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Die ersten Laptops mit Nvidias Superchip RTX Spark kommen am 16. Oktober in den Handel. Photoshop, Premiere und Substance 3D hat Adobe dafür umgebaut, KI-Funktionen und Effekte sollen bis zu doppelt so schnell laufen. Parallel beschleunigt Nvidia die Mediensuche in Frame.io.

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Bis zu 128 Gigabyte Arbeitsspeicher teilen sich Prozessor und Grafikeinheit im RTX Spark, den Nvidia Ende Mai als eigenen PC-Prozessor vorgestellt hat.[2] Am 15. Oktober haben Adobe und Nvidia angekündigt, ihre im März geschlossene Partnerschaft auszuweiten.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • Photoshop, Premiere und Substance 3D nutzen den gemeinsamen Arbeitsspeicher des RTX Spark, laut Adobe bis zu doppelt so schnell.
  • Frame.io berechnet die Suchdaten für Videos rund fünfmal schneller.
  • Adobes KI-Berater Brand Concierge läuft künftig auf Nvidias offenen Nemotron-Modellen.

Was bringt der gemeinsame Arbeitsspeicher?

Kombination aus einem RAM-Riegel und einem Pinselkopf mit 128 GB-Etikett
RTX Spark vereinheitlicht Arbeits- und Grafikspeicher, wodurch Daten nicht mehr zwischen beiden hin und her geschoben werden müssen und Videoprojekte schneller laufen

Klassische Laptops trennen zwei Speicher: den Arbeitsspeicher für Prozessor und Programme, den Grafikspeicher für die GPU. Sprengt ein Videoprojekt oder ein KI-Modell den Grafikspeicher, schiebt das System Daten zwischen beiden hin und her und bremst. Im RTX Spark greifen beide Recheneinheiten auf einen Speicherpool zu.

Photoshop setzt Ebenen und Effekte auf der Grafikkarte zusammen, Adobe hat das Programm dafür neu aufgebaut. Das Entfernen-Werkzeug und Effekte wie der Gaußsche Weichzeichner zeigen ihr Ergebnis damit ohne Verzögerung auf der Arbeitsfläche. In Premiere laufen Wiedergabe, Rendering, Farbkorrektur und KI-Werkzeuge wie „Sprache verbessern“ und die Objektmaske über die RTX-Beschleunigung, in Substance 3D Painter die aufwendigsten Texturschritte.[1] Die KI-Optimierungen starten laut Nvidia als Beta.[2] Das Tempo braucht Adobe für seine Agenten: Der Creative Agent arbeitet bereits in Photoshop und Premiere, die Schnittsoftware erzeugt zudem KI-Material direkt in der Zeitleiste.

Warum findet Frame.io Material schneller?

In der Cloud setzt Adobe für Frame.io auf Nvidia-Chips, die Videos per Hardware dekodieren (NVDEC) und KI-Berechnungen beschleunigen (TensorRT, CUDA). Daraus entstehen Embeddings, also Zahlenvektoren, die den Bildinhalt beschreiben. Mit den Vektoren findet die Suche eine Szene am Strand auch ohne passendes Schlagwort im Dateinamen.

In ersten Testläufen mit ausgewählten Aufgaben entstehen Embeddings rund fünfmal schneller, die P95-Latenz wird vier- bis fünfmal kürzer und die verkleinerte Kopie für die Suche schrumpft um etwa 80 %.[1] Die P95-Latenz misst die Zeit, in der 95 von 100 Aufträgen fertig sind. Vor allem bei den langsamen Ausreißern sinkt damit die Wartezeit. Teams spüren das ohne eigenes Zutun, weil die Verarbeitung auf Adobes Servern läuft.

Was Nvidia bei Adobe beschleunigt
Angaben von Adobe und Nvidia vom Oktober 2026. Die Frame.io-Werte stammen aus ersten Testläufen mit ausgewählten Aufgaben.
bis 2×
schnellere KI-Werkzeuge, Farbkorrektur und Effekte in Photoshop, Premiere und Substance 3D auf RTX Spark
128 GB
Arbeitsspeicher, den sich Prozessor und Grafikeinheit im RTX Spark teilen
5×
schneller entstehen in Frame.io die Embeddings für die Suche
−80 %
kleiner wird die verkleinerte Kopie, über die Frame.io sucht

Der Fahrplan

März 2026
Strategische Partnerschaft
Adobe und Nvidia bündeln Kreativ-Software, Modelle und Rechenleistung.
Ende Mai
RTX Spark vorgestellt
Nvidia zeigt auf der Computex den Superchip für Windows-Laptops.
16. Oktober
Erste Laptops im Handel
Die KI-Optimierungen in Photoshop und Premiere starten als Beta.
10.–12. Nov.
Adobe MAX in Miami
Adobe und Nvidia zeigen die Werkzeuge vor Ort und online.
Bis Ende 2026
Brand Concierge auf Nemotron
Die Fassung mit Nvidias offenen Modellen erscheint für Unternehmenskunden.

Was hat Nvidia von Brand Concierge?

Brand Concierge führt Kundengespräche auf Unternehmenswebsites, gestützt auf die eigenen Daten und Inhalte. Adobe hat den Dienst mit Nvidias offenen Nemotron-Modellen optimiert, die Fassung soll noch 2026 für Unternehmenskunden erscheinen. Nvidia setzt Brand Concierge zugleich auf der eigenen Website ein.[1] Der Chiphersteller ist damit Zulieferer und Kunde in einem.

Offene Modelle lassen sich anpassen und auf eigener Infrastruktur betreiben. Auch deshalb setzen US-Konzerne zunehmend auf Open-Source-KI statt auf geschlossene Modelle.

Schnelle KI-Werkzeuge verlieren ihren Vorsprung, solange Daten zwischen zwei Speichern pendeln. Mit RTX Spark entfällt dieser Umweg.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was sollten Kreativteams jetzt prüfen?

RTX Spark kombiniert die Nvidia-Grafik mit einem Arm-Prozessor. Prüfen Sie vor dem Kauf, ob Plug-ins, Schriftverwaltung und Farbmanagement nativ für Windows on Arm vorliegen, statt nur per Emulation zu laufen. Branchenmedien nennen US-Einstiegspreise um 2.600 Dollar, umgerechnet rund 2.260 €. Welches Schnittprogramm zu welchem Team passt, zeigt unser Vergleich von Videoschnittsoftware.

Bei Brand Concierge kommt es in der EU darauf an, wo die Gesprächsdaten liegen. Klären Sie das vor dem Start im Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO. Live zeigen Adobe und Nvidia die neuen Werkzeuge auf der Adobe MAX vom 10. bis 12. November in Miami, die Vorträge gibt es auch online.[1]

Quellen

2 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
  1. AdobeAdobe and NVIDIA Expand Collaboration to Speed Agentic Creation
  2. NvidiaAll Systems Go: Global PC App Ecosystem Ready for NVIDIA RTX Spark

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