Die Preise für Arbeitsspeicher sind binnen weniger Monate um mehr als 90 Prozent gestiegen. Schuld ist nicht ein Engpass in der Fertigung an sich, sondern der Hunger der KI-Rechenzentren. Für IT-Budgets im Mittelstand wird das schnell teuer.

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Hinter der aktuellen Speicher-Knappheit steckt ein Verdrängungswettbewerb, den die wenigsten auf der Rechnung haben. Ihr nächster Server-Kauf könnte deutlich teurer ausfallen als geplant, und der Grund sitzt in den KI-Rechenzentren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Vertragspreise für klassischen DRAM sind im ersten Quartal 2026 um 93 bis 98 Prozent gestiegen, ein weiterer Anstieg ist angekündigt.
  • Treiber ist der Speicher für KI-Beschleuniger, der dieselbe Fertigungskapazität bindet und sie dem normalen RAM entzieht.
  • Drei Hersteller teilen rund 95 Prozent des Weltmarkts unter sich auf.
  • Die Knappheit soll nach Branchenschätzung mindestens bis Ende 2027 anhalten.

Warum wird der Speicher knapp?

Goldener Arbeitsspeicher mit Preisschild (€ 1.299,-) auf weißem Marmorwürfel
Hochbandbreiter Speicher für KI-Chips verdrängt normalen Arbeitsspeicher in Fertigungsanlagen von Samsung, SK Hynix und Micron

Der Speicher für KI-Chips verdrängt den normalen Arbeitsspeicher. Hochbandbreiter Speicher für KI-Beschleuniger braucht je Gigabyte rund die dreifache Fertigungsfläche und bindet inzwischen etwa ein Viertel der gesamten DRAM-Kapazität. Da Samsung, SK Hynix und Micron dieselben Werke für beide Produkte nutzen, zieht jede KI-Bestellung Kapazität aus der normalen Fertigung ab. Der Marktforscher TrendForce hat den Preissprung für das erste Quartal 2026 mit bis zu 98 Prozent beziffert. Dass die KI-Nachfrage überall an Grenzen stößt, zeigt sich auch daran, dass selbst der Strom für neue Rechenzentren knapp wird.

Ein Oligopol verschärft die Lage. Drei Hersteller teilen den Markt fast vollständig unter sich auf und priorisieren die margenstarke KI-Variante, einer hat das Geschäft mit Endkunden ganz aufgegeben. Große Cloud-Anbieter sichern sich per Langfristvertrag, kleinere Abnehmer und der Mittelstand stehen hinten an. Wie sehr die KI ganze Rohstoffketten unter Druck setzt, zeigt sich daran, dass sogar der Uranpreis durch die KI steigt.

Was Unternehmen jetzt einplanen sollten

Waage mit KI-Chip links und RAM-Modulen rechts, kleine Figur mit Wagen daneben
Der Speicher für KI-Beschleuniger bindet die Fertigungskapazität und treibt die Preise für klassischen Arbeitsspeicher nach oben.

Auch ältere Speichergenerationen ziehen mit, was den deutschen Maschinenbau und die Industrie-PC-Branche trifft, die lange Produktzyklen mit DDR4 und DDR3 fahren. Drei Schritte helfen. Ziehen Sie geplante Beschaffungen vor oder sichern Sie Festpreise, bevor die nächste Erhöhung greift. Verlängern Sie Lebenszyklen und rüsten Sie bestehende Server gezielt auf, statt sie zu ersetzen. Und rechnen Sie das Verhältnis von eigener Hardware zu Cloud neu durch, weil beide Seiten teurer werden. Der günstigste Speicher bleibt am Ende der, den sparsame Software gar nicht erst anfordert. Welche KI-Vorhaben den Aufwand überhaupt wert sind, ordnet unser LLM-Ratgeber ein.

Die KI verteuert nicht nur die Grafikkarten, sie verteuert den banalen Arbeitsspeicher gleich mit.

— Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web

Für die Budgetplanung heißt das, die Hardware-Posten für 2026 nach oben zu korrigieren. Prüfen Sie früh, wo Sie Speicher wirklich brauchen, und sichern Sie ihn, bevor die nächste Welle kommt.

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