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Den amerikanischen Sozialstaat kennt Jacob Mitchell, der Bruder des Erzählers in Scott Smiths Roman „Ein ganz einfacher Plan“, vor allem als Scheck für den Winter. Im Sommer jobbt Jacob auf dem Bau, im Winter stößt er mit seinem Bruder im verschneiten Ohio auf ein abgestürztes Flugzeug voller Geld. In Ohio zahlt die Arbeitslosenversicherung heute höchstens 26 Wochen, in Deutschland in der Regel zwölf Monate.

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Ein gebrochenes Bein und ein verlorener Job zeigen am deutlichsten, wie verschieden zwei reiche Länder ihre Bürger absichern. Wir haben nachgerechnet, was Arbeitslosigkeit und ein Klinikaufenthalt in den USA kosten, was der deutsche Sozialstaat in denselben Fällen zahlt und wer am Ende die Rechnung begleicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA haben einen Sozialstaat, nur verteilt er die Rollen anders. Der Staat gab 2024 laut OECD 19,8 Prozent der Wirtschaftsleistung für Soziales aus, Deutschland 27,9 Prozent. Rechnet man private Leistungen wie die Krankenversicherung über den Arbeitgeber hinzu, liegen die USA vorn.
  • Arbeitslose in den USA bekommen meist höchstens 26 Wochen Geld, im Schnitt umgerechnet 446 Euro pro Woche. 2025 erhielten nur 28,4 Prozent aller Arbeitslosen überhaupt Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung.
  • 26,7 Millionen Menschen in den USA waren 2025 das ganze Jahr ohne Krankenversicherung, in Deutschland waren 2023 rund 72.000 Menschen ohne Schutz. Ein Klinikaufenthalt wegen eines Beinbruchs kostet ein US-Krankenhaus im Schnitt rund 24.400 Euro.
  • Die deutsche Sicherheit hat ihren Preis: Ein alleinstehender Durchschnittsverdiener gab 2025 laut OECD 49,3 Prozent seiner Arbeitskosten an Staat und Sozialkassen ab, ein Beschäftigter in den USA 30,0 Prozent.
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Wissenstest
Wie gut kennen Sie den Sozialstaat der USA?
5 Fragen aus dem Artikel. Wählen Sie Ihre Antwort, dann decken Sie die Lösung auf.
1 Wie viele Wochen zahlt die Arbeitslosenversicherung in Ohio höchstens? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Ohio zahlt 20 bis 26 Wochen, je nach vorheriger Beschäftigung. In Florida und Arkansas endet die Zahlung schon nach höchstens zwölf Wochen. Mehr dazu im Kapitel über Arbeitslose.
2 Welcher Anteil aller Arbeitslosen in den USA erhielt 2025 Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung? Aufklappen ↓
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Richtig: B. Nur 28,4 Prozent bekamen Geld aus dem regulären Programm, in Florida sogar nur 8,3 Prozent. In den 1950er-Jahren lag die Quote bei rund 50 Prozent.
3 Wie viele Menschen in den USA waren 2025 das ganze Jahr ohne Krankenversicherung? Aufklappen ↓
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Richtig: C. Das entspricht 7,9 Prozent der Bevölkerung. In Deutschland waren 2023 rund 72.000 Menschen ohne Schutz, weniger als 0,1 Prozent.
4 Welchen Anteil seiner Arbeitskosten gab ein alleinstehender Durchschnittsverdiener in Deutschland 2025 laut OECD an Staat und Sozialkassen ab? Aufklappen ↓
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Richtig: A. Nur Belgien lag höher. Die USA lagen bei 30,0 Prozent, allerdings ohne die Krankenversicherung über den Arbeitgeber. Den Vergleich zeigt das Kapitel zu den Kosten.
5 Wie lange zahlt ein Arbeitgeber in Deutschland bei Krankheit den vollen Lohn weiter? Aufklappen ↓
Auflösung aufdecken ↓
Richtig: B. Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld, für dieselbe Krankheit bis zu 78 Wochen in drei Jahren. In den USA schreibt kein Bundesgesetz bezahlte Krankentage vor.

Was hat ein Seesack voller Geld mit dem Sozialstaat zu tun?

Oranges Gepäckstück, darauf angelehnte Krücke mit Etikett RECHNUNG, Geldscheine in Seitentasche
Drei Männer der unteren Mittelschicht sehen in einem Geldfund ihre einzige Chance auf finanzielle Sicherheit. Der Roman offenbart die Verzweiflung solcher Pläne

Der Roman verrät darüber mehr, als man beim ersten Lesen denkt. Scott Smith erzählt von drei Männern am unteren Rand der Mittelschicht, für die ein Geldfund die einzige Aussicht auf Sicherheit ist. Wie verzweifelt ein solcher Plan ausfällt, hängt auch davon ab, was ein Land seinen Bürgern im Notfall zahlt.

„A Simple Plan“ erschien 1993 beim New Yorker Verlag Knopf, ein Jahr später bei Blanvalet als „Ein ganz einfacher Plan“ in der Übersetzung von Lutz-W. Wolff. Ich-Erzähler ist Hank Mitchell, laut Publishers Weekly Buchhalter in einem Futtermittelhandel im ländlichen Nordwesten von Ohio. Seine Frau Sarah arbeitet als Bibliothekarin und erwartet das erste Kind. Hank hat einen kleinen Notgroschen auf der Bank und will, wie die Chicago Tribune schrieb, „einen Schritt nach oben“ machen.

Sein älterer Bruder Jacob hat die Highschool abgebrochen, arbeitet im Sommer auf dem Bau und lebt im Winter vom Arbeitslosengeld. Zum Trio gehört außerdem Jacobs Kumpel Lou, den die Rezensenten wenig schmeichelhaft als Taugenichts beschreiben. Die Eltern der Brüder hatten eine Farm, die finanziell scheiterte, bevor beide bei einem Autounfall starben.

An einem Wintertag finden die drei im Wald ein abgestürztes Kleinflugzeug, darin einen toten Piloten und eine Tasche mit mehr als vier Millionen Dollar. Hank schlägt vor, das Geld sechs Monate zu verstecken und abzuwarten, ob jemand danach sucht. Erst danach wollen die drei die Beute zu gleichen Teilen aufteilen. Was dann geschieht, verraten wir hier nicht.

Sam Raimi verfilmte den Stoff 1998 als „Ein einfacher Plan“ und verlegte die Handlung nach Minnesota. Billy Bob Thornton erhielt für die Rolle des Jacob eine Oscar-Nominierung, Scott Smith eine für das Drehbuch. Im Film sind Jacob und Lou beide ohne Arbeit, das Branchenblatt Variety beschrieb das Geld für die beiden als Manna vom Himmel.

Beim Lesen drängen sich nüchterne Fragen auf. Wovon lebt jemand wie Jacob, wenn der Winter länger dauert als die Unterstützung aus der Arbeitslosenkasse? Was zahlt Hanks Krankenversicherung, falls er sich bei der Suche im Schnee das Bein bricht? Und hätte der Fund in einem Land mit dichterem Sicherheitsnetz dieselbe Anziehungskraft?

Auf den Punkt

Hank hat einen Bürojob, Jacob lebt im Winter von der Arbeitslosenversicherung, die Familienfarm ist gescheitert. Der Roman von 1993 spielt damit in genau der Schicht, für die ein Sozialstaat im Ernstfall gedacht ist.

Wie viel geben die USA für Soziales aus?

