CATL liefert im ersten Halbjahr 2026 zwei von fünf Elektroauto-Batterien weltweit und kommt auf 39,9 Prozent Weltmarktanteil. BMW, Mercedes-Benz und Stellantis haben ihre Zellen längst beim chinesischen Marktführer bestellt, während dessen ungarisches Werk in Debrecen noch keine Serienzelle ausliefert. Europas Batterie-Souveränität steht damit weiter auf dem Papier.

drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügen

Der Marktforscher SNE Research hat die Halbjahresbilanz des Batteriemarkts vorgelegt, und CATL zieht darin einsam an der Spitze davon.[1] 242,7 Gigawattstunden Zellkapazität hat der Konzern aus Ningde in sechs Monaten in Elektroautos verbaut, fast dreimal so viel wie der Zweitplatzierte BYD. Für Europas Autoindustrie ist der Weltmarktführer damit vom Zulieferer zum Flaschenhals geworden.

Das Wichtigste in Kürze

  • CATL hält im ersten Halbjahr 2026 einen Weltmarktanteil von 39,9 Prozent bei Antriebsbatterien, BYD folgt mit 14,4 Prozent.
  • Sieben chinesische Zellhersteller vereinen 72,4 Prozent des Weltmarkts, während koreanische und japanische Anbieter Anteile verlieren.
  • Die CATL-Gigafabrik im ungarischen Debrecen produziert trotz fertiger Halle noch keine Serienzelle.
  • BMW und Mercedes-Benz beziehen ihre Zellen deshalb weiter direkt aus China.

Wie groß ist CATLs Vorsprung wirklich?

Große, metallische Batteriezelle neben Modell einer Lagerhalle mit
CATL dominiert Weltmarkt für Antriebsbatterien mit 39,9 Prozent Marktanteil, BYD folgt mit 14,4 Prozent

Auf 39,9 Prozent Weltmarktanteil kommt CATL bei den Antriebsbatterien, BYD folgt mit 14,4 Prozent und damit weit dahinter.[1] Der Zweitplatzierte baut inzwischen sein erstes Werk in Brasilien gegen die Importzölle, bleibt beim Zellabsatz aber chancenlos. Dahinter verlieren mit LG Energy Solution ein koreanischer und mit Panasonic ein japanischer Hersteller weiter an Boden, sodass sieben chinesische Zellbauer zusammen 72,4 Prozent des Weltmarkts halten.

Den Abstand sichert CATL über die Chemie. Die günstigen Lithium-Eisenphosphat-Zellen, kurz LFP, laufen in riesigen Stückzahlen vom Band und drücken den Preis je Kilowattstunde unter das Niveau der koreanischen Nickel-Kobalt-Technik. Wie stark solche Akkus im Alltag altern, zeigt der Ratgeber zur Akku-Degradation beim E-Auto.

Warum bleibt Europas Batterie-Werk leer?

In Debrecen hat CATL für rund 7,3 Milliarden Euro eine Gigafabrik hochgezogen, 40 Gigawattstunden Kapazität, komplett verplant an europäische Kunden. Bis heute verlässt keine Serienzelle das Werk. Behördliche Genehmigungen fehlen, Berichten zufolge verschärften sich die Umweltauflagen nach dem Regierungswechsel in Ungarn, und im Mai stoppte ein Störfall die Vorbereitungen.

Mercedes-Benz bezieht die betroffenen Batteriepakete deshalb weiter aus China, CATL trägt die Mehrkosten. Auch das erste europäische Zellwerk in Arnstadt bei Erfurt hängt an chinesischer Vorleistung, obwohl der Konzern seine Kapazität dort bis Ende 2026 von 14 auf 60 Gigawattstunden ausbauen will.[2] Europas eigene Fabrikpläne kommen dagegen kaum voran, seit der schwedische Hoffnungsträger Northvolt zerschlagen wurde. Das Muster kennt der Kontinent aus anderen Feldern, etwa beim Polysilizium für die Solarindustrie.

