XPeng ruft 33.473 Exemplare seines Elektro-Vans X9 zurück. Der Grund ist eine undichte Luftfederung, die bei Hitze langsam Luft verliert und das Fahrzeug absacken lässt. Der Rückruf trifft die Marke ausgerechnet, während der X9 gerade in Deutschland auf den Markt rollt.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDer XPeng X9 sollte der Prestige-Van der chinesischen Marke in Europa werden, jetzt geht er zurück in die Werkstatt. Betroffen sind Fahrzeuge, deren vordere Luftfederung bei Hitze und hoher Luftfeuchtigkeit undicht werden kann. Chinesische Halter haben von Wagen berichtet, die nach dem Parken absackten und liegen blieben.
Das Wichtigste in Kürze
- 33.473 X9 aus der Produktion zwischen August 2023 und August 2025 sind betroffen.
- Ursache ist eine undichte vordere Luftfederung, die bei Hitze langsam Luft verliert.
- XPeng tauscht die Bauteile ab dem 28. August 2026 kostenlos.
- Parallel startet der X9 in Deutschland, ab 77.600 Euro.
Warum sacken die X9 bei Hitze ab?

Die vordere Luftfederung ersetzt beim X9 klassische Stahlfedern durch Luftbälge, die die schwere Karosserie tragen. Laut der Rückrufmeldung bei Chinas Marktaufsicht SAMR ist durch Fertigungsschwankungen die Dichtigkeit dieser Bälge gesunken.[1]
In heißer, feuchter Umgebung entweicht die Luft dann langsam, eine Warnleuchte erscheint, im Extremfall leidet die Fahrstabilität. Genau diese Verlässlichkeit im Alltag entscheidet über den Wiederverkaufswert eines Elektroautos, nicht die Reichweite auf dem Datenblatt.
Erst normal, dann Rückruf: ein Muster
Zunächst hatte der Hersteller die absackenden Fahrzeuge als normales Verhalten eingeordnet, wie die chinesische Wirtschaftspresse berichtet. Erst nach anhaltenden Halterbeschwerden ist daraus eine Fertigungsabweichung mit Rückruf geworden.
Ein Einzelfall ist das nicht: Seit 2025 hat XPeng laut den Rückrufunterlagen bereits mehr als 80.000 Fahrzeuge zurückgerufen, darunter den P7+. Luftfederungen gelten branchenweit als anfällig, weil Dichtungen und Kompressoren mit jedem Temperaturwechsel arbeiten. Beim Abwägen zwischen Prestige und Vernunft hilft unsere Einordnung zur Frage, ob ein chinesisches E-Auto ein schlechtes Gewissen macht.
Ein Rückruf ist kein Makel, das Zögern davor schon. XPeng verkauft in Europa Vertrauen, und das entsteht in der Werkstatt, nicht auf dem Datenblatt.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Mehr als ein Einzelfall
Seit 2025 hat XPeng laut den Rückrufunterlagen über 80.000 Fahrzeuge zurückgerufen. In Europa kommt für Käufer ein EU-Ausgleichszoll von 20,7 Prozent auf XPeng hinzu, zusätzlich zum Basiszoll von 10 Prozent.
Was heißt das für Käufer in Deutschland?
Die zurückgerufenen X9 stammen zwar aus chinesischer Produktion, betreffen aber genau das Modell, das XPeng seit dem Frühsommer deutschen Kunden ab 77.600 Euro anbietet. Vor einer Bestellung sollten Käufer sich den Stand der überarbeiteten Luftfederung schriftlich bestätigen lassen.
Der X9 liegt in Deutschland weit über dem China-Niveau, weil die EU auf XPeng einen Ausgleichszoll von 20,7 Prozent zusätzlich zum Basiszoll von 10 Prozent erhebt. Anders als BYD, das mit lokaler Fertigung und Hybriden die EU-Zölle umgeht, importiert XPeng die Vans direkt. Der Marktanteil chinesischer Marken wächst trotzdem, wie der Sprung auf sechs Prozent in der EU zeigt.
Vor der Bestellung lässt sich die Fahrgestellnummer gegen den Rückruf prüfen; der Werkstatttermin steht ab dem 28. August offen. Ein sauber abgearbeiteter Rückruf sagt am Ende mehr über einen Hersteller aus als jede Reichweitenangabe.
Quelle
[1] Securities Times (证券时报): „小鹏汽车主动召回部分X9汽车“ (Rückruf-Nr. S2026M0082V, eingereicht bei der Nationalen Marktaufsicht SAMR). ↩
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