Adobe verteilt neue KI-Funktionen über fünf Programme der Creative Cloud. Lightroom, Premiere Pro, After Effects, Photoshop und Illustrator bekommen Werkzeuge, die das Aussortieren, Schneiden und Freistellen abkürzen. Für Kreativabteilungen geht es um eingesparte Stunden bei der Routinearbeit.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenDas jüngste Update für Adobe Creative Cloud bündelt Funktionen, die wiederkehrende Arbeitsschritte verkürzen sollen. Seit dem 15. Juni 2026 läuft der Rollout schrittweise über alle fünf Kreativ-Apps. Im Zentrum stehen die Phasen, die Profis die meiste Zeit kosten, vom Vorsortieren der Bilder bis zur Retusche.
Das Wichtigste in Kürze
- Lightrooms Assisted Culling ist jetzt allgemein verfügbar und sortiert große Shootings mit Gesichtsansicht und Stapelung vor.
- Photo to Video macht aus Standbildern bewegtes B-Roll-Material, angetrieben von Adobe Firefly und Google Veo.
- After Effects ersetzt den pinselbasierten Roto Brush durch Object Matte mit vier KI-Auswahlwerkzeugen.
- Photoshop entfernt Spiegelungen aus Glasaufnahmen automatisch und rechnet das Entfernen-Werkzeug jetzt auch offline auf dem Gerät.
Was ändert sich für Fotografen in Lightroom?

Assisted Culling verlässt die Beta und steht ab sofort allen Lightroom-Nutzern offen. Die Gesichtsansicht isoliert jede Person in einer Aufnahme und prüft, ob die Augen offen und scharf sind. Eine Stapel-Funktion gruppiert ähnliche Bilder und schlägt das stärkste vor, sodass sich Beinahe-Dubletten in wenigen Klicks bereinigen lassen.
Mit Photo to Video verwandelt Lightroom ein Foto in kurzes B-Roll-Material, die Bewegung erzeugen Adobe Firefly und Google Veo. Adobe baut damit die Partnermodell-Strategie weiter aus, die das Haus zuletzt auch mit der Integration von Google Gemini 3 in Photoshop vorangetrieben hat. AI Sharpen holt zusätzlich das Noise-Aware-Modell von Topaz Labs direkt in den Katalog, ganz ohne Export, um Details an Fell, Blüten und Laub zurückzuholen.
Praktisch für Sony-Fotografen: Lightroom, Lightroom Classic und Adobe Camera Raw unterstützen jetzt alle RAW-Formate der neu angekündigten Sony a7R VI. Für die anschließende Bildbearbeitung in Photoshop bündelt unser Überblick zu Photoshop 2026 die aktuelle Werkzeuglage.
Was beschleunigt den Schnitt in Premiere Pro?

Premiere Pro bekommt mehrere kleine Zeitfresser-Killer. Global Audio Mute schaltet den Ton der gesamten Anwendung mit einem Klick stumm. Die Marker-Suche findet Markierungen nach Farbe oder Name über alle geöffneten Projekte hinweg, und Single Word Captioning erlaubt die Korrektur einzelner Wörter im Untertitel, ohne den übergeordneten Block anzufassen.
Für das Compositing liefern neue Effekte wie Channel Blur, Gradient und Noise FX organische Texturen direkt in der Timeline. Die 3D-Übergänge Spinback und Slide bringen Bewegung mit professionellen Easing-Reglern. Adobe verzahnt Premiere zudem enger mit Stock und Firefly: Assets lassen sich im Programm sichten und lizenzieren, und beim Import aus Firefly Boards entsteht automatisch eine Sequenz.
Adobe automatisiert genau die Handgriffe, die niemand vermisst, etwa das Vorsortieren und das Entrauschen. Der kreative Kopf bleibt frei für die Entscheidungen, die kein Modell trifft.
— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was steckt für After Effects und Photoshop im Update?
In After Effects ersetzt Object Matte den bisher pinselbasierten Roto Brush. Vier KI-Werkzeuge übernehmen die Auswahl: Object Selection, Quick Selection, Selection Brush und Refine Edge. Damit kommt die Rotoskopie-Präzision nach After Effects, die in Premiere bereits im Einsatz ist.
Die 3D-Funktionen wachsen ebenfalls: Displacement Maps erzeugen echte Oberflächentiefe, filmische Tiefenschärfe lässt sich auf Modelle und Textebenen legen, und SVG-Dateien landen jetzt als editierbare Formebenen im Projekt. Den Sprung von der reinen Bewegungsgrafik zur 3D-Produktion hatten wir schon beim Firefly Video Editor beobachtet.
Photoshop räumt unterdessen mit Spiegelungen auf. Reflection Removal erkennt Reflexionen aus Glasaufnahmen automatisch und legt sie auf eine eigene Ebene, sodass sich die Deckkraft fein steuern lässt. Das Entfernen-Werkzeug greift künftig auf ein lokales KI-Modell zu und arbeitet damit auch offline, ähnlich nützlich wie das Generative Erweitern bei knappem Bildausschnitt.
Ab wann steht das Update bereit?
Illustrator bekommt mit Concept to Vector ein Werkzeug, das Skizzen und grobe Vorlagen in bearbeitbare Vektoren überführt und auf Wunsch mehrere Stilvarianten erzeugt. Adobe verteilt sämtliche Funktionen seit dem 15. Juni schrittweise über die Creative Cloud und listet die Details im hauseigenen Blogpost auf.
Für Kreativteams lohnt der Blick zuerst auf Lightroom und After Effects, weil Assisted Culling und Object Matte die größten Zeitgewinne bei der täglichen Routine versprechen. Bei paralleler Nutzung mehrerer Apps lohnt die Kombination mit dem Firefly-KI-Assistenten, der die Schritte über die Programme hinweg koordiniert. Vor dem flächendeckenden Einsatz empfiehlt sich ein Test an einem abgeschlossenen Projekt, bevor die neuen Werkzeuge in den Live-Betrieb gehen.
Mehr Newshunger?
- Adobe Firefly: Wie Marketing-Agenturen mit KI ihre Wettbewerbsfähigkeit sichern
- Adobe integriert Google Gemini 3 in den Kreativ-Workflow
- Per Spracheingabe bis zu 7 Adobe Apps steuern? Die Firefly-KI macht’s möglich.
- Was kann der neue Firefly Video Editor?
- Designkonzepte in Firefly Boards entwickeln, wie geht das?
- Photoshop Tutorials: 47 Tipps für fantastische Bildeffekte