Michael Dell erwartet, dass sich der Mangel an Speicherchips im kommenden Jahr weiter verschärft. Im Interview mit CNBC hielt der Gründer und Chef von Dell Technologies sogar vier Jahre Knappheit für möglich. Sein Geschäft mit KI-Servern bremsten die Speicherchips, nicht die Nachfrage, sagte er dem Wall Street Journal.
drweb.de als bevorzugte Quelle auf Google hinzufügenQualitätsgeprüfte Inhalte direkt in Google News & DiscoverJetzt hinzufügenAm Dienstag sagte Dell dem CNBC-Moderator David Faber, die Lage werde im nächsten Jahr schlimmer, bei der Nachfrage wie beim Angebot.[1] Vielleicht halte die Knappheit vier Jahre an, weil es schlicht nicht genug Speicher gebe. Als Grund nannte er laut Benzinga die Bauzeit neuer Fabriken: Was heute geplant werde, produziere erst 2029 oder 2030. In den Unternehmen beginne die Nachfrage nach KI gerade erst.
Das Wichtigste in Kürze
- Dell Technologies hat bestellte KI-Server für rund 83 Mrd. € noch nicht ausgeliefert.
- Ohne genug Speicherchips könne Dell diese Server nicht pünktlich liefern.
- Auch der Anlagenbauer ASML erwartet für 2027 und 2028 mehr Nachfrage als Lieferfähigkeit.
- Barclays stufte die Dell-Aktie am Mittwoch herab, sie verlor laut CNBC elf Prozent.
Warum bremsen Speicherchips Dells Servergeschäft?

Im zweiten Geschäftsquartal bis Ende Juli nahm Dell Technologies Aufträge für KI-Server über 60,9 Mrd. Dollar (53 Mrd. €) an, setzte in dieser Sparte aber nur 16,4 Mrd. Dollar (14,3 Mrd. €) um.[2] Der Rest liegt im Auftragsbestand von 95 Mrd. Dollar. Dem Wall Street Journal sagte Dell, der Engpass sei nicht die Nachfrage, sondern der Speicher: Für eine pünktliche Lieferung fehlten Chips.[3] Auf die Frage nach 2027 antwortete er, es werde schlimmer.
Eine Stufe früher in der Lieferkette sieht es ähnlich aus. ASML, Hersteller der Belichtungsanlagen für Logik- und Speicherchips, erwartet, dass seine geplante Fertigung 2027 und 2028 die Nachfrage der Kunden nicht voll deckt.[4] Einige Kunden wollten bereits Anlagen für 2029 und sogar 2030 bestellen, teilte der Konzern am Mittwoch mit.
Wie verdient Dell trotz der Knappheit?
Dell baut Server und PCs erst, wenn eine Bestellung vorliegt. Laut Wall Street Journal kassiert der Konzern von den Kunden, bevor er seine Zulieferer bezahlt. Die Kapitalbindungsdauer, im Englischen Cash Conversion Cycle, sei auch jetzt noch negativ, sagte Dell: Das Geld der Kunden liegt bei Dell, bevor die Rechnungen der Zulieferer fällig werden. Ein Lager unverkaufter Geräte entsteht so kaum. Ähnlich arbeitet Micron, das Speicher gegen Anzahlung verkauft.
Barclays-Analyst Tim Long hält dagegen: Das Wachstum der Hardwarehersteller stamme eher aus Speicherkosten, die an die Kunden weitergegeben werden, als aus höheren KI-Investitionen der Unternehmen. Er stufte Dell am Mittwoch auf „Equal-Weight“ herab, also auf neutral, und senkte das Kursziel von 603 auf 574 Dollar (von rund 525 auf 499 €). Die operative Marge der KI-Server schätzt Long auf rund fünf Prozent.[1]
- Aufträge
53 Mrd. € neu bestellt
- Umsatz
14,3 Mrd. € ausgeliefert und verbucht
- Bestand
82,7 Mrd. € bestellt, aber noch nicht geliefert
- Marge
rund 5 Prozent operativ, Schätzung von Barclays
Geschäftsquartal bis Ende Juli 2026, umgerechnet mit 0,87 € je Dollar.