Kleines weißes Sparschwein „STAAT“, daneben größeres oranges Sparschwein „FIRMA“, vor weißem Grund
Der US-Staat gab 2024 19,8 Prozent der Wirtschaftsleistung für Soziales aus, mit privaten Leistungen liegen die USA vor Deutschland.

Der amerikanische Staat gab 2024 laut OECD 19,8 Prozent der Wirtschaftsleistung für Soziales aus, Deutschland 27,9 Prozent. Mit privaten Pflicht- und freiwilligen Leistungen und nach Steuereffekten lagen die USA 2019 aber bei 29,2 Prozent und damit vor Deutschland mit 26,3 Prozent.

Die Social Expenditure Database der OECD zeigt ein Bild, das viele Deutsche überrascht. Bei den öffentlichen Ausgaben liegen die USA leicht unter dem Schnitt der OECD-Länder von 21,2 Prozent. Private Sozialausgaben machten in den USA 2022 dagegen 11,9 Prozent der Wirtschaftsleistung aus, in Deutschland 2021 nur 3,6 Prozent. Dazu zählen etwa die Krankenversicherung, die Arbeitgeber für ihre Beschäftigten abschließen, und die betriebliche Altersvorsorge.

Die OECD rechnet deshalb zusätzlich mit den Netto-Gesamtsozialausgaben. In diese Größe fließen private Leistungen ein, außerdem zieht die OECD Steuern auf Sozialleistungen ab und zählt Steuervergünstigungen mit sozialem Zweck hinzu. Im Vorkrisenjahr 2019 kamen die USA so auf 29,2 Prozent und Deutschland auf 26,3 Prozent, im Pandemiejahr 2021 lag der Abstand mit 33,2 zu 28,5 Prozent noch höher. Ein Land ohne Sozialstaat sieht anders aus.

Der Unterschied liegt in der Bauart. Der dänische Soziologe Gøsta Esping-Andersen sortierte die westlichen Wohlfahrtsstaaten 1990 in drei Typen. Die Bundeszentrale für politische Bildung fasst die Einteilung knapp zusammen. Das liberale Modell, zu dem die USA zählen, betont den freien Markt und die Familie. Leistungen sind dort bedürftigkeitsgeprüft, die Voraussetzungen streng und die Beträge niedrig. Deutschland gehört zum konservativen Typ, geprägt durch die Sozialversicherung nach dem Vorbild Bismarcks.

Wie stark die Grundentscheidung zwischen Markt und Staat das Alltagsleben prägt, beschreibt unser Überblick über Wirtschaftssysteme im Vergleich. Die USA und Deutschland sind beide Mischformen, sie mischen nur in anderem Verhältnis. In Amerika springt der Staat vor allem bei Alten, Kranken ohne Einkommen und arbeitenden Armen ein. Erwerbstätige mit mittlerem Einkommen sind vor allem auf den Arbeitgeber angewiesen.

LebensrisikoUSADeutschland
AlterSocial Security, Rentenanpassung 2026: 2,8 %Gesetzliche Rentenversicherung, Anpassung Juli 2026: 4,24 %
KrankheitMeist über den Arbeitgeber, Medicare ab 65, Medicaid für Menschen mit geringem EinkommenGesetzliche oder private Krankenversicherung, Versicherungspflicht seit 2007 und 2009
Lohn bei KrankheitKeine bundesweite Pflicht, Vorgaben in 18 Staaten einschließlich Washington, D.C.Sechs Wochen voller Lohn, danach Krankengeld
ArbeitslosigkeitArbeitslosenversicherung der Bundesstaaten, meist höchstens 26 WochenArbeitslosengeld in der Regel bis zu 12 Monate, ab 58 Jahren bis zu 24 Monate
ArmutLebensmittelhilfe SNAP, Geld aus TANF nur für Familien mit Kindern und höchstens fünf Jahre, Steuergutschrift EITC nur für ErwerbstätigeGrundsicherungsgeld mit Regelsatz von 563 € plus Miete, ohne zeitliche Grenze
Zuständigkeiten: die wichtigsten Sicherungssysteme im Überblick, Stand 2026. Quellen: Federal Register, BMAS, Congressional Research Service, Bundesgesundheitsministerium, U.S. Department of Labor, Bundesagentur für Arbeit, IRS.
Auf den Punkt
  • Öffentlich: Der US-Staat gibt mit 19,8 Prozent der Wirtschaftsleistung deutlich weniger für Soziales aus als Deutschland mit 27,9 Prozent.
  • Privat: Arbeitgeber und Versicherte schließen die Lücke, private Sozialausgaben erreichen in den USA 11,9 Prozent der Wirtschaftsleistung.
  • Bauart: Das liberale Modell prüft die Bedürftigkeit streng, das deutsche koppelt die Leistung an Beiträge.

Wovon leben Arbeitslose in den USA?

Eine Sanduhr mit orangefarbenem Sand und ein Kalender mit der Zahl 26 stehen nebeneinander
In den meisten Bundesstaaten zahlt die Arbeitslosenversicherung höchstens 26 Wochen, in Florida höchstens zwölf.

Zunächst von der Arbeitslosenversicherung ihres Bundesstaats, die meist höchstens 26 Wochen zahlt und im Schnitt 42,5 Prozent des Wochenlohns ersetzt. Danach bleiben Lebensmittelhilfe, für Familien mit Kindern eine kleine Geldleistung und für kinderlose Erwachsene oft nichts.

Eine Arbeitslosenversicherung des Bundes kennen die USA nicht. Jeder Bundesstaat regelt Dauer und Höhe selbst, wie die Übersicht des Arbeitsministeriums für 2026 zeigt. In 16 Staaten endet die Zahlung vor der 26. Woche, in Florida und Arkansas schon nach höchstens zwölf Wochen. Nur Massachusetts zahlt bis zu 30 Wochen. Die höchste Wochenleistung reicht von umgerechnet 209 Euro in Mississippi bis 1.026 Euro im Bundesstaat Washington.

Im Durchschnitt aller Staaten zahlte die Versicherung im zweiten Quartal 2026 umgerechnet 446 Euro pro Woche. Knapp 40 Prozent der Bezieher schöpfen die volle Dauer aus. Viele Arbeitslose bekommen gar nichts. 2025 erhielten laut Arbeitsministerium nur 28,4 Prozent aller Arbeitslosen Leistungen aus dem regulären Programm, in Florida 8,3 Prozent. In den 1950er-Jahren lag diese Empfängerquote bei rund 50 Prozent.

Ohio liegt im Mittelfeld. Arbeitslose bekommen dort 20 bis 26 Wochen Geld, je nach Dauer der vorherigen Beschäftigung, höchstens umgerechnet 556 Euro pro Woche oder mit Angehörigen bis zu 750 Euro. Im zweiten Quartal 2026 zahlte der Staat im Schnitt 461 Euro pro Woche. Ein Gesetzentwurf im Landtag will die Höchstdauer auf 20 Wochen kürzen, er liegt noch im Ausschuss.

