In der EU wurden im August mehr reine E-Autos neu zugelassen als Benziner und Diesel zusammen: 196.486 gegen 179.219 Fahrzeuge. Der Herstellerverband ACEA meldet für Stromer ein Plus von 62,7 Prozent, während Benziner und Diesel jeweils rund ein Viertel verloren. Verschwunden ist der Verbrenner trotzdem nicht, denn in der Statistik stehen viele Benziner inzwischen als Mild-Hybrid.

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Die E-Auto-Neuzulassungen in der EU erreichten im August einen Marktanteil von 27,7 Prozent, nach 17,8 Prozent im Vorjahresmonat. Den Zuwachs brachten vor allem die großen Märkte: Deutschland meldete 75,1 Prozent mehr Stromer, Frankreich sogar 112,8 Prozent.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • In der EU kamen im August 196.486 neue E-Autos auf die Straße, 62,7 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.
  • Reine Benziner und Diesel erreichten zusammen nur noch 179.219 Neuzulassungen.
  • Größte Gruppe bleiben mit 33,2 Prozent die Hybride, darunter viele Mild-Hybride mit Benzinmotor.
  • BYD kam in der EU auf 20.845 Neuzulassungen und damit auf zwei Drittel mehr als Tesla.

Was treibt den Sprung im August?

Ladeadapter für E-Autos wiegt weniger als Benzinzapfpistole auf Waage
Der Staat zahlt bis zu 6.000 Euro Kaufprämie für neue E-Autos. Im August wurden in Deutschland 68.930 Stromer zugelassen, was 32,4 Prozent aller Neuzulassungen entspricht

Kaufprämie wirkt. In Deutschland zahlt der Staat wieder bis zu 6.000 Euro für ein neues E-Auto, rückwirkend für Erstzulassungen ab dem 1. Januar. Seit dem 19. Mai nimmt das BAFA die Anträge digital entgegen.[2] Im August wurden hierzulande 68.930 neue Stromer zugelassen, ein Anteil von 32,4 Prozent. Schon im Juni legten die deutschen E-Auto-Neuzulassungen um 78 Prozent zu.

Sozialleasing in Frankreich. Frankreich meldete 36.159 neue E-Autos, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahresmonat und 38,3 Prozent aller Neuwagen. Branchenmedien führen den Anstieg auf das Mitte Juli neu aufgelegte Sozialleasing zurück, über das einkommensschwache Haushalte ein E-Auto für höchstens 200 Euro im Monat bekommen. Die ACEA nennt zusätzlich steigende Energiepreise als Hintergrund.

Flottengrenzwerte erhöhen den Druck auf die Hersteller. Seit einer Änderung von 2025 rechnet die EU die CO2-Vorgaben für 2025 bis 2027 im Schnitt der drei Jahre ab.[3] Jeder Stromer, den ein Hersteller jetzt verkauft, senkt den Durchschnitt, von dem 2027 mögliche Strafzahlungen abhängen.

Wohin wandern die Verbrenner?

Stille Umbuchung. Die ACEA zählt Voll- und Mild-Hybride in einer gemeinsamen Spalte.[1] Ein Mild-Hybrid ist meist ein Benziner, dem ein 48-Volt-Starter-Generator beim Anfahren hilft; rein elektrisch fährt das Auto keinen Meter. Mit 234.980 Neuzulassungen und 33,2 Prozent Anteil bleiben die Hybride die größte Gruppe, auch weil viele Hersteller ihre Benzinmodelle auf diese Technik umgestellt haben. Hinter dem Einbruch der reinen Benziner um 24,6 Prozent steckt deshalb zum Teil ein Etikettenwechsel.

BYD deutlich vor Tesla. BYD steigerte seine EU-Neuzulassungen um 129,4 Prozent auf 20.845, Tesla kam auf 12.547. Chery, der Konzern hinter Omoda und Jaecoo, kam mit 14.048 Autos auf das Dreifache des Vorjahresmonats. Einen Teil ihres Angebots verkaufen die chinesischen Hersteller als Plug-in-Hybride, die der EU-Ausgleichszoll bislang verschont. GAC geht noch weiter und lässt seine Elektroautos in Österreich bauen.

EU-Neuzulassungen im August 2026
Die ACEA meldete 708.211 neue Pkw in der EU; die vierte Karte zeigt Deutschland.
27,7 %
der Neuwagen fuhren rein elektrisch, im August 2025 lag der Anteil bei 17,8 %
25,3 %
erreichten reine Benziner und Diesel zusammen, nach 35,0 % ein Jahr zuvor
33,2 %
entfielen auf Hybride; die ACEA zählt Mild-Hybride mit Benzinmotor mit
32,4 %
Stromer-Anteil in Deutschland, Österreich kam auf 29,0 %, die Schweiz auf 30,2 %

196.486 neue Stromer in einem Monat sind ein Durchbruch, der Absturz der Benziner dagegen zum Teil ein Etikettenwechsel. Solange die ACEA Mild-Hybride nicht getrennt ausweist, überschätzt ihre Statistik das Tempo des Verbrenner-Ausstiegs.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was heißt der Umschwung für Käufer und Fuhrparks?

Rechnen vor dem Bestellen. Für Käufer in Deutschland entscheiden beim nächsten Firmen- oder Privatwagen zwei Fragen über den Antrieb:

  • Greift die Prämie? Förderberechtigt sind Privathaushalte mit einem zu versteuernden Einkommen bis 80.000 Euro, mit Kindern etwas mehr. Beträge und Grenzen im Detail zeigt unser Überblick zur E-Auto-Förderung 2026.
  • Rechnet sich der Aufpreis? Welche Faktoren den höheren Listenpreis bestimmen, erklärt unser Ratgeber zu den Kosten von Elektroautos. Die aktuellen Ladetarife zeigen, wie viel davon sich über günstigen Ladestrom wieder hereinholen lässt.

Quellen

[1] ACEA: „New car registrations: +5.3% in August 2026 year-to-date; battery-electric 21.7% market share“ (Pressemitteilung vom 24. September 2026)

[2] BAFA: „E-Auto-Förderung: Digitale Antragstellung ab jetzt möglich“ (19. Mai 2026)

[3] Rat der Europäischen Union: „CO2 emissions in cars: Council gives final approval to additional flexibility for carmakers“ (27. Mai 2025)

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