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Um das insolvente Autohaus König aus Berlin bewerben sich drei Kaufinteressenten, Angebote nimmt der vorläufige Insolvenzverwalter bis zum 20. Oktober an. Zwei der Bieter interessieren sich laut Welt vor allem für die Händlerverträge mit Renault und Stellantis. Ob alle rund 80 Standorte mit 1.200 Beschäftigten erhalten bleiben, soll sich bis zum 2. November klären.

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Mehr als 212 Millionen Euro fällige Verbindlichkeiten lasteten laut Welt auf dem Autohaus König, als die Händlergruppe am 26. August beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz beantragte.[1] Seit dem 1. September ist der Berliner Rechtsanwalt Rainer Eckert vorläufiger Insolvenzverwalter. Verkauf, Werkstätten und Ersatzteilversorgung laufen weiter.[2]

Das Wichtigste in Kürze

  • Drei Bieter wollen die Berliner Händlergruppe mit rund 1.200 Beschäftigten an rund 80 Standorten übernehmen, die meisten davon in Berlin und Ostdeutschland.
  • Angebote sind bis zum 20. Oktober möglich, eine Einigung ist für den 2. November geplant.
  • Laut Welt endet am 2. November auch die Absicherung der Löhne über das Insolvenzgeld.
  • Zwei Bieter zielen vor allem auf die Verträge mit Stellantis und Renault, das Schicksal der übrigen Marken ist offen.

Wer will das Autohaus König übernehmen?

Ein grauer Autoschlüssel, ein orangefarbenes Schild mit der Nummer 3 und ein Anhänger
AVAG Holding und Van Mossel Automotive Group interessieren sich für Opel-Vertriebsstandorte und Renault-Verträge

Als erster Interessent nennt die Welt die AVAG Holding aus Augsburg, die europaweit mehr als 190 Standorte mit 5.800 Beschäftigten betreibt. Die Augsburger haben vor allem den Händlervertrag mit Stellantis im Blick, dem Konzern hinter Opel, Peugeot, Citroën und Fiat. Die niederländische Van Mossel Automotive Group mit 275 Standorten und fast 12.000 Beschäftigten zielt auf den Renault-Vertrag.[1]

Als dritte Partei bietet die König Mobility Group mit, die bereits an der Händlergruppe beteiligt ist und laut Welt zur Interspa-Gruppe gehört, einem Betreiber von Bädern und Thermen. Die Beteiligungsgesellschaft will gemeinsam mit größeren Autohändlern antreten, deren Namen bisher nicht bekannt sind. Nach Informationen der Welt wollen alle drei Bieter die Gruppe samt Belegschaft vollständig übernehmen.

Den knappen Zeitplan erklärt die Welt mit möglichen Unregelmäßigkeiten in den Geschäftsbüchern. Bestätigt hat diese Vermutung bisher niemand. Ob Behörden ermitteln, ist nicht bekannt.

Warum zählt jeder Tag bis zum 2. November?

Das Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit ersetzt den Lohn für höchstens drei Monate vor der Eröffnung des Verfahrens.[3] Bei König zahlt die Bundesagentur die Löhne rückwirkend ab August. Laut Welt enden die Zahlungen am 2. November, danach muss der Betrieb die Gehälter selbst erwirtschaften oder ein Käufer sie übernehmen.

Das Verfahren steht damit auf der Stufe des Bieterwettbewerbs. Diese Woche sollen die Interessenten ihre Angebote erstmals im vorläufigen Gläubigerausschuss vorstellen, dem unter anderem Vertreter von Renault, der Stellantis Bank und der Bundesagentur angehören.

Autohaus König: Bieter, Schulden und Fristen
Was über die insolvente Berliner Händlergruppe bekannt ist und wann die Entscheidung fallen soll
rund 1.200
Beschäftigte an rund 80 Standorten, die meisten in Berlin und Ostdeutschland
über 212 Mio. €
fällige Verbindlichkeiten zum Insolvenzantrag, laut Welt
3 Bieter
AVAG Holding, Van Mossel Automotive Group und König Mobility Group, laut Welt
3 Monate
Lohn vor der Eröffnung des Verfahrens deckt das Insolvenzgeld höchstens ab
Vom Insolvenzantrag zum Käufer
26. August 2026
Die Gruppe beantragt beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz.
1. September 2026
Das Gericht bestellt Rainer Eckert zum vorläufigen Insolvenzverwalter.
Mitte Oktober 2026
Die Bieter stellen ihre Angebote im Gläubigerausschuss vor.
20. Oktober 2026
Die Frist für Angebote läuft ab.
2. November 2026
Eine Einigung mit einem Käufer soll stehen, das Insolvenzgeld endet.

Warum geraten große Autohändler unter Druck?

Rainer Eckert nennt drei Ursachen: den Wechsel vom Verbrenner zum Elektroantrieb, mehr Wettbewerb durch neue Anbieter und ein stagnierendes Neuwagengeschäft.[2] Hersteller greifen zudem in die Marge ein: Im Agenturmodell setzt der Hersteller den Preis, das Autohaus erhält nur eine feste Provision. BMW hat den Start dieses Direktvertriebs in Deutschland auf 2028 verschoben. Neue Anbieter wie die Geely-Marke Zeekr suchen derweil eigene Handelspartner.

Der eigentliche Wert einer Händlergruppe liegt in den Händlerverträgen. Ein Käufer übernimmt eine Marke in der Regel nur mit Zustimmung des Herstellers. König führte zuletzt 18 Marken von Renault und Dacia über Opel und Fiat bis BYD und Kia. Bieter, die gezielt einen Vertrag suchen, prüfen jede Filiale danach, welche Marke dort steht. Bei der Baumarktkette Hellweg fanden zuletzt 35 von 114 Märkten einen Käufer, die übrigen schließen bis Ende November.

Firmenkunden mit Fahrzeugflotten bei König klären am besten jetzt, welcher autorisierte Betrieb Wartung und Garantiearbeiten übernimmt, falls ihr Standort keinen Käufer findet. Renault verweist für Service und Reparaturen auf das übrige Partnernetz.

Quellen

3 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. WeltInterne Angebote: Diese drei Unternehmen wollen das insolvente ‚Autohaus König‘ retten09.10.2026
  2. AUTOHAUSInsolvenz Autohaus König: Wie es jetzt mit Betrieb und Mitarbeitern weitergeht02.09.2026
  3. Bundesministerium der Justiz§ 165 SGB III: Anspruch auf Insolvenzgeld

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