Ein Winter ohne Job: Ohio und Deutschland im Vergleich
Was ein alleinstehender Arbeitsloser wie Jacob aus dem Roman heute bekäme.
26 Wochen
zahlt die Arbeitslosenversicherung in Ohio höchstens, 16 Bundesstaaten zahlen kürzer
461 €
betrug die durchschnittliche Wochenleistung in Ohio im zweiten Quartal 2026
20,3 %
der Arbeitslosen in Ohio erhielten 2025 Geld aus der Arbeitslosenversicherung
12 Monate
Arbeitslosengeld in Deutschland in der Regel, ab 58 Jahren bis zu 24 Monate
60 %
des pauschalierten Nettolohns ersetzt das Arbeitslosengeld, mit Kind 67 %
563 €
Regelsatz im Grundsicherungsgeld, dazu Miete und Krankenversicherung, ohne Zeitgrenze
Woche 1 bis 26
Arbeitslosengeld aus Ohio
Bis zu 556 € pro Woche, im Schnitt 461 €. Nach 26 Wochen endet die Zahlung.
Danach
Lebensmittelhilfe SNAP
Im Schnitt 169 € pro Person und Monat, ohne Arbeitsnachweis für Erwachsene ohne Kinder nur drei Monate in drei Jahren.
TANF
Kein Bargeld ohne Kinder
Die Geldleistung erhalten nur Familien mit Kindern, höchstens fünf Jahre im Leben.
Ergebnis
Nach einem halben Jahr steht Jacob ohne Einkommen da
In Deutschland folgte auf das Arbeitslosengeld das Grundsicherungsgeld, unbefristet.

Beträge umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 02.10.2026. Karten mit dunkelrotem Rand: USA, mit orangefarbenem Rand: Deutschland.

Nach dem Ende des Arbeitslosengelds bleibt vor allem SNAP, das frühere Food-Stamps-Programm. Im Haushaltsjahr 2025 erhielten durchschnittlich 42,1 Millionen Menschen umgerechnet 169 Euro pro Person und Monat für Lebensmittel. Erwerbsfähige Erwachsene ohne Kinder bekommen diese Lebensmittelhilfe allerdings nur drei Monate innerhalb von drei Jahren, sofern sie nicht mindestens 80 Stunden im Monat arbeiten oder an einer Maßnahme teilnehmen.

Der „One Big Beautiful Bill Act“ vom Juli 2025 dehnt diese Regel auf alle Erwachsenen bis 64 Jahre aus, ebenso auf Eltern von Kindern ab 14. Ausnahmen für ganze Regionen bleiben nur noch bei mehr als 10 Prozent Arbeitslosigkeit möglich. Das Haushaltsbüro des Kongresses rechnet deshalb mit 2,4 Millionen Empfängern weniger in einem durchschnittlichen Monat. Von Juli 2025 bis Juni 2026 sank die Zahl der Empfänger bereits von 41,6 auf 36,4 Millionen. Wie viel davon auf das neue Gesetz zurückgeht, schlüsselt das Landwirtschaftsministerium nicht auf.

Bargeld aus der Sozialhilfe TANF bekommen nur Familien mit Kindern, und das höchstens fünf Jahre im Leben. Eine dreiköpfige Familie ohne Einkommen erhält in Ohio seit 2025 maximal umgerechnet 555 Euro im Monat, in Arkansas laut Urban Institute seit Jahren 182 Euro. Für Jacob und Lou, beide ohne Kinder, blieben nach dem letzten Scheck der Arbeitslosenversicherung also höchstens drei Monate Lebensmittelgeld übrig.

In Deutschland zahlt die Arbeitsagentur nach mindestens zwölf Beitragsmonaten in den letzten 30 Monaten Arbeitslosengeld in Höhe von 60 Prozent des pauschalierten Nettolohns, mit Kind 67 Prozent. Danach folgt das Grundsicherungsgeld, ohne zeitliche Grenze.

Auf den Punkt

In den USA entscheidet der Wohnort, ob Arbeitslose 12 oder 26 Wochen Geld bekommen, und nur gut ein Viertel erhält überhaupt etwas. Für kinderlose Erwachsene endet die Hilfe danach mit drei Monaten Lebensmittelgeld.

Was kostet ein Beinbruch in den USA?

Langes Papierband mit
Ein stationär behandelter Beinbruch kostet ein US-Krankenhaus im Schnitt rund 24.400 Euro, Arzthonorare kommen hinzu.

Allein der Klinikaufenthalt wegen eines Beinbruchs kostet ein US-Krankenhaus im Schnitt rund 24.400 Euro, ohne Arzthonorare. Versicherte zahlen davon ihren Selbstbehalt und Zuzahlungen, Unversicherte bekommen die volle Rechnung.

Die Kette beginnt mit dem Krankenwagen. Ein Notfalleinsatz mit erweiterter Versorgung wurde 2020 laut der Abrechnungsstatistik von FAIR Health im Schnitt mit umgerechnet 1.138 Euro in Rechnung gestellt, ohne Kilometergeld. 62 Prozent dieser Notfallfahrten lagen 2022 außerhalb des Netzes der jeweiligen Versicherung. Das Gesetz gegen Überraschungsrechnungen, der No Surprises Act, gilt seit 2022 für Notaufnahmen und Luftrettung, aber ausdrücklich nicht für den Krankenwagen auf der Straße.

In der Notaufnahme fallen die nächsten Kosten an. Ein Besuch kostete Versicherer und Patienten bei großen Arbeitgeberversicherungen 2019 im Schnitt umgerechnet 2.185 Euro. Selbst zahlten die Versicherten 576 Euro, wie der Health System Tracker der Stiftung KFF und des Peterson Center on Healthcare auswertete. Muss der Bruch stationär behandelt werden, wird die Klinik teuer. Für Brüche des Beins ohne Oberschenkelhals entstanden 2022 laut der Bundesbehörde AHRQ Klinikkosten von umgerechnet 5,5 Milliarden Euro bei 227.000 Aufenthalten, nach unserer Rechnung rund 24.400 Euro pro Fall.

Diese Summe beschreibt die Kosten des Krankenhauses, nicht den Rechnungsbetrag, und enthält keine Honorare für Chirurgen oder Anästhesisten. Wie viel davon beim Patienten landet, entscheidet die Police. Bei einer Versicherung über den Arbeitgeber lag der Selbstbehalt 2025 laut KFF im Schnitt bei umgerechnet 1.680 Euro im Jahr, erst danach zahlt die Kasse. In den staatlich geförderten Tarifen des Marktplatzes nach dem Affordable Care Act stieg der durchschnittliche Selbstbehalt 2026 auf 3.373 Euro.

Hank mit seinem Bürojob käme also mit einem Schrecken und einer Rechnung im unteren vierstelligen Bereich davon, sofern sein Arbeitgeber eine Versicherung anbietet. Für einen Unversicherten kann derselbe Unfall dagegen fünfstellige Forderungen auslösen. Medizinische Schulden sind in den USA ein Massenphänomen. Nach einer Analyse des Health System Tracker auf Basis von Daten für 2021 schulden 14 Millionen Erwachsene mehr als umgerechnet 890 Euro. Drei Millionen schulden mehr als 8.900 Euro, alle zusammen mindestens 196 Milliarden Euro.

Viele dieser Rechnungen landen bei Inkassobüros und in den Kreditauskünften. Die Verbraucherschutzbehörde CFPB zählte im Juni 2021 dort medizinische Schulden von umgerechnet 78 Milliarden Euro. Eine Regel, mit der die Behörde solche Posten aus den Auskünften streichen wollte, hob ein Bundesgericht in Texas im Juli 2025 auf. Wie das Geschäft mit offenen Rechnungen hierzulande funktioniert, zeigt unser Beitrag über die Inkassobranche.

