATL kletterte der Speicherumsatz auf 6,4 Milliarden Euro, ein Plus von 87,5 Prozent, während die Antriebsbatterien mit 23,1 Milliarden Euro nur um 46 Prozent zulegten.[1] Der Konzern bilanziert in Yuan, umgerechnet zum Kurs vom 5. September 2026. Bemerkenswert ist die Marge: Mit 23,96 Prozent verdient CATL am Speicher inzwischen besser als an der Autobatterie mit 20,63 Prozent.
Warum verlässt die Batterie das Auto?
Wu Kais TWh-Ära meint mehr als große Stückzahlen. Die Elektrifizierung wandert nach seiner Darstellung vom reifen Pkw-Markt in Nutzfahrzeuge, Schiffe, Roboter und Flugtaxis. Passend dazu liefert CATL ab September 2026 die ersten Natrium-Ionen-Speicher aus und peilt bis Jahresende eine Gigawattstunde an. Natrium braucht weder Lithium noch Kobalt, kommt mit billigeren Rohstoffen aus und trägt darum gerade den Massenmarkt der stationären Speicher.
Der eigentliche Boom der Elektromobilität findet neben dem Auto statt, im Stromnetz. Genau dort verdient CATL inzwischen am besten.
— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was heißt das für Europa?
Europas Energiewende braucht Speicher in großem Stil, doch die Zellen stammen fast alle aus China. Mit der Insolvenz von Northvolt verlor der Kontinent seinen einzigen ernsthaften Zellhersteller. CATL fertigt zwar in Thüringen und im ungarischen Debrecen, die Wertschöpfung der Zelle aber bleibt chinesisch. Selbst Teslas Großspeicher Megapack läuft überwiegend mit Zellen von CATL. Der Natrium-Pfad verschärft die Lage, weil er die Abhängigkeit vom Lithium senkt und die Kostenführerschaft weiter nach China zieht. Handlungsdruck: Betreiber von Großspeichern und industrielle Einkäufer sollten den chinesischen Lieferanten und die Natrium-Option fest in ihre Planung aufnehmen.
Konzernumsatz von 33,2 Milliarden Euro
CATL steigerte den Halbjahresumsatz um 54,8 Prozent und den Gewinn auf 5,2 Milliarden Euro. Das Speichergeschäft trägt davon rund ein Fünftel bei, wächst aber schneller als jede andere Sparte.
Für europäische Entscheider zählt weniger die Marge aus Ningde als die Richtung: Der größte Wachstumsmarkt der Batterie liegt nicht mehr im Auto, sondern im Netz. Der Preis- und Technikvorsprung dafür entsteht in China. Zweitquellen und ein früher Blick auf Natrium-Zellen gehören ab jetzt in jede Speicherplanung.
Quelle
[1] CATL: „Halbjahresbericht 2026 (2026 Interim Report)“
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