Supermicro schätzt seinen Umsatz von Juli bis September auf 16,1 bis 17,0 Milliarden Euro, angekündigt hatte der Serverbauer im August höchstens 13,5 Milliarden. Die Aktie stieg nachbörslich um gut elf Prozent. Von jedem Euro Umsatz bleiben dem Konzern allerdings nur rund zwölf Cent Bruttogewinn.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügen„Mehr als 60 Milliarden Dollar an neuen Aufträgen“ habe Supermicro im vergangenen Geschäftsjahr gewonnen, sagte Gründer und Chef Charles Liang im August, umgerechnet rund 52 Milliarden Euro (Kurs 0,87 Euro je US-Dollar).[1] Wie schnell diese Aufträge zu Umsatz werden, zeigt die vorläufige Mitteilung vom 20. Oktober. Als Grund nennt der Konzern die gestiegene Nachfrage nach KI-Plattformen.[2]
Das Wichtigste in Kürze
- Supermicro schätzt den Quartalsumsatz bis Ende September auf 16,1 bis 17,0 Milliarden Euro, fast viermal so viel wie ein Jahr zuvor.
- Analysten hatten laut Reuters im Schnitt 13,25 Milliarden Euro erwartet.
- Die Bruttomarge liegt vorläufig bei 12,0 bis 12,5 Prozent.
- In Europa setzte Supermicro im Geschäftsjahr bis Juni 2026 weniger um als im Jahr davor.
Woher kommt der Sprung beim Umsatz?

Für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026/27 hatte Supermicro im August 12,6 bis 13,5 Milliarden Euro angekündigt.[1] Die neue Spanne liegt rund 3,5 Milliarden Euro darüber, die Analysten hatten laut Reuters mit 13,25 Milliarden Euro gerechnet.[2][3] Nach Angaben der Agentur wollen Microsoft, Google, Amazon und Meta in diesem Jahr zusammen mehr als 600 Milliarden Euro in KI-Infrastruktur stecken, auch die Aktien von Dell und HPE legten zu.[3]
Vor einem Jahr lief es umgekehrt. Am 23. Oktober 2025 senkte Supermicro die Schätzung für das damalige erste Quartal von 5,2 bis 6,1 auf 4,35 Milliarden Euro, weil Kunden ihre Bestellungen auf neuere Systeme umstellten und Umsatz ins Folgequartal rutschte.[4] Die Bruttomarge lag damals bei 9,3 Prozent.[5] Weil wenige Großaufträge über ein Quartal entscheiden, schwanken die Zahlen stark.
Warum bleibt so wenig hängen?
Supermicro entwickelt Server und montiert sie in den USA, in Taiwan, Malaysia und den Niederlanden, die Grafikprozessoren liefern Nvidia und AMD.[6][4] Im Geschäftsjahr bis Ende Juni entfielen 89,2 Prozent des Umsatzes auf die Umsatzkosten, die Bruttomarge lag bei 10,8 Prozent.[6] Den Anstieg auf vorläufig 12,0 bis 12,5 Prozent führt Supermicro auf den Kunden- und Produktmix zurück.[2]
Hinzu kommt die Abhängigkeit von wenigen Abnehmern. Auf einen einzelnen Kunden entfielen im Geschäftsjahr 2025/26 28,1 Prozent des Umsatzes, im Jahr davor kamen vier Kunden auf jeweils mehr als zehn Prozent.[6] Den Namen nennt Supermicro nicht.
Supermicro verbaut Grafikchips von Nvidia in Serverschränken und behält von jedem Euro Umsatz zwölf Cent. Fällt ein Großkunde weg, kippt die Rechnung.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was bedeutet der Boom für Käufer in Europa?
Das Wachstum findet außerhalb Europas statt. In Europa setzte Supermicro im Geschäftsjahr 2025/26 rund 2,33 Milliarden Euro um, nach 2,37 Milliarden im Vorjahr; der Anteil am Konzernumsatz sank von gut zwölf auf knapp sieben Prozent.[6] Die EU will eigene KI-Gigafabriken fördern, um eine davon will sich laut Handelsblatt Hochtief bewerben.
IT-Leiter, die in den kommenden Monaten KI-Server bestellen, konkurrieren bei den Herstellern mit Großkunden, die ganze Rechenzentren auf einmal ausstatten. Feste Liefertermine gehören deshalb früh in den Vertrag, zumal Michael Dell knappe Speicherchips als Engpass nennt.
Endgültige Zahlen legt Supermicro am 3. November vor, erstmals unter Finanzchef Mark Long.[2] Der frühere Finanzchef von Western Digital ist seit 14. Oktober im Amt.[7] Laut Reuters hatte Supermicro fast zwei Jahre nach einem Nachfolger gesucht, nachdem die Bilanzierung des Konzerns in die Kritik geraten war.[3]
Quellen
7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- SupermicroSupermicro Announces Fourth Quarter and Full Fiscal Year 2026 Financial Results (Form 8-K, Anlage 99.1, SEC)
- SupermicroSupermicro Provides First Quarter of Fiscal Year 2027 Preliminary Business Update (Form 8-K, Anlage 99.1, SEC)
- Reuters, Abdruck bei KSLSuper Micro sees quarterly revenue soaring on AI server boom
- SupermicroSupermicro Provides First Quarter of Fiscal Year 2026 Business Update (Form 8-K, Anlage 99.1, SEC)
- SupermicroSupermicro Announces First Quarter Fiscal Year 2026 Financial Results (Form 8-K, Anlage 99.1, SEC)
- SupermicroAnnual Report on Form 10-K for the fiscal year ended June 30, 2026 (SEC)
- SupermicroForm 8-K, Item 5.02, Chief Financial Officer Transition (SEC)
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