Ob Krankheit die Amerikaner reihenweise in die Privatinsolvenz treibt, ist umstritten. In einer Befragung von 910 Schuldnern nannten 66,5 Prozent medizinische Gründe als Mitursache, berichteten David Himmelstein und Kollegen 2019 im American Journal of Public Health. Eine Studie im New England Journal of Medicine kam 2018 mit Daten aus Kalifornien zu einem nüchterneren Ergebnis: Krankenhausaufenthalte verursachen demnach rund vier Prozent der Insolvenzen von Erwachsenen unter 65. Für das Census Bureau steht trotzdem fest, dass medizinische Ausgaben 2025 rund 7,7 Millionen Menschen unter die Armutsgrenze drückten.

Auf den Punkt
  • Krankenwagen: Rund 1.138 Euro Rechnung pro Notfalleinsatz, ohne Schutz vor Überraschungsrechnungen.
  • Klinik: Rund 24.400 Euro Klinikkosten pro stationär behandeltem Beinbruch, Arzthonorare kommen hinzu.
  • Folgen: 14 Millionen Erwachsene haben medizinische Schulden von mehr als 890 Euro, 7,7 Millionen Menschen rutschten 2025 durch Krankheitskosten unter die Armutsgrenze.

Wie sind die Amerikaner krankenversichert?

Weißes Rahmennetz mit Loch und orangem Anhänger, der
53,5 Prozent der Amerikaner waren 2025 zumindest zeitweise über eine Beschäftigung krankenversichert.

Gut die Hälfte ist über den Arbeitgeber versichert. 2025 waren laut Census Bureau 53,5 Prozent der Bevölkerung zumindest zeitweise über eine Beschäftigung versichert. Medicare deckte 20,1 Prozent ab, Medicaid 17,1 Prozent, selbst gekaufte Policen 10,5 Prozent. 7,9 Prozent hatten das ganze Jahr keinen Schutz.

Die Zahlen des Census Bureau vom September 2026 zeigen ein Flickwerk. Medicare versichert Menschen ab 65, Medicaid Menschen mit geringem Einkommen, die Bundesstaaten legen die Grenzen mit fest. Erwerbstätige mit mittlerem Einkommen hängen an der Police des Arbeitgebers. Ohne eine solche Police bleibt der staatliche Marktplatz, der 2014 mit dem Affordable Care Act an den Start ging, besser bekannt als Obamacare. Insgesamt blieben 26,7 Millionen Menschen ganzjährig unversichert, statistisch unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Wer in den USA seinen Job verliert, verliert deshalb oft auch die Krankenversicherung. Arbeitslosen bleibt dann Medicaid, sofern das Einkommen niedrig genug ist, oder der Marktplatz, und dort sind die Policen 2026 deutlich teurer geworden. Ende 2025 liefen die erweiterten Prämienzuschüsse aus, die der Kongress in der Pandemie beschlossen hatte. Das Repräsentantenhaus stimmte im Januar 2026 mit 230 zu 196 Stimmen für eine Verlängerung um drei Jahre, ein Gesetz wurde daraus nicht.

Die Folgen hat KFF im Mai 2026 beziffert. Die monatliche Prämienzahlung der Versicherten stieg im Schnitt um 58 Prozent, von umgerechnet 101 auf 159 Euro. Bei unverändertem Tarif hätte der Aufschlag sogar 114 Prozent betragen, viele wichen deshalb auf billigere Tarife mit höherem Selbstbehalt aus. In einer Umfrage von KFF gaben 9 Prozent der Marktplatz-Versicherten von 2025 an, inzwischen unversichert zu sein. Die Zahl der zahlenden Versicherten sank laut Gesundheitsministerium von 22,1 Millionen im Februar 2025 auf 19,2 Millionen im Februar 2026. Das Ministerium führt den Rückgang auch auf schärfere Kontrollen gegen Betrug zurück.

Wie die Amerikaner krankenversichert sind
Versicherungsarten 2025 und die Einschnitte der Jahre 2026 und 2027.
53,5 %
der Bevölkerung waren 2025 zumindest zeitweise über eine Beschäftigung versichert
20,1 %
über Medicare, die Versicherung für Menschen ab 65
17,1 %
über Medicaid, das Programm für Menschen mit geringem Einkommen
10,5 %
mit selbst gekaufter Police, etwa über den staatlichen Marktplatz
26,7 Mio.
Menschen waren 2025 das ganze Jahr ohne Krankenversicherung, 7,9 % der Bevölkerung
+10 Mio.
zusätzliche Unversicherte erwartet das Haushaltsbüro des Kongresses bis 2034
Dezember 2025
Erweiterte Zuschüsse laufen aus
Die Prämienhilfen aus der Pandemiezeit enden, eine Verlängerung scheitert im Kongress.
2026
Prämienzahlung plus 58 Prozent
Marktplatz-Versicherte zahlen im Schnitt 159 € statt 101 € im Monat, der Selbstbehalt steigt auf 3.373 €.
Mai 2026
Nebraska prüft als erster Staat Arbeitsstunden
Versicherte über die Medicaid-Ausweitung müssen 80 Stunden Arbeit im Monat nachweisen.
Januar 2027
Arbeitspflicht in allen Bundesstaaten
Für Erwachsene von 19 bis 64 in der Medicaid-Ausweitung, Aufschub höchstens bis Ende 2028.

Mehrfachnennungen möglich: Versicherte, die im Lauf des Jahres wechselten, zählen in mehreren Gruppen. Beträge umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 02.10.2026.

Weitere Einschnitte folgen. Der „One Big Beautiful Bill Act“ führt für Medicaid eine Arbeitspflicht ein. Erwachsene zwischen 19 und 64, die über die Ausweitung des Programms versichert sind, müssen 80 Stunden im Monat arbeiten, lernen oder sich engagieren. Die Bundesstaaten müssen die Regel bis Januar 2027 umsetzen, Nebraska wendet sie schon seit Mai 2026 an. Das Haushaltsbüro des Kongresses erwartet bis 2034 rund 10 Millionen zusätzliche Unversicherte durch das Gesetz, zusammen mit dem Wegfall der Zuschüsse kommt KFF auf mehr als 14 Millionen.

Billig ist dieses System trotzdem nicht. Die USA gaben 2024 nach OECD-Daten 17,2 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung für Gesundheit aus, Deutschland 12,3 Prozent. Pro Kopf lagen die Ausgaben in den USA um rund 58 Prozent höher. Die Lebenserwartung bei Geburt erreichte in den USA 2024 laut der Gesundheitsbehörde CDC 79,0 Jahre, in Deutschland nach OECD-Daten 81,2 Jahre. Amerika zahlt also mehr und bekommt weniger.

Auf den Punkt

Die Krankenversicherung hängt in den USA am Job, am Alter oder an der Armut. Mit dem Ende der Zuschüsse und der Arbeitspflicht bei Medicaid wächst die Zahl derer, die keine der drei Bedingungen erfüllen.

Was zahlt der deutsche Sozialstaat bei Krankheit und Jobverlust?

Rettungsring mit 10 €-Schild an weißer Wand
Gesetzlich Versicherte zahlen im Krankenhaus 10 Euro am Tag zu, höchstens für 28 Tage im Jahr.

Bei Krankheit zahlt der Arbeitgeber sechs Wochen den vollen Lohn, danach die Krankenkasse 70 Prozent des Bruttolohns, höchstens 90 Prozent des Nettolohns. Die Behandlung selbst kostet gesetzlich Versicherte im Krankenhaus 10 Euro am Tag, höchstens für 28 Tage im Jahr.