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Dell bei CNBC: 2027 wird es schlimmer, vielleicht vier Jahre Knappheit
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ASML: Geplante Fertigung deckt 2027 und 2028 die Nachfrage nicht
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Barclays: Herabstufung, Aktie laut CNBC elf Prozent im Minus
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Dell im Wall Street Journal: Engpass sind Speicherchips, nicht die Nachfrage
- 2029/30
Neue Fabriken: Was heute geplant wird, produziert laut Benzinga erst dann
Wer Server zuerst bezahlt und dann auf den Speicher wartet, finanziert den Engpass mit. Den Liefertermin sollte er schriftlich haben.
Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
Was heißt das für IT-Einkäufer im DACH-Raum?
Beim Endkunden kommt die Knappheit längst an: Apple hat die Preise für MacBooks und iPads erhöht, Qualcomm hat seine Chippreise um einen zweistelligen Prozentsatz erhöht. Behält Dell recht, kalkulieren Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bis über 2028 hinaus mit teurem Arbeitsspeicher. Wer Server oder PCs erneuern will, kann bestehende Geräte länger nutzen, Preise und Liefertermine früh vertraglich festhalten und Anzahlungen an verbindliche Termine knüpfen.
Wie ungewöhnlich der Preisanstieg ist, zeigt der Rückblick auf die Speicherpreise seit 1960. Wie Dell verdient, erklärt die Analyse des Geschäftsmodells, weitere Meldungen zu Konzernchefs sammelt das Archiv der Tech-Titanen.
FAQ: Michael Dell und der Speichermangel
Wie lange dauert der Speichermangel laut Michael Dell?
Im CNBC-Interview vom 13. Oktober 2026 sagte Michael Dell, die Lage werde im nächsten Jahr schlimmer. Vielleicht halte die Knappheit vier Jahre an, weil es nicht genug Speicher gebe. Neue Fabriken, die heute geplant werden, produzieren laut Benzinga erst 2029 oder 2030.
Warum kann Dell bestellte KI-Server nicht schneller liefern?
Dem Wall Street Journal sagte Michael Dell, der Engpass sei nicht die Nachfrage, sondern der Speicher. Für eine pünktliche Lieferung fehlten Speicherchips. Ende Juli lagen bei Dell Technologies Bestellungen für KI-Server über 95 Mrd. Dollar, rund 83 Mrd. €, die noch nicht ausgeliefert waren.
Was bedeutet die negative Kapitalbindungsdauer bei Dell?
Dell baut Server und PCs erst nach der Bestellung und kassiert von den Kunden, bevor die Rechnungen der Zulieferer fällig werden. Das Geld der Kunden liegt also früher bei Dell, als der Konzern selbst zahlen muss. Unverkaufte Lagerbestände entstehen so kaum.
Warum hat Barclays die Dell-Aktie herabgestuft?
Barclays-Analyst Tim Long stufte Dell am 14. Oktober 2026 auf Equal-Weight herab, also auf neutral, und senkte das Kursziel von 603 auf 574 Dollar. Er führt das Wachstum eher auf an Kunden weitergegebene Speicherkosten zurück als auf KI-Investitionen. Die Aktie fiel laut CNBC um elf Prozent.
Was können IT-Einkäufer gegen steigende Speicherpreise tun?
Unternehmen können bestehende Server und PCs länger nutzen, Preise und Liefertermine für Erneuerungen früh vertraglich festhalten und Anzahlungen an verbindliche Termine knüpfen. Behält Michael Dell recht, bleibt Arbeitsspeicher bis über 2028 hinaus knapp und teuer.
Quellen
4 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- Benzinga via Yahoo FinanceMichael Dell Warns Memory Shortage Could Be a ‚Four-Year Problem‘
- Dell TechnologiesErgebnisse des zweiten Quartals im Geschäftsjahr 2027, Form 8-K, Exhibit 99.1
- DigitalTodayAI bottleneck is memory, not demand, Dell CEO says, with outlook to worsen next year, nach einer Kolumne von Christopher Mims im Wall Street Journal
- ASMLASML reports €11.7 billion total net sales and €5.0 billion net income in Q3 2026
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