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Michael Dell verteidigt eine neue Regel der US-Regierung: Stiftungen dürfen Aktien einzelner Konzerne in die staatlichen Trump Accounts für Kinder legen, verkauft werden dürfen die Papiere fünf Jahre lang nicht. Seine eigene Spende über 5,44 Milliarden Euro hat der Dell-Gründer als Geld eingezahlt, angelegt wird sie in Indexfonds. Das US-Finanzministerium räumt selbst ein, dass Kinder mit Einzelaktien ein höheres Risiko tragen.

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Michael Dell hält die Kritik an Aktienspenden in die Trump Accounts für überzogen. „Es fällt mir schwer zu glauben, dass das etwas Schlechtes ist“, sagte der Gründer und Chef von Dell Technologies am 7. Oktober im Interview mit Yahoo Finance.[1] Anlass ist die bisher einzige angekündigte große Aktienspende: SpaceX-Präsidentin Gwynne Shotwell will Kindern in einkommensschwachen Gegenden Aktien des Raumfahrtkonzerns schenken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit dem 30. September dürfen gemeinnützige Organisationen und Behörden Aktien börsennotierter US-Firmen in die Kinderdepots einbringen, mit fünf Jahren Haltefrist.
  • Michael Dell sieht darin einen Anreiz, Kapitalmärkte zu verstehen, Kritiker warnen vor dem Klumpenrisiko.
  • Die Dell-Spende über 6,25 Mrd. US-Dollar, rund 5,44 Mrd. €, bringt 25 Millionen Kindern je rund 218 €.
  • Die geplante Frühstartrente in Deutschland setzt dagegen ausdrücklich auf eine breit gestreute Anlage.

Was verteidigt Michael Dell?

Ein weißes Sparschwein steht neben einem Drahtkorb mit einem orangefarbenen Ei und einem Anhänger
Trump-Accounts erlauben seit Oktober zusätzlich zu günstigen Fonds auch Einzelaktien-Transfers. Familien haben keine Mitspracherecht. Kritiker fürchten Kursmanipulation durch Milliardäre

Bis Ende September durfte das Geld in den Trump Accounts nur in kostengünstige Fonds auf den US-Aktienmarkt fließen. Mit der neuen Regel können Spender zusätzlich einzelne Aktien übertragen. Bei der Auswahl haben die Familien kein Mitspracherecht. Kritiker fürchten, dass Milliardäre über große Aktienpakete Kurse beeinflussen oder Steuervorteile mitnehmen. Dell hält die Sorge für unbegründet: „Es scheint unwahrscheinlich, dass das eine Art hinterhältiger Plan ist, um diese zwei Millionen Kinder irgendwie zu beeinflussen.“

Als Argument nennt Dell die Finanzbildung. Eine einzelne SpaceX-Aktie wecke bei Kindern das Interesse an Raumfahrt, Kapitalismus und Kapitalmärkten, sagte der Unternehmer. „Es gibt wirklich keinen Grund, etwas über Kapitalismus oder Kapital zu lernen, wenn man keines hat.“ Dell erwartet weitere Spender, nach seinen Worten zahlen schon viele Arbeitgeber für die Kinder ihrer Beschäftigten oder ihrer Standortgemeinden ein. Einen Tag später ehrte Präsident Trump den Dell-Gründer im Weißen Haus mit der National Medal of Technology and Innovation.

Was erlaubt die neue Regel des US-Finanzministeriums?

Rechtsgrundlage sind vorläufige Verordnungen von Finanzministerium und Steuerbehörde IRS, in Kraft seit dem 30. September.[2] Als Spender zugelassen sind nur Behörden und gemeinnützige Organisationen nach US-Steuerrecht, Privatleute müssen den Umweg über eine solche Organisation nehmen. Zulässig sind Aktien börsennotierter US-Unternehmen. Verkauft werden dürfen die Papiere erst nach fünf Jahren oder mit dem Ende der Ansparphase des Kindes, je nachdem, was früher eintritt. Verkauft der Treuhänder vorher, muss er dieselbe Zahl an Aktien zurückkaufen. Als Broker und Treuhänder verwaltet Robinhood die Konten gemeinsam mit der Bank BNY.

