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Bei Bremstests des Autoportals Dongchedi brachen an drei neuen Maextro V800 die Halterungen des Bremspedals, alle an derselben Stelle. Die Marke von Huawei und JAC hält den Test für extrem und bietet den Besitzern eine kostenlose Nachbesserung an. Einen Rückruf kündigt der Hersteller nicht an.

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Drei Exemplare des Maextro V800 verloren bei Vollbremsungen aus Tempo 100 ihre Fußbremse. Das Video dazu veröffentlichte Dongchedi, das Autoportal von ByteDance, am 8. Oktober.[1] Der Großraum-Van kostet in China 766.000 bis rund eine Million Yuan, umgerechnet etwa 102.000 bis 133.000 Euro.

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei Vollbremsungen aus 100 km/h brachen an drei Maextro V800 die Halterungen des Bremspedals.
  • Maextro verspricht ein überarbeitetes Bauteil als kostenloses Upgrade, von einem Rückruf spricht die Marke nicht.
  • Die JAC-Aktie fiel am 8. Oktober um das Tageslimit von zehn Prozent.
  • In der EU kann die Marktaufsicht bei ernster Gefahr Abhilfe anordnen.

Was ist bei Dongchedis Bremstest passiert?

Ein gebrochenes Metallpedal neben einem intakten Chrompedal mit „Gratis-Upgrade“-Schild
Bremspedalhalterung brach bei Vollbremsungen. Dongchedi maß Pedalkräfte bis 1.612 Newton. Van verzögerte sich ohne Fußbremse nur über Parkbremse

Am ersten Testwagen brach die Halterung bei der dritten Vollbremsung, am zweiten bei der vierten, am dritten schon bei der zweiten.[2] Im Moment des Bruchs maß Dongchedi eine Pedalkraft von 1.612 Newton, das entspricht dem Gewicht von 164 Kilogramm.[1] Ohne Fußbremse ließ sich der Van nur noch über die Parkstufe verzögern, der Bremsweg wuchs laut dem Wirtschaftsportal Huxiu von 38 auf mehr als 140 Meter.[3]

Maextro erklärte am selben Abend, das Bremssystem sei über nationale Normen und Branchenstandards hinaus entwickelt und geprüft worden. Bei Kunden sei seit Beginn der Auslieferungen keine Halterung gebrochen.[1] Die Marke will das Bauteil überarbeiten. Dongchedi weist die Einstufung als Extremtest zurück: Die Vollbremsung aus Tempo 100 gehört zum Grundprogramm, eine gebrochene Pedalhalterung sah das Portal dabei zum ersten Mal.[2]

Warum genügt der Verweis auf die Normen nicht?

Auf eine einheitliche Obergrenze für die Kraft am Bremspedal hat sich Chinas Autobranche nicht festgelegt, erklärt Qiu Jincao von der Gesellschaft der Automobilingenieure Chinas. Die Hersteller bestimmen ihre Prüfwerte und die Sicherheitsreserve selbst.[1] Nach einer Übersicht von Branchenmedien prüfen Autobauer Pedalhalterungen meist mit 2.700 bis 4.500 Newton, der Bruch bei 1.612 Newton liegt weit darunter.[3]

Drei Brüche an derselben Stelle bei Autos aus verschiedenen Chargen sprechen gegen einen Einzelfall. Einen vergleichbaren Konstruktionsfehler räumte Ford 2020 ein: Beim Mustang hatte der Hersteller das Material der Pedalhalterung von Nylon auf Polypropylen umgestellt, beim Notbremsen konnte das Teil brechen. Ford rief in China 2.627 importierte Fahrzeuge zurück, ohne dass ein Unfall bekannt war.[3] XPeng rief 33.473 Großraum-Vans X9 wegen der Luftfederung ebenfalls zurück.

Bricht dreimal dasselbe Bauteil an derselben Stelle, gehört die Nachbesserung unter behördliche Aufsicht.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Maextro V800: Bremstest und Reaktion
Was Dongchedi gemessen hat und wie Ford 2020 einen ähnlichen Mangel löste
3 von 3
Testwagen: Bei Vollbremsungen aus 100 km/h brach jedes Mal die Pedalhalterung
1.612 N
Pedalkraft beim Bruch, branchenüblich geprüft werden 2.700 bis 4.500 Newton
140 m
Bremsweg mit der Parkstufe, mit intakter Fußbremse genügen 38 Meter
102.000 €
kostet der Van in China mindestens, die Topversion rund 133.000 Euro

Ford Mustang 2020 und Maextro V800 2026

Links Ford Mustang, rechts Maextro V800
Befund
Halterung kann brechennach Wechsel von Nylon auf Polypropylen
drei Halterungen gebrochenUrsache noch nicht geklärt
Unfälle
keiner bekanntbei eigener Prüfung entdeckt
keiner bekanntMangel per Medientest entdeckt
Reaktion
Rückruf2.627 Fahrzeuge in China
kostenloses Upgradekein Rückruf angekündigt
Aufsicht
bei der Marktaufsicht angemeldetAustausch der Halterung
JAC prüft nochErgebnis angekündigt

Wer haftet, wenn Huawei vermarktet und JAC baut?

Maextro gehört zur Harmony Intelligent Mobility Alliance: Huawei verantwortet Marke, Software und den Vertrieb über die Läden der Allianz, JAC fertigt die Autos. Die Markenrechte übertrug Huawei 2024 an JAC, rechtlich haftet damit der Autobauer.[3] Eine Stellungnahme von Huawei lag bis zum 9. Oktober nicht vor, JAC kündigte eigene Tests und eine offizielle Erklärung an.[2] Bei Aito übernahm Seres zuletzt die Führung der Marke, Huawei liefert dort nur noch die Technik.

In der EU läge die Abhilfe nicht allein in der Hand des Herstellers. Stellt eine Marktüberwachungsbehörde wie das Kraftfahrt-Bundesamt eine ernste Gefahr fest, fordert sie die Verantwortlichen nach Artikel 52 der Typgenehmigungsverordnung zu sofortigen Abhilfemaßnahmen auf und beschränkt notfalls selbst den Verkauf.[4] Fuhrparkleiter, die chinesische Modelle wie die E-Autos von Xiaomi ab 2027 prüfen, sollten erfragen, welche Gesellschaft die Typgenehmigung hält und für Rückrufe geradesteht. Der Umgang mit Mängeln beeinflusst auch den Wertverlust des Elektroautos.

Quellen

[1] Yicai: „JAC Motors Shares Tumble as Brake Pedal Failures in Huawei-Backed Maextro V800 Raise Concerns“, 9. Oktober 2026

[2] China Daily: „Maextro looks into V800 brake issue“, 10. Oktober 2026

[3] Huxiu: „Bei Maextro bricht nicht nur die Pedalhalterung, sondern auch das Vertrauen in Huawei“ (Titel übersetzt), 9. Oktober 2026

[4] EUR-Lex: Verordnung (EU) 2018/858 über die Genehmigung und die Marktüberwachung von Kraftfahrzeugen, Artikel 52

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