BYD hat in Deutschland den 200. Händlervertrag unterzeichnet und damit einen wichtigen Meilenstein beim Ausbau seines Vertriebsnetzes erreicht. Neuer Partner ist die Autohausgruppe Wackenhut aus Nagold in Baden-Württemberg. Der Ausbau fällt in eine Phase, in der EU-Strafzölle die Geschäfte des chinesischen Herstellers eigentlich erschweren.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenMit der Unterschrift aus Nagold zählt BYD zu den am schnellsten wachsenden Automarken auf dem deutschen Markt. Anfang 2025 zählte das Netz erst 26 Standorte, heute liegt die Zahl bei 200. Wackenhut betreut künftig Kunden in Nagold und der Region.
Das Wichtigste in Kürze
- BYD hat den 200. Händlervertrag in Deutschland unterzeichnet, neuer Partner ist die Autohausgruppe Wackenhut in Nagold.
- Das Händlernetz wuchs seit Anfang 2025 von 26 auf 200 Standorte, bis Ende 2026 sollen rund 350 folgen.
- Die Privatzulassungen von BYD legten im Juni 2026 nach Unternehmensangaben um rund 1.900 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu.
- Parallel baut BYD ein Werk in Ungarn auf, das ab Ende 2026 die seit April geltenden EU-Strafzölle umgehen soll.
Warum treibt BYD den Ausbau ausgerechnet jetzt so aggressiv voran?

„Das Erreichen von 200 unterzeichneten Händlerverträgen ist für uns weit mehr als eine Zahl“, sagt Kai Schröder, Network Director BYD Deutschland. Für Kunden soll der dichtere Standortausbau vor allem kurze Wege und feste Ansprechpartner vor Ort bedeuten.
Auch der neue Handelspartner setzt strategisch auf BYD. „Innovation war schon immer ein zentraler Bestandteil unserer Unternehmensphilosophie“, sagt Ernst-Jürgen Wackenhut, Geschäftsführer der Wackenhut GmbH & Co. KG. Der neue Vertrag reiht das Familienunternehmen aus Nagold in eine wachsende Riege von Handelspartnern ein, die auf zukunftsfähige Mobilität setzen.
Sobald das neue Werk in Ungarn produziert, dürfte sich diese Vorleistung auszahlen.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Der Netzausbau zahlt sich messbar aus. BYD steigerte die Privatzulassungen in Deutschland im Juni 2026 nach eigenen Angaben um 1.904 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Auch auf europäischer Ebene wächst die Marktpräsenz der Marke schnell, wie eine aktuelle Analyse zum EU-Marktanteil chinesischer Hersteller zeigt. Rückenwind gibt zudem die staatliche Förderung für E-Autos, die die Nachfrage zusätzlich stützt.
Der Ausbau läuft parallel zu handelspolitischem Gegenwind. Seit April 2026 verlangt die EU auf BYD-Fahrzeuge einen Strafzoll von 17 Prozent zusätzlich zum Basiszoll von 10 Prozent, effektiv also 27 Prozent. BYD kontert mit einem neuen Werk im ungarischen Szeged, das ab dem vierten Quartal 2026 rund 150.000 Fahrzeuge jährlich zollfrei produzieren soll.
Anders als Tesla in Europa, das in Deutschland nur rund 30 eigene Servicestandorte betreibt, setzt BYD auf ein klassisches Händlernetz und schafft damit lokales Vertrauen, bevor die Produktion in Ungarn zollfrei anläuft.
Bis Jahresende 2026 will BYD sein Netz auf rund 350 Vertriebs- und Servicestandorte erweitern. Die bereits unterzeichneten Verträge bilden dafür laut Unternehmen die Grundlage und werden schrittweise aktiviert. Kaufinteressenten dürfte damit schon bald ein BYD-Autohaus in der eigenen Region offenstehen.
