Das Adobe-Plugin in ChatGPT bearbeitet Bilder und PDFs in einem Seitenpanel mit Werkzeugen aus Photoshop und Acrobat. Konzerne bekommen den Marketing-Agenten CX Enterprise Coworker, dessen Lizenz sich teilweise auf ihr OpenAI-Budget anrechnen lässt. Vor knapp drei Wochen hatte OpenAI noch Firefly-Anzeigen aus ChatGPT verbannt.

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Eine Serviette stört auf dem Kaffeefoto für Social Media: Im Seitenpanel des Adobe-Plugins in ChatGPT genügen ein Pinselstrich und ein Chatbefehl, um die Serviette zu entfernen. Regler für Helligkeit und Kontrast übernehmen danach den Feinschliff.[1]

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit dem 29. September rollt Adobe im ChatGPT-Plugin weltweit Editoren für Bilder, Designs und PDFs aus.
  • Der Marketing-Agent CX Enterprise Coworker läuft jetzt in ChatGPT.
  • Großkunden können die Coworker-Lizenz teilweise auf ihre OpenAI-Mindestabnahme anrechnen lassen.
  • Ab Oktober lassen sich ChatGPT-Agenten in Adobe Workfront einsetzen.

Was können die neuen Editoren im Adobe-Plugin?

Grauer Briefkasten mit den Aufschriften „Keine Werbung“ und „Untermieter“ vor weißer Wand
Adobe-Plugin integriert Photoshop, Express und Acrobat direkt ins Chat-Panel mit kontextabhängigen Werkzeugen für Bilder, Designs und PDF-Bearbeitung

Für Bilder und Designs greift das Plugin auf Photoshop und Adobe Express zurück und blendet nach einer Auswahl nur die passenden Regler ein, etwa für Farbton oder Sättigung. PDFs lassen sich mit Acrobat-Werkzeugen direkt im Panel ändern und markieren. Markierte Passagen fließen als Kontext in die nächste Chatanweisung ein.[1]

Die technische Grundlage schuf OpenAI auf der Entwicklerkonferenz DevDay: Plugins dürfen in allen Tarifen einen Arbeitsbereich neben der Unterhaltung einrichten.[2] Adobe gehört zu den ersten Nutzern und ist in ChatGPT, Claude, Gemini, Slack und Copilot vertreten, in Claude seit dem 24. September mit vergleichbaren Editoren. Gegen den Mehraufwand, jede Oberfläche für jeden Chatbot neu zu bauen, haben OpenAI und Anthropic den Standard MCP Apps angestoßen.

Warum öffnet OpenAI dem Rivalen die Firmenbudgets?

Im September verbannte OpenAI Anzeigen für Firefly und Acrobat Studio aus ChatGPT, weil eigene Bildwerkzeuge in derselben Kategorie antreten. Im Firmengeschäft braucht OpenAI den Konkurrenten dagegen als Zugpferd: Unter den 32 Startpartnern des OpenAI Marketplace steht Adobe an erster Stelle, vor Salesforce und HubSpot.[2]

Über den Marktplatz rechnen berechtigte Großkunden einen Teil ihrer Abnahmezusage bei OpenAI auf Partnersoftware an. Vertrag und Rechnung laufen über den Partner, anrechenbar sind nur Produkte auf Basis von OpenAI-Modellen.[3] Ein Teil des Geldes fließt also über die Modellnutzung zurück zu OpenAI. Nach einem ähnlichen Prinzip lassen sich seit Dienstag offene Modelle aus China über Baseten aus dem OpenAI-Budget bezahlen. Für Adobe öffnet sich ein zweiter Geldtopf: KI-Budgets, die Konzerne bereits bei OpenAI gebunden haben.

Der Coworker greift auf Daten aus Adobe Experience Platform, Experience Manager und Workfront zu. Marketingteams fragen im Chat etwa, welche Kundenreise in den ersten 24 Stunden die meisten Abbrüche verzeichnet, oder lassen ein Zielgruppen-Segment bauen. Adobe zählt mehr als 2.500 Kunden und Pilotanwender des Agenten.[4] Ab Oktober lassen sich in Workfront ChatGPT-Agenten einsetzen, die Assets prüfen oder Texte nach Briefing entwerfen. Die Freigabe bleibt bei Menschen.

OpenAI verbannt Adobes Bild-KI aus der Werbung und öffnet Adobe gleichzeitig die Budgets seiner Großkunden. In diesem Zweckbündnis sollten Marketingteams festlegen, welche Kundendaten den Chat erreichen.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was sollten Marketingteams im DACH-Raum klären?

Bildet der Coworker Segmente aus Kundenprofilen, laufen personenbezogene Daten durch ChatGPT. Eine Auswahl nach Kaufabsicht gilt als Profiling im Sinne von Artikel 4 DSGVO. Betroffene dürfen der darauf gestützten Werbung nach Artikel 21 jederzeit widersprechen. Nötig sind Auftragsverarbeitungsverträge mit Adobe und OpenAI.

Plugins können zudem IP-Adresse und ungefähren Standort einsehen. Ob das Plugin im eigenen Workspace erscheint, hängt von Tarif, Region und Rolle ab.[5]

Adobe in ChatGPT: Was der DevDay geändert hat
Die Neuerungen vom 29. September 2026 im Überblick
3
Editoren für Bilder, Designs und PDFs im Seitenpanel, gestützt auf Photoshop, Adobe Express und Acrobat
2.500+
Kunden und Pilotanwender nutzen den CX Enterprise Coworker, der jetzt auch in ChatGPT läuft
32
Startpartner im OpenAI Marketplace, darunter Adobe, Salesforce und HubSpot
Oktober
Start der Anbindung von Adobe Workfront an OpenAIs Agents API

Klären Sie am besten vorab, welche Felder aus der Experience Platform im Chat landen dürfen. Unternehmen mit OpenAI-Mindestabnahme fragen vor der nächsten Adobe-Verlängerung beim Account-Team nach, ob sich die Lizenz anrechnen lässt. Weitere Plattformen für mehrere Marketingkanäle zeigt der Vergleich von 58 Online-Marketing-Tools.

Quellen

[1] Adobe: „Introducing interactive editing controls for the Adobe plugin in ChatGPT“

[2] OpenAI: „Rückblick auf den DevDay 2026“

[3] OpenAI Help Center: „OpenAI Marketplace for enterprise customers“

[4] Adobe: „Adobe CX Enterprise Coworker now live in ChatGPT“

[5] OpenAI Help Center: „Connected apps in ChatGPT“

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