Ein Blinzeln verdirbt das Gruppenfoto, einen zweiten Versuch gibt es selten. Adobes Lightroom-App erkennt geschlossene Augen nun selbst und öffnet sie per KI, laut Adobe kostenlos. Ein zweites Werkzeug erweitert den Bildausschnitt für Social-Media-Formate.
Ein Klick · kostenlosDr. Web bei Google bevorzugenMarkieren Sie drweb.de als bevorzugte Quelle. Dann sehen Sie unsere Artikel öfter unter den Top-Meldungen.Jetzt hinzufügenSeit dem 20. Oktober zeigt die Lightroom-App auf dem Smartphone eine neue Schnellaktion, sobald sie auf einem Foto geschlossene Lider findet.[1] Ein Fingertipp genügt, den Rest erledigt eine generative KI.
Das Wichtigste in Kürze
- Open Eyes erkennt geschlossene Augen automatisch und korrigiert sie mit einem Fingertipp, laut Adobe kostenlos.
- Liegen weitere Fotos der Person in der Bibliothek, gleicht die App Farbe, Form und Größe der Augen an.
- Generatives Erweitern ergänzt fehlende Bildränder und kostet je Durchgang einen Punkt aus dem Abo-Guthaben.
Wie öffnet Lightroom geschlossene Augen?

Die App sucht im Bild nach Gesichtern mit geschlossenen Lidern und bietet Open Eyes dann als Schnellaktion an. Laut Adobe verändert die Funktion nur den Bereich um die Augen, Gesicht und übriges Bild bleiben, wie sie sind.[1] Ein zweites Foto braucht Open Eyes dafür nicht.
Genauer wird das Ergebnis mit Vorlagefotos: Liegen weitere Bilder derselben Person in der Lightroom-Bibliothek, übernimmt die KI Augenfarbe, Form und Größe von dort.[1] Photoshop Elements kennt eine ähnliche Korrektur seit Jahren. Dort kopiert das Programm die Augen aus einem zweiten Foto, das man selbst auswählt.[2] Open Eyes erzeugt die Augen dagegen neu und nutzt die Bibliothek nur als Vorlage.
Was bringt Generatives Erweitern?
Das zweite neue Werkzeug setzt am Bildrand an. Generatives Erweitern ergänzt die Szene über den ursprünglichen Ausschnitt hinaus, etwa wenn ein Querformat in eine Instagram-Story soll oder ein Porträt mehr Hintergrund braucht.[1] Reise- und Architekturfotos nennt Adobe als typische Fälle.
Anders als Open Eyes zehrt die Funktion vom Abo-Guthaben, bei Adobe „generative Credits“ genannt. Jeder Durchgang verbraucht einen Punkt, wie viele zur Verfügung stehen, hängt vom Adobe-Abo ab. Adobe rät, das Bild schrittweise zu erweitern statt alle Seiten auf einmal.[3]
Der Weg zum geretteten Foto
Warum nennt Adobe Lightroom einen KI-Fotoeditor?
Im US-App-Store heißt die iPhone-App inzwischen „Lightroom: AI Photo Editor“, im deutschen Store noch „Lightroom Foto- & Video-Editor“.[4] Der Name zeigt die Richtung: Adobe richtet seine Programme auf generative KI aus, vom KI-Editor in Photoshop bis zur Premiere-App für Android. In Foren wie Reddit kritisieren Fotografen den neuen Namen. Lightroom galt lange als Programm, das Rohdaten entwickelt, ohne den Bildinhalt anzutasten.
Ein Fingertipp rettet das Gruppenfoto. Bei Werbemotiven mit echten Menschen gehört der KI-Eingriff trotzdem offen auf den Tisch.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was sollten Unternehmen beachten?
Für Privatfotos ist Open Eyes ein Gewinn. In der Werbung verändert ein generiertes Augenpaar dagegen ein reales Gesicht. Ob Lightroom solche Eingriffe in den Content Credentials vermerkt, lässt Adobe in der Ankündigung offen.[1] Prüfen Sie deshalb, ob Ihre Regeln zur KI-Kennzeichnung auch Retuschen an Kampagnenmotiven erfassen.
Für die Vorlagensuche muss die App Personen auf mehreren Fotos wiedererkennen. Bei Bildern von Beschäftigten oder Kundschaft gehört das in die Datenschutzprüfung, denn Gesichtsmerkmale zur Identifizierung zählen nach Art. 9 DSGVO zu den besonders geschützten Daten. Welche Programme die Bearbeitung am Desktop übernehmen, zeigt unser Vergleich von Bildbearbeitungssoftware.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- AdobeGebt euren Fotos eine zweite Chance – mit Open Eyes in Lightroom auf dem Handy
- Adobe-HilfeTroubleshoot Open Closed Eyes feature issues
- Adobe-HilfeExpand photos with Generative Expand
- Apple App Store (USA)Lightroom: AI Photo Editor
Mehr Newshunger?
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