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GlobalFoundries feierte am Freitag Richtfest für den 1,1 Milliarden Euro teuren Ausbau seines Dresdner Werks, 495 Millionen Euro davon zahlen Bund und Sachsen. Bis 2040 will der Chipfertiger seine Kapazität in Dresden verdoppeln und eine neue Chiptechnik für Roboter und autonome Maschinen einführen. Für beide Vorhaben verlangt das Unternehmen erneut Subventionen.

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GlobalFoundries-Standortchef Manfred Horstmann nutzte das Richtfest in Dresden für eine Ansage: „Unsere Vision ist, unsere Kapazitäten in Dresden in den 2030er Jahren zu verdoppeln.“[1] Heute verarbeitet das Werk bis zu 950.000 Wafer im Jahr, Ende 2028 soll die Kapazität auf mehr als eine Million steigen.[2]

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Rohbau des Ausbauprojekts Sprint steht, Bund und Sachsen übernehmen 45 Prozent der Kosten.
  • Laut Standortchef sollen weitere Ausbaustufen die Kapazität bis 2040 auf mehr als zwei Millionen Wafer im Jahr heben.
  • Für die neue Chipplattform FDX Fusion will GlobalFoundries Geld aus dem europäischen Halbleiterprogramm IPCEI AST.

Wo steht der Ausbau in Dresden?

Siliziumwafer mit Tannenkranz und Anhänger
Sprint erreicht Rohbau-Stufe mit Richtfest. EU-Kommission genehmigte Beihilfe Dezember 2025, Bau begann März 2026. Projekt im Zeit- und Kostenplan, Fabrik produziert während Bauarbeiten weiter

Mit dem Richtfest erreichte Sprint die Stufe Rohbau. Die EU-Kommission genehmigte die Beihilfe im Dezember 2025,[3] der Bau begann im März 2026. Das Projekt liegt im Zeit- und Kostenplan, meldet GlobalFoundries, die Fabrik produziert während der Bauarbeiten weiter.[2]

Für Sprint entkernte der Konzern die frühere Bump-and-Test-Halle von AMD, baute dort Reinräume ein und ergänzte einen kleinen Neubau.[1] Die zusätzliche Kapazität ist für Kunden aus Autoindustrie, Luft- und Raumfahrt, Industrie und Verteidigung bestimmt. Betreibern kritischer Infrastruktur bietet das Werk eine Fertigung an, die vollständig in Europa abläuft. Rund 3.000 Menschen arbeiten in Dresden für GlobalFoundries.[2]

Warum hängt der nächste Schritt am Staat?

Brüssel ließ die Förderung zu, weil GlobalFoundries in Dresden als erster Hersteller in Europa Chips für Rüstung, Raumfahrt und kritische Infrastruktur in großer Stückzahl fertigen soll.[3] Für die drei folgenden Ausbaustufen fordert der Chipfertiger laut Oiger erneut Geld von EU, Bund und Freistaat.[1] Beschlossen ist davon nichts, die Pläne stehen auf der Stufe einer Absichtserklärung.

2018 stieg GlobalFoundries aus dem teuren Wettlauf mit TSMC und Samsung um 7-Nanometer-Chips aus. Die neue Plattform FDX Fusion soll eine vergleichbare Rechenleistung über die stromsparende FD-SOI-Technik erreichen und Analog- sowie Funktechnik auf demselben Chip unterbringen.[2] Für Entwicklung und Fertigung kalkuliert der Konzern laut Oiger eine weitere Milliarde Euro, erste Demonstratoren sollen Anfang 2027 vorliegen.[1]

Finanzieren will GlobalFoundries das Vorhaben über das IPCEI AST, sofern die Bundesregierung zustimmt.[2] Das Bundeswirtschaftsministerium wählte im März 38 deutsche Projekte für das Programm aus und plant dafür mehr als drei Milliarden Euro aus dem Sondervermögen ein. Die Namen der Unternehmen veröffentlichte das Ministerium nicht.[4]

GlobalFoundries Dresden: Ausbau, Förderung, Kapazität
Was Sprint kostet, wer mitzahlt und wohin der Chipfertiger bis 2040 will
1,1 Mrd. €
Investition in das Ausbauprojekt Sprint am bestehenden Werk
495 Mio. €
Beihilfe von Bund und Sachsen, rund 45 Prozent der Investition
über 2 Mio.
Wafer im Jahr bis 2040 laut Standortchef, nach bis zu 950.000 heute
rund 1 Mrd. €
plant der Konzern laut Oiger zusätzlich für die Chipplattform FDX Fusion ein
Wo das Projekt heute steht
Dezember 2025
Die EU-Kommission genehmigt die Beihilfe für Sprint.
März 2026
Der Umbau des Werks beginnt.
9. Oktober 2026
GlobalFoundries feiert Richtfest.
Ende 2028
Mehr als eine Million Wafer im Jahr sollen möglich sein.
bis 2040
Drei weitere Ausbaustufen sind geplant, die Förderung ist offen.

Chipförderung wird in Dresden zum Abo: Jede neue Ausbaustufe kommt mit einer Rechnung an den Steuerzahler.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was heißt das für den Chipstandort Sachsen?

In Dresden eröffnete Infineon seine Fünf-Milliarden-Fabrik und ESMC feierte im September Richtfest für seine Autochip-Fabrik. Anders endete das Intel-Projekt in Magdeburg, für das der Bund knapp zehn Milliarden Euro zugesagt hatte: Der Konzern sagte 2025 ab und investiert stattdessen in Irland. Den wachsenden Strombedarf der Fabriken fängt SachsenNetze mit 300 Millionen Euro für das Dresdner Netz auf.

Maschinenbauer, Drohnenhersteller und Robotikfirmen, die Steuerungschips für Physical AI entwickeln lassen, finden in Dresden eine Fertigung, deren Daten Europa nicht verlassen. Planen Sie für 2027 Prototypen, fragen Sie am besten früh nach Zugang zu den Demonstratoren von FDX Fusion. Ob die zweite Ausbaustufe kommt, entscheidet sich mit der Förderzusage aus Berlin und Brüssel.

Quellen

4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. OigerGlobalfoundries will weitere Milliarden in Chipfabrik Dresden investieren09.10.2026
  2. GlobalFoundriesGlobalFoundries Marks Dresden Expansion Milestone, Announces Next-Generation Platform for Physical AI09.10.2026
  3. Europäische KommissionCommission approves €623 million German State aid to support set-up of two first-of-a-kind chips factories in Germany11.12.2025
  4. Bundesministerium für Wirtschaft und EnergieIPCEI Halbleiter: 38 deutsche Projekte für europäisches Schlüsselprogramm ausgewählt19.03.2026

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