Angenommen, Hank lebte in Deutschland und bräche sich bei der Suche nach dem Flugzeug das Bein. Der Rettungswagen brächte ihn in die Klinik. Operation und Aufenthalt übernähme seine Krankenkasse. Seine Zuzahlung läge bei höchstens 280 Euro im Jahr für den Klinikaufenthalt, zusätzlich gedeckelt durch die Belastungsgrenze von 2 Prozent des Bruttoeinkommens, für chronisch Kranke 1 Prozent. Ab 2027 steigt die Zuzahlung im Krankenhaus nach dem Beschluss des Bundestags vom Juli 2026 auf 15 Euro am Tag.

Während Hank ausfiele, liefe sein Gehalt weiter. Das Entgeltfortzahlungsgesetz verpflichtet den Arbeitgeber zu sechs Wochen voller Lohnfortzahlung. Danach zahlt die Krankenkasse Krankengeld, laut Bundesgesundheitsministerium für dieselbe Krankheit bis zu 78 Wochen innerhalb von drei Jahren, die Lohnfortzahlung eingerechnet. In den USA schreibt kein Bundesgesetz bezahlte Krankentage vor, der Family and Medical Leave Act sichert berechtigten Beschäftigten bis zu zwölf Wochen unbezahlte Freistellung zu.

In Deutschland ist die Krankenversicherung Pflicht. Seit April 2007 gilt eine Auffangpflicht in der gesetzlichen, seit Januar 2009 eine Versicherungspflicht in der privaten Krankenversicherung. Laut Mikrozensus waren 2023 rund 72.000 Menschen ohne Schutz und ohne sonstigen Anspruch auf Versorgung, weniger als 0,1 Prozent der Bevölkerung. In den USA fehlte 26,7 Millionen Menschen jeder Schutz.

Auch Jacob stünde in Deutschland anders da. Nach mindestens zwölf Monaten Beschäftigung in den letzten 30 Monaten zahlt die Arbeitsagentur bis zu zwölf Monate Arbeitslosengeld, Ältere ab 50 bekommen länger, ab 58 bis zu 24 Monate. Ob ein Saisonarbeiter wie Jacob auf zwölf Beitragsmonate kommt, hängt von der Länge seiner Einsätze ab. Im September 2026 bezogen 1,08 Millionen Menschen diese Leistung. Für diese Zeit übernimmt die Arbeitsagentur auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, sodass Arbeitslose mit dem Job nicht zugleich den Versicherungsschutz verlieren.

Endet der Anspruch, greift das Grundsicherungsgeld, das seit Juli 2026 das Bürgergeld ablöst. Der Bundestag hatte die Reform im März 2026 beschlossen. Alleinstehende erhalten weiterhin einen Regelsatz von 563 Euro im Monat, dazu übernimmt das Jobcenter angemessene Kosten für Miete und Heizung sowie die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Eine Höchstdauer sieht das Gesetz nicht vor. Im September 2026 bezogen rund 5 Millionen Menschen Regelleistungen, darunter 1,3 Millionen nicht erwerbsfähige, meist Kinder.

Auf den Punkt
  • Behandlung: Höchstens 280 Euro Zuzahlung im Jahr für den Klinikaufenthalt, ab 2027 bis zu 420 Euro.
  • Einkommen: Sechs Wochen voller Lohn, danach Krankengeld bis zu 78 Wochen.
  • Arbeitslosigkeit: Bis zu zwölf Monate Arbeitslosengeld mit Krankenversicherung, danach Grundsicherungsgeld ohne Zeitgrenze.

Was kostet die deutsche Absicherung?

Geteilte Lohntüte mit Text 'RESTBETRAG: 50,7 %' und orangefarbener Fläche mit '49,3 %'
Ein alleinstehender Durchschnittsverdiener gab 2025 in Deutschland 49,3 Prozent seiner Arbeitskosten an Staat und Sozialkassen ab.

Die Absicherung kostet viel Geld. Die Sozialbeiträge summieren sich 2026 auf 42,3 Prozent des Bruttolohns bis zur Bemessungsgrenze, je zur Hälfte von Beschäftigten und Arbeitgebern bezahlt. 2025 flossen laut Sozialbudget 1.431 Milliarden Euro in Sozialleistungen, 32,0 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Die Deutsche Rentenversicherung nennt für 2026 diese Sätze: 18,6 Prozent für die Rente und 2,6 Prozent für die Arbeitslosenversicherung. Für die Pflege fallen 3,6 Prozent an, für die Krankenversicherung 14,6 Prozent. Hinzu kommt der durchschnittliche Zusatzbeitrag von amtlich 2,9 Prozent. Tatsächlich erhoben die Kassen im Januar 2026 laut GKV-Spitzenverband im Schnitt 3,13 Prozent. Kinderlose zahlen in der Pflege einen Zuschlag von 0,6 Prozentpunkten.

Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit fast an der Spitze. Die OECD-Studie „Taxing Wages 2026“ beziffert die Abgaben für einen alleinstehenden Durchschnittsverdiener auf 49,3 Prozent der Arbeitskosten, nur Belgien liegt mit 52,5 Prozent höher. Die USA kamen auf 30,0 Prozent, der OECD-Schnitt auf 35,1 Prozent. Für einen Alleinverdiener mit zwei Kindern lag der Wert in Deutschland bei 34,9 Prozent, in den USA bei 19,6 Prozent.

Der Vergleich schmeichelt den USA allerdings. Die OECD rechnet nur Steuern und gesetzliche Abgaben ein, die Krankenversicherung über den Arbeitgeber fehlt. Für eine Familie kostete eine solche Police 2025 laut der jährlichen Arbeitgeberumfrage von KFF im Schnitt umgerechnet 24.047 Euro im Jahr, davon zahlten die Beschäftigten 6.102 Euro selbst. Für Singles lag die Prämie bei 8.307 Euro, der Eigenanteil bei 1.283 Euro. Diese Beträge sind Lohnkosten, die in keiner Steuerstatistik auftauchen.

KennzahlUSADeutschland
Steuern und Abgaben, alleinstehender Durchschnittsverdiener (2025)30,0 % der Arbeitskosten49,3 % der Arbeitskosten
Steuern und Abgaben, Alleinverdiener mit zwei Kindern (2025)19,6 %34,9 %
Krankenversicherung über den Arbeitgeber, Familie (2025)rund 24.047 € im Jahr, außerhalb der Abgabenstatistikim Beitragssatz enthalten
Öffentliche Sozialausgaben (2024)19,8 % der Wirtschaftsleistung27,9 % der Wirtschaftsleistung
Netto-Gesamtsozialausgaben inklusive privater Leistungen (2019)29,2 % der Wirtschaftsleistung26,3 % der Wirtschaftsleistung
Gesundheitsausgaben (2024)17,2 % der Wirtschaftsleistung12,3 % der Wirtschaftsleistung
Was die Absicherung kostet: Abgaben, Prämien und Sozialausgaben im Vergleich. Beträge umgerechnet zum EZB-Referenzkurs vom 02.10.2026. Quellen: OECD, KFF, Peterson-KFF Health System Tracker.