CATL beherrscht die Antriebsbatterie
Weltmarktanteile im ersten Halbjahr 2026, Antriebsbatterien für Elektroautos
39,9 %
Weltmarktanteil von CATL
242,7 GWh
von CATL verbaute Zellkapazität
72,4 %
Anteil von sieben chinesischen Herstellern
+25,3 %
Wachstum von CATL zum Vorjahr

Rangfolge nach Weltmarktanteil

CATL39,9 %
BYD14,4 %
LG Energy Solution8,6 %
Panasonic3,7 %
7,3 Mrd. €

Investition in die CATL-Gigafabrik im ungarischen Debrecen, die trotz fertiger Halle noch keine Serienzelle ausliefert.

Europa hat die Batteriezelle als Massenware abgetan und merkt jetzt, dass die Wertschöpfung des Elektroautos genau dort sitzt. Solange Debrecen leer steht, verhandelt Brüssel mit CATL aus der schwächeren Position.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Was bedeutet die Abhängigkeit für BMW und Mercedes?

Für die deutschen Hersteller verschiebt die Marktmacht von CATL das Kräfteverhältnis im Einkauf. BMW baut den neuen iX3 auf Zellen des Konzerns, Mercedes-Benz lässt seine elektrische Van-Plattform damit laufen, und beide sichern sich Liefermengen über Jahre.[2] Gleichzeitig fertigen chinesische Autobauer wie Xpeng inzwischen direkt in Österreich und rücken den Etablierten näher.

Politisch wächst der Gegendruck. Die EU-Antisubventionszölle auf chinesische Elektroautos treffen die Zellen von CATL bisher nicht, doch die neue EU-Batterieverordnung verlangt ab 2027 einen deklarierten CO2-Fußabdruck je Batterie und ab 2028 Sorgfaltspflichten in der Lieferkette. Für Einkäufer heißt das konkret, die Herkunft jeder Zelle zu dokumentieren und sich rechtzeitig zweite Bezugsquellen bei den koreanischen Anbietern aufzubauen.

Betriebe, die ihre Flotte elektrifizieren, verteilen Lieferverträge besser auf mehrere Zellhersteller und denken die Restwertfrage früh mit. Ein Blick auf batteriebezogene Dienste wie das Wechselstationsnetz von Nio lohnt zusätzlich, weil dieses Modell die teure Zelle vom Fahrzeug entkoppelt.

FAQ: CATL und der Batterie-Weltmarkt 2026

Wie hoch ist der Weltmarktanteil von CATL 2026?

CATL kam im ersten Halbjahr 2026 auf 39,9 Prozent des weltweiten Marktes für Antriebsbatterien und blieb damit klar vor BYD mit 14,4 Prozent. Sieben chinesische Hersteller zusammen halten 72,4 Prozent des Weltmarkts.

Welche deutschen Autohersteller kaufen Batterien bei CATL?

BMW und Mercedes-Benz beziehen Zellen von CATL, ebenso Stellantis und Volkswagen. BMW setzt sie im neuen iX3 ein, Mercedes-Benz in seiner elektrischen Van-Plattform. Die Liefermengen sind über Jahre vertraglich gesichert.

Warum produziert CATLs Werk in Ungarn noch keine Batterien?

Dem Werk in Debrecen fehlen behördliche Genehmigungen. Nach dem Regierungswechsel gelten strengere Umweltauflagen, und ein Störfall im Mai 2026 verzögerte den Start zusätzlich. Serienzellen laufen dort noch nicht vom Band.

Was unterscheidet LFP-Batterien von NMC-Batterien?

LFP-Zellen nutzen Lithium-Eisenphosphat, kommen ohne Kobalt aus und sind günstiger und langlebiger. NMC-Zellen mit Nickel, Mangan und Kobalt bieten mehr Reichweite je Kilogramm, kosten aber mehr. CATL dominiert vor allem bei LFP.

Gilt die EU-Batterieverordnung auch für importierte Zellen?

Ja. Die EU-Batterieverordnung verlangt ab 2027 einen deklarierten CO2-Fußabdruck je Batterie und ab 2028 Sorgfaltspflichten in der Lieferkette. Das gilt unabhängig davon, ob die Zelle aus China oder aus Europa stammt.

Quellen

[1] SNE Research: „From Jan to June 2026, Global EV Battery Usage Posted 608.5GWh, a 20.0% YoY Growth“

[2] CATL: Geschäftsbericht 2025 (Jahresbericht)

Mehr Newshunger?

4,1 13 Bewertungen

Wie hat Ihnen dieser Artikel gefallen?