OpenAI hat Dan Driscoll, bis Ende August Heeresminister der USA, als Berater für nationale Sicherheit verpflichtet. Im Pentagon läuft bereits eine eigene ChatGPT-Fassung, ausgelegt für mehr als drei Millionen Soldaten und Zivilbeschäftigte.
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OpenAI hat Driscoll am Montag zum Senior Counselor for National Security Modernization ernannt, einem neu geschaffenen Posten als Chefberater für die Modernisierung der nationalen Sicherheit.[1] Zuerst hatte die Financial Times über den Wechsel berichtet.[2] Driscoll soll die Konzernführung beraten und mit Regierungen der USA und ihrer Verbündeten daran arbeiten, KI für Streitkräfte und Sicherheitsbehörden nutzbar zu machen. Wann er anfängt, nennt OpenAI nicht.
Das Wichtigste in Kürze
- Driscoll stand an der Spitze von knapp einer Million Soldaten und mehr als 265.000 Zivilbeschäftigten des Heeres.
- Ende August trat er nach Konflikten mit Kriegsminister Pete Hegseth zurück.
- OpenAI darf seine Modelle seit Februar auch in geheimen Netzen des Pentagons betreiben.
- Die KI-Verordnung der EU gilt nicht für rein militärische Anwendungen.
Was bringt Driscoll mit?

Als 26. Heeresminister der USA verantwortete Driscoll Einsatz, Modernisierung und Haushalt des Heeres, nach Angaben von OpenAI für knapp eine Million aktive Soldaten und Reservisten.[1] Sein Schwerpunkt: neue Technik schneller einkaufen. Ende August trat Driscoll nach monatelangen Konflikten mit Kriegsminister Pete Hegseth über Personalentscheidungen zurück.
Die Anforderungen an die nationale Sicherheit änderten sich schneller als je in den vergangenen fünfzig Jahren, schreibt Driscoll. KI solle helfen, Papierkram abzubauen, mehr Informationen auszuwerten und Antworten schneller zu denen zu bringen, die sie brauchen.[1] OpenAI verknüpft die Personalie mit seinem Programm Daybreak, das Verbündeten bei der Abwehr von Cyberangriffen helfen soll.
Wie weit ist OpenAI im Pentagon?
Seit dem 31. August bietet das US-Kriegsministerium auf seiner internen Plattform GenAI.mil die Fassung ChatGPT Mil an, neben Gemini von Google und Grok. Als Einsatzfelder nennt das Ministerium Planung, Logistik und Verwaltung, also Arbeit ohne Geheimhaltungsstufe.[3]
Für geheime Netze hatte OpenAI am 28. Februar eine eigene Vereinbarung geschlossen. Darin zieht der Konzern drei rote Linien: keine Massenüberwachung im Inland, keine Steuerung autonomer Waffen, keine automatisierten Entscheidungen mit schwerwiegenden Folgen. Die Modelle laufen nur in der Cloud, nicht auf Geräten der Truppe im Einsatz.[4] Anthropic hatte sich mit dem Pentagon über dieselben Fragen zerstritten. Ein Berufungsgericht hat bestätigt, dass das Pentagon den Konkurrenten als Lieferkettenrisiko einstufen und damit von Aufträgen ausschließen darf.
Mit Driscoll gewinnt OpenAI einen Kenner der größten Teilstreitkraft der USA. Die Wege zwischen KI und Militär werden kürzer: 2024 kam der frühere NSA-Chef Paul Nakasone in den Verwaltungsrat, und Kriegsminister Hegseth setzte Anduril-Gründer Palmer Luckey an die Spitze von Project Meridian, das ermitteln soll, welche Waffen der Truppe fehlen.
OpenAI holt sich mit Driscoll keinen KI-Fachmann, sondern jemanden, der weiß, wie das Militär einkauft.
Michael Dobler, Herausgeber Dr. Web
Welche Regeln gelten für den Wechsel?
In den USA darf ein früherer Spitzenbeamter ein Jahr lang nicht im Auftrag eines Unternehmens bei seiner alten Behörde vorsprechen, um deren Entscheidungen zu beeinflussen.[5] Für Driscoll läuft diese Karenzzeit bis Anfang September 2027, intern beraten darf er sofort. In Deutschland müssen Bundesminister eine neue Tätigkeit in den ersten 18 Monaten anzeigen, die Bundesregierung kann sie in der Regel bis zu einem Jahr untersagen.[6]
Driscolls Auftrag nennt ausdrücklich die Verbündeten der USA, also auch Europas Armeen und Ministerien. Die KI-Verordnung der EU gilt nicht für Systeme, die ausschließlich militärischen Zwecken, der Verteidigung oder der nationalen Sicherheit dienen.[7] Mistral-Chef Arthur Mensch hat davor gewarnt, französischen Militärcode von US-Modellen prüfen zu lassen.
Behörden und Rüstungszulieferer, die OpenAI-Modelle einsetzen wollen, sollten die Grenzen so genau festschreiben wie OpenAI selbst gegenüber dem Pentagon: erlaubte Zwecke, Ort des Betriebs und ein Kündigungsrecht bei Verstößen.
Quellen
7 Quellen anzeigenQuellen ausblenden
- OpenAIOpenAI appoints Dan Driscoll as Senior Counselor for National Security Modernization
- Financial TimesOpenAI hires former US Army secretary as military seeks to expand AI use (2. November 2026, hinter Bezahlschranke)
- U.S. Department of War, Pentagon NewsChatGPT, Grok Added to War Department’s AI System Options
- OpenAIUnsere Vereinbarung mit dem US-Kriegsministerium (28. Februar 2026, aktualisiert am 2. März 2026)
- United States Code, Title 18, § 207Restrictions on former officers, employees, and elected officials of the executive and legislative branches, Absatz c
- Bundesministergesetz, § 6a und § 6b
- Verordnung (EU) 2024/1689 über künstliche IntelligenzArtikel 2 Absatz 3
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- Wall Street Journal: FBI prüft Spionageverfahren im OpenAI-Abhörfall