Hank zahlte in Deutschland also deutlich mehr Abgaben, bekäme dafür aber eine Absicherung ohne Lücke zwischen Job, Alter und Armut. Ob ihm das den Aufpreis wert wäre, ist eine Frage der Haltung. Aus unserer Sicht spricht viel für das deutsche Modell, solange die Rechnung aufgeht. Mit einer Sozialleistungsquote von 32,0 Prozent im Jahr 2025 und weiter steigenden Beiträgen wird die Finanzierung allerdings zur eigentlichen Schwachstelle.

Auf den Punkt

Deutschland verlangt mit 49,3 Prozent fast die höchsten Abgaben der OECD. Die USA liegen bei 30,0 Prozent, nur fehlt in dieser Zahl die Familienpolice über den Arbeitgeber für rund 24.047 Euro im Jahr.

Amerika gibt für Soziales mehr aus als Deutschland und lässt trotzdem 26,7 Millionen Menschen ohne Krankenversicherung.

Markus Seyfferth, Chefredakteur Dr. Web
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Warum setzen die USA auf Arbeit statt auf Absicherung?

Oranger Bauhelm mit Münzen und Schild „ARBEIT“ auf weißem Hintergrund
Die wichtigste Leistung für Geringverdiener in den USA, der Earned Income Tax Credit, steht nur Erwerbstätigen zu.

Weil das amerikanische System Hilfe an Erwerbstätigkeit, Alter oder Kinder koppelt. Die wichtigste Leistung für Geringverdiener ist eine Steuergutschrift, die nur bekommt, wer arbeitet. Erwachsene ohne Kinder und ohne Job bekommen dagegen wenig.

Der Earned Income Tax Credit zeigt die Logik am deutlichsten. Die Steuerbehörde IRS zahlt die Gutschrift nur auf Erwerbseinkommen, Arbeitslosengeld zählt ausdrücklich nicht. Familien mit drei oder mehr Kindern bekommen 2026 bis zu umgerechnet 7.333 Euro, Erwachsene ohne Kinder 2025 höchstens 578 Euro. Rund 24 Millionen Erwerbstätige und Familien erhielten zuletzt zusammen umgerechnet 62 Milliarden Euro. Laut Census Bureau hob die Steuergutschrift 2025 rund 4,0 Millionen Menschen über die Armutsgrenze.

Die größte Wirkung entfaltet die staatliche Rente. Social Security holte 2025 nach den Berechnungen des Census Bureau 28,8 Millionen Menschen aus der Armut, die Lebensmittelhilfe SNAP 3,1 Millionen. Bei den Rentnern zeigt sich, dass die USA kräftig umverteilen können, sobald der politische Wille da ist. Medicare und Social Security gelten als Anspruch, den man sich durch Arbeit verdient hat.

Bei Erwerbsfähigen ohne Arbeit ist der Staat knauserig. 1994 bekamen noch geschätzt 79 Prozent der Berechtigten Geld aus der damaligen Sozialhilfe, 2018 im Nachfolgeprogramm TANF nur noch 26 Prozent, wie der wissenschaftliche Dienst des Kongresses dokumentiert. Den Zuschuss des Bundes für TANF hält der Kongress seit 1996 unverändert bei umgerechnet 14,7 Milliarden Euro im Jahr, die Inflation hat bis 2024 fast die Hälfte seines Werts aufgezehrt.

Die offizielle Armutsquote der USA sank 2025 auf 10,2 Prozent, die ergänzende Messung des Census Bureau, die Steuern, Sozialleistungen und Krankheitskosten berücksichtigt, lag bei 13,1 Prozent. In Deutschland nennt das Statistische Bundesamt für 2025 eine Armutsgefährdungsquote von 16,1 Prozent. Die Zahlen lassen sich nicht direkt vergleichen: Die deutsche Quote misst relativ zum mittleren Einkommen, die amerikanische an festen Schwellenwerten.

Wir halten das amerikanische Prinzip für ehrlich in seinem Anspruch und hart in seiner Wirkung. Arbeit lohnt sich dort spürbar, Pech wird teuer. Ein Unfall oder eine Entlassung zur falschen Zeit kann eine Familie aus der Mittelschicht werfen, aus der ein deutscher Haushalt mit derselben Geschichte meist nicht herausfiele.

Auf den Punkt

Die USA belohnen Arbeit mit bis zu 7.333 Euro Steuergutschrift im Jahr und sichern Rentner breit ab. Junge, kinderlose Arbeitslose bekommen dagegen nach wenigen Monaten fast nichts mehr.

Wäre der einfache Plan in Deutschland gescheitert?

Modellflugzeug, orange Tasche und Schild „Flugstunden“ im Schnee
Im Roman „Ein ganz einfacher Plan“ finden zwei Brüder und ein Freund im Schnee von Ohio eine Tasche voller Geld.

Vermutlich nicht, denn Gier kennt keine Sozialgesetzgebung. Der Druck auf die Figuren wäre aber kleiner. Jacob hätte nach dem Arbeitslosengeld Anspruch auf Grundsicherungsgeld samt Miete und Krankenversicherung, unbefristet, statt nach einem halben Jahr nur noch drei Monate Lebensmittelhilfe zu bekommen.

Stellen wir uns die Szene im Schnee als deutsches Remake vor. Hank, der Buchhalter, hätte eine sichere Stelle, eine Krankenversicherung ohne Selbstbehalt und eine schwangere Frau mit Anspruch auf Mutterschutz. Jacob, der Saisonarbeiter, käme mit Arbeitslosengeld oder Grundsicherung über den Winter. Der Fund im Flugzeug verspräche ihnen trotzdem ein Leben ohne Geldsorgen, das keine Sozialkasse bietet.

Im Film bringt Lou die Sache auf den Punkt. „Das ist der amerikanische Traum in einer verdammten Sporttasche“, ruft er beim Anblick des Geldes, wie Variety aus der Szene zitiert. Der Satz verrät, wie eng in den USA Wohlstand und Sicherheit beieinanderliegen. Ein Sozialstaat nach deutschem Muster nähme dem Traum einen Teil seiner Dringlichkeit, die Versuchung bliebe.

Der Roman liefert noch einen zweiten Hinweis. Die Brüder haben erlebt, wie der Vater mit der Farm scheiterte. Wie viel ein Staat abfedern kann, sobald einer Gegend die Arbeit wegbricht, zeigt unsere Analyse einer Werksschließung und der Folgen für die Region. Für ganze Landstriche ersetzt keine Sozialleistung die verlorene Perspektive, für den Einzelnen verhindert sie den Absturz ins Bodenlose.

Deshalb ist die Gegenfrage reizvoller als die Antwort. Hätte ein dichteres Netz den Plan verhindert? Wir glauben nicht daran. Hätte Jacob ohne Existenzangst dem Bruder früher widersprochen? Denkbar wäre das. Smiths Roman bleibt eine Geschichte über menschliche Schwächen, die der Sozialstaat an keiner Stelle beheben kann.

Auf den Punkt

Ein Sozialstaat verhindert keine Gier, aber er senkt den Einsatz. Jacob hätte in Deutschland unbefristet Anspruch auf 563 Euro Regelsatz, Miete und Krankenversicherung, in Ohio blieben ihm nach dem Arbeitslosengeld drei Monate Lebensmittelhilfe.

Was bedeutet der Vergleich für Unternehmen?

Waage im Gleichgewicht mit Pflaster und Münzen, Aufschrift AUSGEGLICHENES BUDGET
Die Krankenversicherung einer Familie kostete US-Arbeitgeber und Beschäftigte 2025 im Schnitt umgerechnet 24.047 Euro.