Seit Anfang Oktober hat das Finanzministerium für jedes Kind unter 18 Jahren mit Sozialversicherungsnummer automatisch ein Konto angelegt, nach Angaben der Regierung rund 70 Millionen. Die Eltern müssen die Konten trotzdem freischalten, bevor das staatliche Startgeld fließt. Kinder der Jahrgänge 2025 bis 2028 bekommen 1.000 US-Dollar Startgeld vom Staat, rund 870 €. Für Kinder der Jahrgänge 2016 bis 2024 in Postleitzahlgebieten mit einem mittleren Haushaltseinkommen unter umgerechnet 130.500 € zahlen Michael und Susan Dell 250 US-Dollar ein.[2] Mehr als zehn Millionen Kinder haben das Geld laut Yahoo Finance schon erhalten, die gesamten 5,44 Mrd. € sollen bis zum 9. Oktober angelegt sein.

Trump Accounts: Dells Geld, die Aktienregel und der deutsche Gegenentwurf
Was die Spende bringt, was die neue Verordnung erlaubt und wie die geplante Frühstartrente das Geld anlegen soll
Dell-Spende
5,44 Mrd. €
für 25 Millionen Kinder der Jahrgänge 2016 bis 2024, je rund 218 €, angelegt in Indexfonds
Haltefrist für Aktienspenden
5 Jahre
oder bis zum Ende der Ansparphase, je nachdem, was früher eintritt; nur Aktien börsennotierter US-Firmen
So kam die Regel zustande
  • Dezember 2025Michael und Susan Dell sagen 6,25 Mrd. US-Dollar für die Kinderdepots zu
  • 4. Juli 2026Start der Trump Accounts, Einzahlungen nur in Fonds auf den US-Aktienmarkt
  • 30. September 2026Vorläufige Verordnung TD 10056: automatische Konten und Aktienspenden
  • 7. Oktober 2026Dell verteidigt die Aktienregel im Interview mit Yahoo Finance
  • 9. Oktober 2026Die gesamte Dell-Spende soll laut Yahoo Finance angelegt sein
Trump Accounts (USA)
  • Staatsgeldeinmalig rund 870 € für die Jahrgänge 2025 bis 2028
  • AnlageFonds auf den US-Aktienmarkt, dazu gespendete Einzelaktien
  • Zahlungen der Familiebis rund 4.350 € im Jahr
Frühstartrente (Entwurf)
  • Staatsgeld10 € im Monat von 6 bis 18 Jahren, ab Jahrgang 2020
  • Anlagebreit gestreut, Effektivkosten des Standardprodukts höchstens 1 %
  • Zahlungen der Familiebis 6.840 € im Jahr, nicht steuerlich absetzbar

Warum spenden Milliardäre lieber Aktien als Geld?

Die Verordnung selbst nennt das Motiv offen: Mehrere Spender, die kein Bargeld geben würden, seien bereit, Aktien mit hohem Kursgewinn zu übertragen, in einer Größenordnung ähnlich der Dell-Spende. Laut Ministerium hoffen die Spender, dass sich Kinder und Familien durch fünf Jahre Haltefrist stärker mit dem Unternehmen verbunden fühlen als mit einem Anteil an einem Indexfonds. Den Vorwurf, die Regel diene vor allem Steuerersparnissen, weist das Ministerium zurück: An der Absetzbarkeit von Spenden an gemeinnützige Organisationen ändere sich nichts.

Das Klumpenrisiko bestreitet das Ministerium nicht. Ein gestreutes Depot bringe in der Regel dieselbe erwartete Rendite bei geringerem Risiko, die Kinder trügen durch die Konzentration auf einzelne Titel zusätzliches Risiko. Unter dem Strich rechnet das Ministerium damit, dass die zusätzlichen Spenden den Nachteil des höheren Risikos überwiegen. Ablehnen können Familien eine Aktienspende nach Darstellung von Newsweek nicht. SpaceX ist erst seit Juni an der Nasdaq notiert, eine lange Kursgeschichte hat die Aktie also noch nicht.

Dells eigene Spende liegt in Indexfonds, für die Einzelaktien anderer Stifter wirbt er trotzdem. Den Preis benennt das Ministerium selbst: höheres Risiko für die Kinder.

Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
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Was bedeutet das für die Frühstartrente in Deutschland?

Die Bundesregierung plant mit der Frühstartrente ein ähnliches Modell. Der Gesetzentwurf vom 7. September sieht für jedes Kind zwischen sechs und 18 Jahren 10 € im Monat vom Staat vor, beginnend mit dem Jahrgang 2020.[3] Eltern, Großeltern oder andere Dritte dürfen bis zu 6.840 € im Jahr einzahlen, steuerlich absetzen können sie die Zahlungen nicht. Ausgezahlt wird grundsätzlich nicht vor dem 65. Geburtstag. Die Gesetzesbegründung argumentiert anders als das US-Ministerium: Eine breit gestreute Anlage in Aktien ermögliche über lange Zeiträume hohe Renditen bei geringem Risiko. Das Geld fließt in Verträge nach den Regeln des Altersvorsorgedepots, das ab Januar 2027 die Riester-Rente ablöst.

Sammelspenden von Stiftungen an ganze Jahrgänge hat die Bundesregierung nicht vorgesehen, Dritte besparen nur einzelne Verträge. Für Unternehmer und Personalchefs folgt daraus:

  • Warten Sie mit Zusagen an Beschäftigte, etwa Zuschüssen für deren Kinder, bis der Bundestag das Gesetz beschlossen hat: Wie Zahlungen Dritter behandelt werden, kann sich im Verfahren noch ändern.
  • Prüfen Sie bei Angeboten für Kinderdepots die Kosten: Für das Standardprodukt deckelt der Gesetzgeber die Effektivkosten in der Ansparphase auf 1 % im Jahr.

Wie der US-Staat seine Bürger sonst absichert, beschreibt unser Beitrag „Haben die USA einen Sozialstaat?“. Vermögen und Firmen der Branchengrößen vergleicht der Beitrag zu den 15 reichsten Tech-Milliardären, wie der Konzern Dell sein Geld verdient, zeigt die Analyse des Geschäftsmodells von Dell. Weitere Meldungen sammelt das Archiv der Tech-Titanen.

FAQ: Michael Dell und die Trump Accounts

Was sind Trump Accounts?

Trump Accounts sind staatlich geförderte Anlagekonten für Kinder in den USA, eingeführt mit dem Steuergesetz von 2025. Seit Oktober 2026 hat das US-Finanzministerium für rund 70 Millionen Kinder automatisch ein Konto angelegt. Bis zur Volljährigkeit liegt das Geld überwiegend in Fonds auf den US-Aktienmarkt.

Wer ist Michael Dell?

Michael Dell gründete 1984 als Student in Austin den Computerhersteller Dell und führt Dell Technologies als Vorstandschef. Mit seiner Frau Susan Dell betreibt er die Michael & Susan Dell Foundation, die 6,25 Milliarden US-Dollar, rund 5,44 Milliarden Euro, für die Trump Accounts zugesagt hat.

Dürfen Familien gespendete Aktien sofort verkaufen?

Nein. Gespendete Aktien müssen fünf Jahre im Konto bleiben oder bis zum Ende der Ansparphase, je nachdem, was früher eintritt. Verkauft der Treuhänder vorher, muss er dieselbe Zahl an Aktien zurückkaufen. Welche Aktien im Konto landen, entscheidet der Spender, nicht die Familie.

Was ist die Frühstartrente?

Die Frühstartrente ist ein Gesetzentwurf der Bundesregierung. Der Staat soll für jedes Kind von sechs bis 18 Jahren 10 Euro im Monat in ein Altersvorsorgedepot einzahlen, beginnend mit dem Jahrgang 2020. Eltern und Dritte dürfen bis 6.840 Euro im Jahr zuzahlen, ausgezahlt wird grundsätzlich ab 65.

Quellen

[1] Yahoo Finance: „Michael Dell defends Trump Accounts’ shift to individual company stocks“, Interview vom 7. Oktober 2026

[2] Internal Revenue Service, US-Finanzministerium: „Trump Accounts“, vorläufige Verordnung TD 10056, Federal Register vom 30. September 2026

[3] Deutscher Bundestag: Entwurf eines Gesetzes zur Einführung einer Frühstartrente, Drucksache 21/7864, 7. September 2026

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