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CATL hat im dritten Quartal 22,1 Milliarden Euro umgesetzt, 59 Prozent mehr als vor einem Jahr, aber weniger verdient als im Vorquartal. Die Aktie des größten Batterieherstellers der Welt verlor am 21. Oktober in Shenzhen 12 Prozent. Seit September zahlt CATL in China wieder eine Verbrauchsteuer auf Akkus, und große Kunden kaufen ihre Zellen zunehmend anderswo.

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„Autos bauen zu können heißt nicht, Batterien bauen zu können.“ So antwortete CATL-Fertigungschef Ni Jun im September chinesischen Autobauern, die ihre Akkus selbst entwickeln oder bei Konkurrenten bestellen.[5][6] Seit den Zahlen vom 20. Oktober zweifeln Anleger, ob der Marktführer seine Preise gegenüber diesen Kunden halten kann.

Auf einen Blick

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Gewinn stieg im dritten Quartal um 15 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro, der Umsatz um 59 Prozent.
  • Die Bruttomarge fiel auf 20,7 Prozent, den tiefsten Wert seit Ende 2022.
  • Seit 1. September gilt in China eine Verbrauchsteuer von 2 Prozent auf Lithium-Ionen-Akkus, ab September 2027 sind es 4 Prozent.
  • Für Batterieexporte entfällt die Steuererstattung ab Januar 2027 ganz.

Wo bleibt der Gewinn?

Batteriezelle mit orangefarbenem Steuer-Quittungszettel und Foldback-Klammer
CATL verzeichnet im dritten Quartal Umsatz von 22,1 Milliarden Euro, Gewinn fällt unter Analystenschätzungen

CATL meldet für Juli bis September einen Umsatz von umgerechnet 22,1 Milliarden Euro, ein Plus von 58,6 Prozent. Den Aktionären blieben 2,84 Milliarden Euro, 14,5 Prozent mehr als vor einem Jahr.[1] Dem Wirtschaftsmedium Yicai zufolge lag der Gewinn unter dem zweiten Quartal und unter den Schätzungen der Analysten: Bernstein hatte mit 3,1 Milliarden Euro gerechnet, Goldman Sachs mit 3,2 Milliarden Euro.[2]

Die Bruttomarge sank laut Yicai auf 20,7 Prozent, nach 23,2 Prozent im zweiten Quartal und 25,8 Prozent vor einem Jahr.[2] CATL verkaufte im Quartal nach eigenen Angaben Batterien mit zusammen mehr als 260 Gigawattstunden.[5] Je Kilowattstunde blieben damit rechnerisch knapp 11 Euro Gewinn.

Welche Kosten sind neu?

Seit 1. September erhebt China wieder eine Verbrauchsteuer auf Lithium-Ionen-Akkus, zunächst 2 Prozent, ab September 2027 dann 4 Prozent. Natrium-Ionen-Akkus, Festkörperakkus und Brennstoffzellen sind bis Ende 2028 davon befreit.[3] Bei CATL stiegen die Steuern und Abgaben im Quartal auf 296 Millionen Euro, nach 80 Millionen Euro ein Jahr zuvor, obwohl nur der September betroffen war.[2]

Zugleich hat Peking die Steuererstattung für Batterieexporte zum April von 9 auf 6 Prozent gesenkt, ab Januar 2027 entfällt sie.[4] Stärker als die Steuer habe aber der Produktmix auf die Marge gedrückt, sagte das Management laut dem Portal Dingjiao One in der Telefonkonferenz: Im Quartal lieferte CATL mehr Produkte mit geringer Marge aus. Über die Aufteilung der Steuer verhandle CATL mit den Kunden.[5]

CATL verkauft so viele Batterien wie nie und verdient an jeder Kilowattstunde weniger. Beim Preis reden jetzt Peking und die Kunden mit.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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CATL im dritten Quartal 2026
Der Umsatz wächst viermal so schnell wie der Gewinn, umgerechnet zum EZB-Kurs vom 20. Oktober 2026
22,1 Mrd. €
Umsatz, 59 Prozent mehr als vor einem Jahr
2,8 Mrd. €
Nettogewinn, nur 15 Prozent mehr und weniger als im zweiten Quartal
20,7 %
Bruttomarge, vor einem Jahr waren es 25,8 Prozent
11 €
Gewinn je verkaufter Kilowattstunde, gerundet
296 Mio. €
Steuern und Abgaben, vor einem Jahr 80 Millionen Euro

Was heißt das für Einkäufer in Europa?

Die Kunden setzen auf Zweitlieferanten: Li Auto beteiligte sich im September am Zellhersteller Sunwoda, Xiaomi lässt die Zellen seiner neuen Batterie Dragonscale auch von CALB und Sunwoda fertigen.[5][6] Seit dem Rekordhoch im Mai hatte CATL schon bis Mitte September ein Drittel seines Börsenwerts verloren.

In Europa fertigt CATL bereits in Thüringen und im ungarischen Debrecen, in Spanien baut der Konzern mit Stellantis ein drittes Werk. Für diese Zellen spielt die chinesische Exporterstattung keine Rolle. Bei Zellen und Stromspeichern, die direkt aus China kommen, sollten Einkäufer die Angebote für Lieferungen ab Januar 2027 auf den Wegfall der Erstattung prüfen.

Quellen

6 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. CATL2026 Third Quarterly Report (Mitteilung an die Börse Hongkong)20.10.2026
  2. YicaiCATL-Quartalsbericht: Gewinn plus 14,5 Prozent, die Batteriesteuer wirkt sich aus (chinesisch)21.10.2026
  3. Finanzministerium, Zollverwaltung und Steuerverwaltung der Volksrepublik ChinaBekanntmachung über die Anpassung der Verbrauchsteuer auf bestimmte Batterien, Bekanntmachung 2026 Nr. 20 vom 16. Juli 2026 (chinesisch)
  4. Finanzministerium der Volksrepublik ChinaBekanntmachung über die Anpassung der Exportsteuererstattung für Photovoltaik und andere Produkte, Bekanntmachung 2026 Nr. 2 vom 9. Januar 2026 (chinesisch)
  5. Dingjiao One via PedailyCATL verdient 230 Millionen Yuan am Tag und steckt in der Entwöhnung fest (chinesisch)21.10.2026
  6. QbitAIBesuch in der CATL-Zentrale (chinesisch)21.10.2026

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