Adobe bringt seinen Creative Agent ab heute direkt in Premiere, Photoshop, Illustrator, InDesign und Frame.io. Der Assistent übernimmt dort die unbeliebte Produktionsroutine, während die kreative Entscheidung beim Team bleibt. Für Kreativabteilungen im Mittelstand zählt vor allem die zurückgewonnene Zeit.

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Mit dem Adobe Creative Agent landet die agentische KI dort, wo Profis ohnehin den ganzen Tag arbeiten. In Premiere sortieren Editoren ihr Rohmaterial bislang von Hand und setzen Marker, bevor der erste Schnitt steht. Diese Vorarbeit gibt Adobe nun an einen Assistenten ab, der direkt im Programm sitzt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Firefly-KI-Assistent läuft ab heute als öffentliche Beta in Premiere, Photoshop, Illustrator, InDesign und Frame.io.
  • In After Effects startet der Assistent zunächst als private Beta.
  • Der Agent übernimmt Produktionsroutine wie Sortieren, Umbenennen und Preflight-Prüfungen, die kreative Entscheidung bleibt beim Menschen.
  • Parallel zeigt Adobe ein erweitertes Firefly-Studio mit wiederverwendbaren Elementen und Projektordnern (private Beta).

Was erledigt der Agent in den einzelnen Apps?

Braune Hängemappen mit beschrifteten Reitern und blauem Aufkleber
Adobe-Assistenten übernehmen programmspezifische Aufgaben: In Premiere erstellen sie Ordner, benennen Clips um und schneiden erste Entwürfe. In Photoshop tauschen sie Hintergründe

Adobe positioniert den Assistenten als Spezialist pro Programm. Der Assistent übernimmt mehrstufige Abläufe, die sich im Projektfenster oder in der Timeline ohnehin abbilden lassen, und legt das Ergebnis bearbeitbar ab.

  • In Premiere legt der Assistent Ordner an, benennt Clips im Stapel um, erkennt Interviewfragen und baut auf Wunsch einen ersten Arbeitsschnitt.
  • In Photoshop tauscht er Hintergründe, passt Formate für einzelne Plattformen an und ordnet Ebenen, das Ergebnis lässt sich danach weiter verfeinern.
  • In Illustrator erzeugt er aus einer Tabelle 50 versionierte Dateien oder prüft im Preflight den Farbmodus und fehlende Schriften vor dem Druck.
  • In InDesign überträgt er Markenvorgaben auf jedes Layout, inklusive Text, Formatierung und Druckkontrolle.
  • In Frame.io organisiert er das Footage, bündelt Feedback zu Revisionsständen und erzeugt B-Roll im Projekt.

Was ändert sich gegenüber dem Firefly-Assistenten?

Hellblauer Pinsel in Stoffoptik mit Rucksack, Aufschrift „CREATIVE AGENT“, vor weißem Hintergrund
Firefly-KI-Assistent erhält eigene Seitenleiste in Premiere, Photoshop und weiteren Adobe-Apps zur direkten Nutzung

Bisher hat der Agent die Programme aus der Firefly-App gesteuert, ohne eigene Oberfläche im jeweiligen Werkzeug. Den Firefly-KI-Assistenten als verbindende Ebene kennen viele aus dem Frühjahr. Neu ist die eigene Seitenleiste, über die sich der Assistent jetzt aus Premiere, Photoshop und den anderen Apps direkt ansprechen lässt. Mit dem Juni-Update der Creative Cloud hat das nichts zu tun, jenes bündelt einzelne Werkzeuge wie Assisted Culling, hier steuert die KI agentisch im Programm selbst.

Spannend wird es dort, wo die Fleißarbeit verschwindet und der Kopf frei wird für die Entscheidungen, die kein Modell trifft. Adobe gewinnt seinen Kunden damit Stunden im Tagesgeschäft zurück.

— Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web

Was bringt das neue Firefly-Studio?

Holzpalette mit fünf Farbklecksen und einem Hybrid aus Insekt und Füllfederhalter
Adobe Firefly Studio Beta: Elements und Projects für Figuren-, Schauplätze- und Objektverwaltung, neuer KI-Assistent generiert Marken-Kits mit Logo und Farbpalette

Parallel zeigt Adobe eine überarbeitete Version des Firefly-Studios, vorerst als private Beta über eine Warteliste. Mit Elements speichern Sie Figuren, Schauplätze und Objekte zum Wiederverwenden, mit Projects bündeln Sie Assets und Kontext über Firefly und Creative Cloud hinweg. Dazu kommen neue Skills. Aus einer kurzen Beschreibung baut der Assistent ein Marken-Kit mit Logo und Farbpalette, schneidet kurze Produktvideos und erzeugt aus einem Storyboard ein fertiges Video. Den Rohschnitt per Textprompt kennen Sie aus Quick Cut, das jetzt auch im Studio steckt.

Lohnt der Einstieg für Ihr Team schon jetzt?

Eine weiße Tasse mit „DrWeb.de“-Aufdruck, ein kleiner Dinosaurier bemalt sie orange
Adobe-Umfrage: 75% der Kreativen nutzen KI-Tools, 85% wollen Kontrolle behalten. Neuer Agent schlägt vor, wartet auf Freigabe

Adobe stützt den Schritt auf eine eigene Umfrage unter mehr als 16.000 Kreativen. 75 Prozent beschreiben kreative KI als fest eingebaut oder unverzichtbar, zugleich bestehen 85 Prozent darauf, dass die letzte Entscheidung bei ihnen bleibt. Genau dieses Versprechen verankert Adobe im Agenten, der jeden Schritt vorschlägt und ausführbar macht, aber nichts ohne Freigabe finalisiert. Für Teams lohnt zunächst ein Test an einem abgeschlossenen Projekt, bevor die Routinearbeit dauerhaft an den Agenten geht. Wie das Ganze zusammenhängt, zeigt auch der Productivity Agent für Dokumente.

Die neuen Funktionen für den KI-Assistenten sind ab heute in der Firefly-Web-App verfügbar, die öffentliche Beta in den fünf Programmen ebenfalls. Den Agenten samt agentischer Funktionen stellt Adobe im hauseigenen Blog vor.

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