Apple hebt die Preise für MacBooks und iPads an, weil Speicher und Storage drastisch teurer geworden sind. Hinter der Erhöhung steht ein Verdrängungswettbewerb, den die KI-Rechenzentren ausgelöst haben.
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Selbst der wertvollste Elektronikkonzern der Welt kann die Speicherpreis-Welle nicht länger abfangen: Apple hat die Preise für MacBooks und iPads angehoben. Als Grund nennt das Unternehmen die stark gestiegenen Kosten für Speicher- und Storage-Chips, ausgelöst durch den Ausbau der KI-Rechenzentren. Für IT-Beschaffer im DACH-Raum ist das ein deutliches Signal für die nächste Hardware-Runde.
Das Wichtigste in Kürze
- Apple erhöhte am 25. Juni 2026 die Preise für MacBooks und iPads, teils um bis zu 300 US-Dollar
- Das günstigste MacBook Neo steigt von 599 auf 699 US-Dollar, also von rund 521 auf 608 Euro
- iPhone, Apple Watch und AirPods bleiben vorerst unverändert
- Wenige Stunden später kündigte auch Microsoft höhere Preise für seine Xbox-Konsolen an
Warum steigen ausgerechnet jetzt die Preise?

Der Auslöser sitzt im Speichermarkt. Die Vertragspreise für klassischen DRAM stiegen im ersten Quartal 2026 um bis zu 98 Prozent und sollen im laufenden Quartal um weitere 58 bis 63 Prozent zulegen, so der Marktforscher TrendForce. Manche Beobachter nennen die Lage „RAMageddon“, weil der Boom beim Bau von KI-Rechenzentren die Speicherhersteller dazu bringt, ihre Kapazität für hochpreisige KI-Chips zu reservieren.
Apple selbst beschreibt die Lage als beispiellos. In einem Statement nennt der Konzern eine noch nie gesehene Geschwindigkeit der Komponentenverteuerung und räumt ein, Kunden bisher abgeschirmt zu haben, nun aber an einen Punkt gelangt zu sein, an dem Preiserhöhungen unvermeidlich werden. Vorstandschef Tim Cook sprach gegenüber dem Wall Street Journal von einer „Jahrhundertflut“, wie er sie in über 40 Jahren nicht erlebt habe.
Wenn selbst Apple mit seiner Einkaufsmacht die Speicherpreise an die Kunden weiterreicht, trifft die Welle den Rest der Branche umso härter. Wer Notebooks oder Server beschafft, sollte den Apple-Schritt als Frühwarnung lesen, nicht als Einzelfall.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Was heißt das für die Beschaffung im DACH-Raum?

Die Lage bleibt strukturell angespannt. Speicherhersteller wie Micron priorisieren Aufträge von KI-Chipherstellern und sichern sich Milliarden über Langfristverträge, während für Endgeräte wenig Kapazität übrig bleibt. Die Marktforscher von IDC erwarten für den PC-Markt 2026 einen Rückgang um 11,3 Prozent, beim Smartphone sogar den stärksten Jahresrückgang aller Zeiten.
Konkurrenten dürfte es noch härter treffen als Apple. Mehrere Analysten gehen davon aus, dass Hersteller ohne Apples enge Lieferantenbindung die Preise noch deutlicher anheben müssen. Sichtbar wird das am MacBook Neo, das mit dem Aufschlag seinen Preisvorteil gegenüber Dells XPS 13 verliert und teurer als manche Chromebooks von Lenovo und Asus wird.
Für die eigene Planung heißt das, anstehende Hardware-Käufe vorzuziehen und Aufschläge einzukalkulieren. Wer ohnehin investieren muss, sollte eher früher als später zugreifen, weil sich die Knappheit laut Analysten frühestens gegen Ende 2027 entspannt. Die offiziellen Preise stehen im Apple-Onlinestore, die Hintergründe ordnet unser Beitrag zur KI-getriebenen Speicherknappheit ein.
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