Ein Unternehmen, das in den USA Menschen beschäftigt, übernimmt einen Teil der Aufgaben, die in Deutschland die Sozialversicherung erledigt. Die Krankenversicherung der Mitarbeiter kostet dort im Schnitt umgerechnet 8.307 Euro pro Single und 24.047 Euro pro Familie im Jahr.

Für deutsche Mittelständler mit einer Niederlassung in den USA verschieben sich damit die Posten in der Kalkulation. Die gesetzlichen Lohnnebenkosten fallen niedriger aus, dafür erwarten Bewerber eine gute Krankenversicherung, oft auch bezahlte Krankentage und eine betriebliche Altersvorsorge. Laut dem Arbeitsstatistikamt BLS hatten im März 2026 bereits 81 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft Zugang zu bezahlten Krankentagen, obwohl kein Bundesgesetz das verlangt.

Umgekehrt unterschätzen viele amerikanische Partner die deutschen Personalkosten. Der Arbeitgeber trägt 2026 die Hälfte der Sozialbeiträge von zusammen 42,3 Prozent und zahlt im Krankheitsfall sechs Wochen den vollen Lohn. Dafür entfällt die Verhandlung über eine Krankenversicherung, die in den USA oft Teil der Gehaltsverhandlung ist. Vier Punkte helfen beim Vergleich:

  1. Vergleichen Sie Gesamtkosten pro Stelle, nicht Bruttolöhne. In den USA gehören Prämien für die Krankenversicherung, in Deutschland die Arbeitgeberbeiträge zur Sozialversicherung in dieselbe Rechnung.
  2. Prüfen Sie die Vorgaben des jeweiligen Bundesstaats. 18 Staaten einschließlich Washington, D.C. schreiben bezahlte Krankentage vor, die Dauer der Arbeitslosenversicherung reicht von 12 bis 30 Wochen.
  3. Planen Sie Lohnausfall bei Krankheit ein. Der Family and Medical Leave Act gibt berechtigten Beschäftigten bis zu zwölf Wochen unbezahlte Freistellung, sofern der Betrieb mindestens 50 Beschäftigte im Umkreis von 75 Meilen hat.
  4. Beobachten Sie die Gesetzgebung. Mit dem Wegfall der Zuschüsse und der Arbeitspflicht bei Medicaid wird eine gute Versicherung über den Arbeitgeber für Bewerber noch wichtiger.

Für Beschäftigte gilt der Vergleich ebenso. Ein Gehalt in den USA wirkt brutto oft verlockend höher, bis Selbstbehalt, Eigenanteil an der Prämie und fehlende Lohnfortzahlung eingerechnet sind. Die bessere Absicherung zahlt in Deutschland jeder über seine Abgaben mit, in den USA zahlt sie im Ernstfall vor allem der Betroffene selbst.

Auf den Punkt
  • Gesamtkosten: In den USA gehören rund 24.047 Euro Familienprämie in die Personalkalkulation, in Deutschland 21,15 Prozent Arbeitgeberbeitrag.
  • Erwartungen: 81 Prozent der US-Beschäftigten in der Privatwirtschaft haben bezahlte Krankentage, ganz ohne Bundesgesetz.
  • Standort: Die Regeln der Bundesstaaten unterscheiden sich stark, von 12 bis 30 Wochen Arbeitslosengeld.

Glossar: 14 wichtige Fachbegriffe zum Sozialstaat in den USA und Deutschland

Geöffnetes Buch mit orangefarbenem Lesezeichen mit der Aufschrift „WUNDWISSEN“
Von Affordable Care Act bis TANF: die wichtigsten Begriffe zum Sozialstaat in den USA und Deutschland.

Affordable Care Act

Affordable Care Act (ACA): US-Gesundheitsreform von 2010, auch Obamacare genannt. Die Reform schuf staatliche Marktplätze für private Policen mit einkommensabhängigen Zuschüssen und erlaubte den Bundesstaaten, Medicaid auszuweiten. Die erweiterten Zuschüsse aus der Pandemiezeit liefen Ende 2025 aus.

Belastungsgrenze

Belastungsgrenze: Obergrenze für Zuzahlungen in der gesetzlichen Krankenversicherung, bei 2 Prozent der jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt, für chronisch Kranke bei 1 Prozent. Versicherte, die diese Grenze erreichen, können sich für den Rest des Jahres von weiteren Zuzahlungen befreien lassen.

Earned Income Tax Credit

Earned Income Tax Credit (EITC): Erstattungsfähige Steuergutschrift in den USA für Geringverdiener, die nur auf Erwerbseinkommen gezahlt wird. Die Höhe hängt von Einkommen und Kinderzahl ab. Das Programm gilt als wichtigstes Instrument der USA gegen Armut trotz Arbeit.

Entgeltfortzahlung

Entgeltfortzahlung: Pflicht des Arbeitgebers in Deutschland, bei Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit bis zu sechs Wochen den vollen Lohn weiterzuzahlen. Geregelt ist die Pflicht im Entgeltfortzahlungsgesetz. Die USA kennen keine vergleichbare bundesweite Vorgabe.

Family and Medical Leave Act

Family and Medical Leave Act (FMLA): US-Bundesgesetz von 1993, das berechtigten Beschäftigten bis zu zwölf Wochen unbezahlte Freistellung bei eigener Krankheit, Geburt oder Pflege Angehöriger zusichert. Der Arbeitsplatz bleibt geschützt, ein Lohnanspruch besteht nicht.

Grundsicherungsgeld

Grundsicherungsgeld: Leistung der Grundsicherung für Arbeitsuchende in Deutschland, die seit Juli 2026 das Bürgergeld ablöst. Das Grundsicherungsgeld umfasst den Regelsatz, angemessene Kosten für Unterkunft und Heizung sowie Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung, ohne zeitliche Begrenzung.

Krankengeld

Krankengeld: Lohnersatz der gesetzlichen Krankenkasse nach dem Ende der Entgeltfortzahlung. Das Krankengeld beträgt 70 Prozent des Bruttolohns bis zur Beitragsbemessungsgrenze, höchstens 90 Prozent des Nettolohns, und fließt für dieselbe Krankheit bis zu 78 Wochen in drei Jahren.

Medicaid

Medicaid: Gemeinsames Krankenversicherungsprogramm von Bund und Bundesstaaten für Menschen mit geringem Einkommen. 2025 waren 17,1 Prozent der US-Bevölkerung darüber versichert. Ab 2027 gilt für viele erwachsene Versicherte eine Arbeitspflicht von 80 Stunden im Monat.

Medicare

Medicare: Staatliche Krankenversicherung der USA für Menschen ab 65 Jahren und für bestimmte Menschen mit Behinderung. Das Programm wird über Lohnabgaben und Prämien finanziert und deckte 2025 rund ein Fünftel der Bevölkerung ab.

Netto-Gesamtsozialausgaben

Netto-Gesamtsozialausgaben: Kennzahl der OECD, die neben staatlichen auch private Pflicht- und freiwillige Sozialleistungen erfasst und Steuereffekte berücksichtigt. Gerade für die USA verändert die Kennzahl das Bild, weil dort Arbeitgeber einen großen Teil der Absicherung finanzieren.

Selbstbehalt

Selbstbehalt (Deductible): Betrag, den Versicherte in den USA jedes Jahr selbst zahlen, bevor die Krankenversicherung Kosten übernimmt. Bei Arbeitgeberversicherungen lag er 2025 für Singles im Schnitt bei umgerechnet 1.680 Euro, in den Marktplatz-Tarifen 2026 bei 3.373 Euro.

SNAP

Supplemental Nutrition Assistance Program (SNAP): Lebensmittelhilfe der USA, früher Food Stamps genannt. Das Guthaben kommt auf eine Karte und gilt nur für Lebensmittel. Erwerbsfähige Erwachsene ohne Kinder erhalten die Hilfe ohne Arbeitsnachweis nur drei Monate in drei Jahren.

Steuer- und Abgabenkeil

Steuer- und Abgabenkeil: Anteil von Einkommensteuer und Sozialabgaben an den gesamten Arbeitskosten eines Beschäftigten, wie ihn die OECD jährlich in „Taxing Wages“ berechnet. Deutschland lag 2025 bei Alleinstehenden mit Durchschnittslohn auf Rang 2 von 38 Ländern.

TANF

Temporary Assistance for Needy Families (TANF): Geldleistung der USA für bedürftige Familien mit Kindern, die 1996 die frühere Sozialhilfe ablöste. Bundesmittel fließen an Haushalte mit Erwachsenen höchstens fünf Jahre im Leben, die Höhe legt jeder Bundesstaat selbst fest.

FAQ: Haben die USA einen Sozialstaat?

Weiße Krücke mit orangefarbenem Anhänger und der Aufschrift FAQ
Häufige Fragen zu Arbeitslosengeld, Krankenversicherung und Sozialstaat in den USA und Deutschland.

Wie lange bekommt man in den USA Arbeitslosengeld?

In den meisten Bundesstaaten höchstens 26 Wochen. 16 Staaten zahlen kürzer, Florida und Arkansas höchstens zwölf Wochen, Massachusetts bis zu 30 Wochen. Im Schnitt zahlte die Versicherung im zweiten Quartal 2026 umgerechnet rund 446 Euro pro Woche, 2025 erhielten nur 28,4 Prozent aller Arbeitslosen überhaupt Leistungen.

Was kostet eine Krankenversicherung in den USA pro Monat?

Eine Police für Singles über den Arbeitgeber kostete 2025 im Schnitt umgerechnet rund 692 Euro im Monat, davon zahlten die Beschäftigten rund 107 Euro selbst. Auf dem staatlichen Marktplatz zahlten Versicherte 2026 nach Zuschüssen im Schnitt rund 159 Euro im Monat, dazu kam ein Selbstbehalt von durchschnittlich 3.373 Euro im Jahr.

Ist die Krankenversicherung in den USA Pflicht?

Bundesweit nicht mehr. Eine Strafzahlung für Menschen ohne Krankenversicherung fiel nur bis zum Versicherungsjahr 2018 an. 2025 waren 26,7 Millionen Menschen in den USA das ganze Jahr unversichert.

Haben die USA so etwas wie Bürgergeld?

Nein, eine unbefristete Grundsicherung für alle Erwerbsfähigen wie das deutsche Grundsicherungsgeld, das seit Juli 2026 das Bürgergeld ablöst, kennen die USA nicht. Geld aus TANF erhalten nur Familien mit Kindern, und das höchstens fünf Jahre, Erwachsene ohne Kinder erhalten ohne Arbeitsnachweis nur drei Monate Lebensmittelhilfe in drei Jahren.

Was passiert, wenn man in den USA ohne Krankenversicherung krank wird?

Notaufnahmen müssen Patienten unabhängig von ihrer Zahlungsfähigkeit untersuchen und im Notfall stabilisieren, das verlangt ein Bundesgesetz von 1986. Die Rechnung kommt trotzdem: 14 Millionen Erwachsene in den USA haben medizinische Schulden von mehr als umgerechnet 890 Euro.

Ist Deutschland ein Sozialstaat?

Ja. Artikel 20 des Grundgesetzes beschreibt die Bundesrepublik als demokratischen und sozialen Bundesstaat. 2025 flossen laut Sozialbudget 1.431 Milliarden Euro in Sozialleistungen, das entsprach 32,0 Prozent der Wirtschaftsleistung.

Quellen

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Bundesagentur für Arbeit, Statistik | Monatsbericht zum Arbeits- und Ausbildungsmarkt, September 2026 | https://statistik.arbeitsagentur.de/Statistikdaten/Detail/202609/arbeitsmarktberichte/monatsbericht-monatsbericht/monatsbericht-d-0-202609-pdf.pdf?__blob=publicationFile | besucht am 04.10.2026

Deutsche Rentenversicherung | Zahlen und Tabellen 2026 | https://www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Traeger/BayernSued/Zahlen_und_Tabellen/ZuT_2026_7.pdf?__blob=publicationFile&v=2 | besucht am 04.10.2026

GKV-Spitzenverband | Pressemitteilung zum durchschnittlich erhobenen Zusatzbeitragssatz 2026 | https://www.gkv-spitzenverband.de/gkv_spitzenverband/presse/pressemitteilungen_und_statements/pressemitteilung_2181824.jsp | besucht am 04.10.2026

OECD | Taxing Wages 2026: Country Note Germany | https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/publications/reports/2026/04/taxing-wages-2026-country-notes_491a0e97/germany_649f0784/ca03c391-en.pdf | besucht am 04.10.2026

OECD | Taxing Wages 2026: Brochure | https://www.oecd.org/content/dam/oecd/en/topics/policy-issues/tax-policy/taxing-wages-brochure.pdf | besucht am 04.10.2026

Bundesministerium für Arbeit und Soziales | Sozialbudget 2025 | https://www.bmas.de/DE/Service/Publikationen/Broschueren/a230-26-sozialbudget-2025.html | besucht am 04.10.2026

Internal Revenue Service | Earned income and Earned Income Tax Credit (EITC) tables | https://www.irs.gov/credits-deductions/individuals/earned-income-tax-credit/earned-income-and-earned-income-tax-credit-eitc-tables | besucht am 04.10.2026

Internal Revenue Service | IR-2025-103: IRS releases tax inflation adjustments for tax year 2026 (09.10.2025) | https://www.irs.gov/newsroom/irs-releases-tax-inflation-adjustments-for-tax-year-2026-including-amendments-from-the-one-big-beautiful-bill | besucht am 04.10.2026

Internal Revenue Service | EITC reports and statistics | https://www.irs.gov/credits-deductions/individuals/earned-income-tax-credit/eitc-reports-and-statistics | besucht am 04.10.2026

Statistisches Bundesamt | Armutsgefährdung: EU-SILC 2025 (Pressemitteilung vom Februar 2026) | https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_039_63.html | besucht am 04.10.2026

U.S. Bureau of Labor Statistics | Employee Benefits in the United States, March 2026 | https://www.bls.gov/news.release/ebs2.nr0.htm | besucht am 04.10.2026

HealthCare.gov | Fee for not being covered | https://www.healthcare.gov/fees/fee-for-not-being-covered/ | besucht am 04.10.2026

Centers for Medicare and Medicaid Services | Emergency Medical Treatment and Labor Act (EMTALA) | https://www.cms.gov/medicare/regulations-guidance/legislation/emergency-medical-treatment-labor-act | besucht am 04.10.2026

Bundesministerium der Justiz | Grundgesetz, Artikel 20 | https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_20.html | besucht am 04.10.2026

Europäische Zentralbank | Euro foreign exchange reference rates (02.10.2026) | https://www.ecb.europa.eu/stats/policy_and_exchange_rates/euro_reference_exchange_rates/ | besucht am 04.10.2026

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